Bei Techem und HWG piepts!

Der Feind in meinem Schlafzimmer.
Halle (Saale): Trotha |

Es geschah am Montag, den 30. November 2015. Gegen zwei Uhr morgens weckte mich ein durchdringendes Geräusch, das ich nicht gleich zuordnen konnte.


Ursachenfindung

War es das Mobiltelefon, ein Wecker oder ein Ebook-Lesegerät? Nach fünf Minuten das zweite Geräusch, ein dreifaches schrilles, beinahe klirrendes Pfeifen vom Rauchmelder an der Decke. Das Geräusch sollte von nun an alle fünf Minuten ertönen, an Einschlafen war nicht mehr zu denken. Ich zog mit dem Bettzeug auf das Sofa im Wohnzimmer um und verstopfte die Türritzen mit Decken. So konnte ich doch noch ein paar Stunden Schlaf finden.


Auch am Nachmittag keine Erholung

Als ich am Montag Nachmittag in die Wohnung zurückkam, blinkte der Rauchmelder immer noch und gab schrille Töne von sich. Die Telefonnummer des Kundendienstes der Firma Techem hatte sich längst wieder geändert, wie ich im Laufe des Dienstags (1.12.) herausfinden durfte. Am späten Dienstagnachmittag hatte ich dann endlich eine Servicekraft am Telefon, die mir empfahl, den Reset-Knopf zu drücken und zwar mindestens 45 Sekunden lang. Vielleicht "spinne" ja nur der kleine Computer im Rauchmelder. Wenn dies nicht helfe, sollte ich wieder anrufen.

Ruhepause von kurzer Dauer

Ich kletterte auf die Leiter, drückte den Knopf in der Mitte des Rauchmelders und zählte bis 50. Daraufhin piepste das Gerät noch einmal und blieb dann mehrere Tage lang stumm. Die rote Leuchtdiode blinkte zwar weiter, aber das störte mich kaum. Am Donnerstag gegen 23 Uhr stand ich dann wieder im Bett, aufgeschreckt von drei schrillen Warntönen, die von nun an alle fünf Minuten ertönen sollten. Mit dem Besenstiel drückte ich die Reset-Taste, das störende Geräusch verstummte für einige Stunden.

Zweiter Versuch bei Techem

Am Freitag (4.12.) rief ich zum zweiten Mal bei Techem an. Die Dame am anderen Ende der Leitung notierte sich meine Anschrift und Telefonnummer und versprach, demnächst würde ein Monteur bei mir anrufen, um einen Termin zu vereinbaren. Doch kein redensartiges Schwein rief mich an und der Besenstiel wurde mein bester Freund im Kampf gegen den Rauchmelder.

Bürokratie in Deutschland

Am Freitag, dem 11.12. rief ich schließlich zum dritten Mal bei Techem an. Ich erfuhr, dass die Terminvergabe der Monteure inzwischen auf ein hoch bürokratisches Verfahren umgestellt worden sei, bei dem Briefe an die Kunden geschrieben würden. Mein Kundenbrief wäre bereits gestern (am 10.12) geschrieben worden und sei wohl heute (am 11.12). abgesandt worden. Einigermaßen dringlich wollte ich wissen, was nun in dem geheimnisvollen Brief stehe. Freudige Botschaft, der Besuch des Monteurs würde bereits für Montag, den 21.12. angekündigt. Bis dahin sollte ich den Rauchmelder abschrauben (kräftig entgegen dem Uhrzeigersinn drehen) und im Kühlschrank deponieren. Ich stieg wieder auf die Leiter und versuchte, kräftig zu drehen. Schließlich gab ich es auf, wollte nicht der Trottel sein, der den Rauchmelder kaputt gemacht habe und bezahlen müsse.

Opfer einer Verschwörung?

Mein Besenstiel und ich finden es nicht in Ordnung, dass man fast einen Monat auf die Reparatur eines stark die Privatsphäre störenden Geräts warten muss. Und das Internet gibt mir recht: Verschwörungsfreunde wollen herausgefunden haben, dass diese Rauchmelder deutsche Ureinwohner bespitzeln und verstrahlen, beides im Auftrag des internationalen Finanzkapitals. Doch die Wahrheit ist noch viel grausamer: Es gibt eine Verschwörung von Techem und HWG, um ihre Mieter durch unbrauchbare Technik und durchgeknallte Reparaturtipps zum Wahnsinn zu treiben, unabhängig von Rasse und Religion!
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