Krippenspiel zur Christvesper am Heiligabend 2014 in der ev. Kirche St. Liudger und Maternus in Unterrißdorf

Altartisch der Unterrißdorfer Kirche
      Lutherstadt Eisleben: ev. Kirche Unterrißdorf |

Altar in der Unterrißdorfer Kirche

In der Mitte des Altartisches ist immer Heilige Nacht (siehe Foto).
Hier schaut Maria andächtig auf das neu geborene Jesuskind in der Krippe. Josef macht derweilen rätselhafte Handbewegungen. Ein Engel kniet dort als betender Betrachter, während sich der andere mit einer wärmenden Decke zu schaffen macht. Auch Hirten sind schon zur Stelle, und Tiere wärmen den Stall.
Hier unten kann man nach allen aufregenden Heiligengeschichten wieder Ruhe finden und diese Versammlung verlassen wie die Hirten den Stall von Bethlehem:
"Sie kehrten wieder um, priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war."

Krippenspiel für die Christvesper in Unterrißdorf 24.12.2014 um 17.00 Uhr

von Frithjof Grohmann - Dezember 2014

Prolog des Verfassers:
Zu Heiligabend morgens ist recht nett,
wenn man da lesen kann in der MZ,
dass man da aufführt wohl an vielen Orten
manch Krippenspiele der verschied´nen Sorten.
Es war nun jahrelang hier unser Stil:
Es war bereit ein kleines Krippenspiel,
womit die Weihnachtsbotschaft Jahr für Jahr
wir stellten hier nicht nur gelesen dar.
Das kann nicht uferlos so weitergehn.
Man sucht vergeblich nach neuen Ideen,
und abgesehen mal von dieser Qual
wird fehlen bald das nöt´ge Personal.
In früher´n Jahren größre Kinderscharen
noch im Bestand unsrer Gemeinden waren.
Da konnten spielen wir mit vielen Hirten,
mit Engeln, Weisen und mehreren Wirten.
Doch heutzutage, was nun gar nicht fetzt,
schon mancher Spieler zweifach war besetzt.
Alles hat seine Zeit. Ich sage an,
dass das nicht ewig weitergehen kann.
Egal, ob es enttäuscht und nicht gefällt:
Die Krippenspiele werden eingestellt.

Alle rufen laut (wiederholend) : „Schaaade“, „oooooch“,
„noch nicht“, „och neee“, „nein bitte nicht“, „warum ???“
(usw. …)
Sprecherin 2 (kommt während dieser Rufe nach vorn):
Vielleicht muss es nicht grade heute sein,
dass wir die Krippenspiele stellen ein.
Denn wenn uns zwar das Personal wird knapp,
da hinten deutlich ich gesehen hab,
dass noch jemand bereit ist, hier zu stehn,
damit von der Geschichte wir was sehn.
Aufhören können wir auch nächstes Jahr
und stellen nochmal kurz und bündig dar,
(Maria kommt nach vorne)
was Gott für seine Menschheit eingebracht
in Bethlehem in dieser Heil´gen Nacht.
(zum Pfarrer, der nicht widerspricht:)
Wenn das jetzt hier so nochmal recht sein kann,
fängt die Geschichte mit Maria an (zeigt auf Maria)
(Pfarrer verschwindet widerstandlos)

Maria Wir sind sehr weitgereist von Nazareth.
Umsonst wir haben hier gesucht ein Bett.
Es hat uns das Finanzamt hergetrieben.
In Steuerlisten werden wir geschrieben.
Weil die Quartiere voll sind überall,
gab man uns eine Bleibe in dem Stall.
Wir sind bereit, uns so hier durchzuboxen.
Es wärmen uns die Esel und die Ochsen.
Hier bringe ich, weil Gott es so gefällt,
der Menschen Heil als kleines Kind zur Welt.
Stallknecht (kommt mit einer Ladung Stroh auf der Mistgabel)
Tagtäglich ich zu diesem Stalle trabe.
Bin froh, dass fest ich diese Arbeit habe.
Heut bringe Stroh ich nicht nur zu den Tieren.
Die junge Frau da drin soll ja nicht frieren!
Sprecherin 2 (zum Stallknecht:)
He du - es ist uns heute sehr fatal:
Wir haben etwas wenig Personal!
Bleib doch bei dieser Frau ein Weilchen stehn,
damit wir bei Maria Josef sehn.
Du kannst das ohne Sorge gerne wagen
Du kannst da stehen ohne was zu sagen.
Stallknecht Ich freue mich und stelle gern mit dar
in diesem Stall das hochheilige Paar,
zumal der Josef dort in jenen Tagen
ebenfalls hatte wenig wohl zu sagen …
Sprecherin 2 So ist der Stall mit Personal versorgt,
indem den Josef wir uns ausgeborgt.
Hirte Ich könnte stellen einen Hirten dar.
Ein bisschen weiß ich, wie das damals war.
Für diesen Job sich nicht gleich jeder fand.
In der Gesellschaft standen wir am Rand.
Die meisten um uns einen Bogen machten
und keine Achtung uns entgegenbrachten.
Drum darf die Menschheit wundern sich bis heute,
dass Gott sprach an zuerst die kleinen Leute.
Die Nacht bei Bethlehem war kalt und klar.
Wir hingen rum, wie Nacht für Nacht es war.
Langweilig war`s. In unserm schlichten Leben
hat´s Tag für Tag kaum Neues mal gegeben.
Doch diese Nacht bleibt allen unvergessen,
wie wir am warmen Feuer da gesessen,
als völlig Ungewohntes da geschehn:
Wir konnten Gottes Boten hörn und sehn.
Er stand nah bei uns in ganz hellem Licht
und sagte deutlich uns:
Engel 1 Fürchtet euch nicht!
Ich darf von Gott die Nachricht euch verkünden:
Ein Kind in einem Stall ihr werdet finden.
In diesem Kinde kommt euch Gott ganz nah.
Zu eurer Rettung dieses heut geschah.
Geht hin und sucht nach diesem Stallgebäude!
Ihr werdet finden dort sehr große Freude!
In diesem Kinde macht sich Gott ganz klein,
als euer Retter unter euch zu sein.
Hirte Und plötzlich blieb der Bote nicht allein.
(Übrige Engel treten herzu)
Es war uns, als ob in des Lichtes Schein
solche Gestalten kamen hergelaufen
und sammelten sich hier in großen Haufen.
Die haben dann geredet und gesungen,
dass es nach Gottes Frieden hat geklungen,
der leider uns im Leben ging verloren.
Den bringt uns wieder, der im Stall geboren.
Engel 2 Ehre sei Gott, der will, dass auf der Erde
für euch und alle Menschen Friede werde!
Engel 3 Ehre sei Gott! Er schenkt den Frieden allen,
die sich von ihm das lassen gern gefallen.
Engel 4 Ehre sei Gott! Von Herzen er euch liebt,
dass zur Erlösung seinen Sohn er gibt.
Engel 5 Ehre sei Gott! Gebt Ehre ihm allein!
So wird das Leben voller Frieden sein.
Engel 6 Ehre sei Gott! So kommen Große wie auch Kleine
zu seinem Frieden - und mit Gott ins Reine.
Hirte Dann war´n sie weg, und man sah keine Spuren,
nachdem sie von uns wie zum Himmel fuhren.
`Ne Weile waren wir dann ganz benommen
von dem, was plötzlich über uns gekommen.
Doch dann uns fasste diese Freude an,
die alles in Bewegung bringen kann.
Wenn mans gehört, was Gott uns lässt geschehn,
es lohnt sich, ohne Zögern loszugehn,
die Suche nach dem Heil sofort zu starten
und nicht auf irgendetwas noch zu warten.
Ich klemmte untern Arm ein Lamm noch schnell,
das Kind zu wärmen mit dem weichen Fell.
(Er geht zur Krippe und übergibt Josef das Lamm – der legt es in das Stroh.)
Die Hirten waren hier herangetreten,
und tief beglückt begannen sie zu beten:
Komm rein in unser Leben, Jesu Christ.
Die Tür des Herzens für DICH offen ist.
Ach ziehe gnädig rettend bei uns ein.
Dein Freundlichkeit uns allen hier erschein!
Dein Heil´ger Geist uns führe und geleit´
den Weg zu Gott in ew´ger Seligkeit.
Dem Namen DEIN, o Jesu, unser Herr,
sei jetzt und ewig Dank und Preis und Ehr´.
Sprecher 1 Maria irgendwann sich schlafen legt
und ist von diesen Worten tief bewegt.
Dann kamen später ein paar feine Herrn.
Sie waren aufgebrochen weit von fern.
Es waren Könige, so nimmt man an,
weil am Geschenk man das erkennen kann:
Weihrauch und Gold und Myrrhe brachten sie!
Im Mittelstand man hatte so was nie.
Weiser 1 Man kann gespannt sein, wo in dieser Stadt
den neuen König man geboren hat.
Weiser 2 Das kann nur im Palast des Königs sein.
Hier ist der Eingang. Lasst uns gehn hinein!
Weiser 3 Endlich am Ziel! Jetzt ich mich richtig freue!
Wie wird der König aussehn, dieser neue?
Josef Das war ein Fehler, den sie da gemacht.
Er hat ganz schlimmes Unglück eingebracht!
Sie redeten da auf Herodes ein:
„Ein neuer König muss geboren sein!“
Als sie nicht wiederkehrten in sein Haus,
gab in der Machtgier er Befehle aus,
man töte alle Knaben, die noch klein.
Er wollte König konkurrenzlos sein.
Vor solchem Mord hat Gott dies Kind bewahrt.
Denn er befahl mir auf seltsame Art,
von diesem Ort hier umgehend zu fliehn
und erstmal nach Aegypten umzuziehn.
Sprecher 1 Die Weisen waren ziemlich irritiert:
Hat dieser Stern sie etwa falsch geführt?
Sie ahnten nicht, dass Gott sich macht ganz klein,
um allen Menschen spürbar nah zu sein.
Zielstrebig suchten sie nun weiter gern,
wohin sie weisen wird der helle Stern.
Weiser 1 Der große Stern mit seinem hellen Schein
weist deutlich uns in diesen Stall hinein.
Will er uns kurz vor´m Ziel verwirren?
Kann man sich wirklich so grundlegend irren?
Weiser 2 Wie kann ein König hier geboren sein?
Das will mir nicht in meinen Schädel rein.
So ärmlich, wie die Bude hier sieht aus,
ist nie und nimmer das ein Königshaus!
Weiser 3 Soll hier in dem verlotterten Gelände
die lange Reise sein für uns zu Ende?
Doch macht es diesmal mir hier gar nichts aus,
mal reinzuschaun in so ein armes Haus.
(gehen ganz an die Krippe und legen ihre Geschenke ab)
Sprecherin 2 Das war ihr Glück, in diesen Stall zu gehn!
Endlich sie konnten den Gesuchten sehn.
Sie fanden keine königliche Sippe.
Der König lag in einer Futterkrippe.
Bei seinem Anblick dort auf Heu und Stroh
auch sie – wie jene Hirten – wurden froh.
Weiser 1
Wir sahen hier den Retter – Gottes Sohn.
Beglückt erkannten wir der Reise Lohn.
Gott hat uns schließlich zu ihm finden lassen.
Weiser 2
Die große Freude konnten wir kaum fassen,
die uns in diesem Stalle rührte an.
Weiser 3
Auch heute jeder sich so freuen kann,
der aufbricht, um zu wagen diesen Schritt,
einfach zu kommen an die Krippe mit,
zu ahnen hier den Sinn der Heil´gen Nacht:
Das Leben wird durch Jesus heil gemacht.
Gott will, dass allen Menschen auf der Erde
die Zugangstür hierfür geöffnet werde.
Man darf da durchgehn und muss sich nicht scheuen,
um sich befreit und neu dann sehr zu freuen.

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