Wer gruselt sich?

Wer gruselt sich? Corneila Jauernik las aus verschiedenen Grusel-Büchern vor.
 
Ein Rundumblick in dem Raum, wo die Geschichten vorgetragen wurden
Lutherstadt Eisleben: Stadtbibliothek |

Die Stadtbibliothek hat am 2.11.2017 zu einer Lesung eingeladen, in der schaurig-schöne Gruselgeschichten vorgetragen.

„Nicht erschrecken, das Licht geht gleich aus!“, spricht Frau Jauernik in den Raum zu den knapp 10 Leuten, die sich am dunkeln klaren Abend des 2. November in der Eisleber Stadtbibliothek eingefunden haben.
So ging das Licht aus und Corneila Jauernik, die Leiterin der Stadtbibliothek fing an, nach dem Ausschalten des Lichts, im Schein der Leselampe an ihrem zusätzlich von kleinen Teelichtern erleuchteten Platz, die Geschichten vorzulesen.
Gruselgschichten? Und das kurz nach Halloween, denn Gruseln und mystische fantastische Geschichten haben keine Saison.
Denn diese nehmen uns in Beschlag und fesseln uns – sie erzeugen ein wahres Kino im Kopf.
Denn der Grusel entsteht im Kopf und die wahren Meister des Fachs sind darin sehr gut, in uns die Bilder im Kopf zu wecken und um unsere Fantasie wieder mal auf eine Reise zu führen.
Dabei sind es klar die Großen des Fachs, unter anderem Edgar Allan Poe oder auch Johann Wolfgang von Goethe, der von Frau Jauernik, der Leiterin der Stadtbibliothek mehrfach vorgetragen wurden.
Doch auch unbekannte - und nicht minder gute – Autoren fanden den Weg in das rund einstündige literarische Repertoire, was uns an verschiedener Plätze auf der Welt führte, unter anderem nach Transsylvanien oder auch nach England.
Unter anderem auch der Autor Simon Elwys, dessen Geschichte „Angst“ mir besonders gefiel.
Dort wurde ein rüpelhafter Junge aus der Großstadt London von Verwandten auf einer Reise auf das Land mitgenommen, wo er sich langweilt. Denn: der Junge findet das Landleben langweilig, weil er nur das aufgeregte laute und reizüberflutete Leben in der Stadt kennt und dort viel Mist macht.
Anschließend bei einem Spaziergang tut er viele ungute Dinge: er raucht im Wald, schmeißt die Kippe weg in den tiefen Wald rein, trinkt eine Cola und wirft die leere, mit dem Fuß zerdrückte Dose einfach sorglos in den Wald, reißt von den Bäumen die Blätter mit Wut ab und noch vieles mehr – ja: Gesellschaftskritik lässt grüßen – und der Junge verschwindet und versinkt im Erdboden. Dort kämpft er mit seinem Leben und – so der Titel – einen Kampf mit der Angst.
Er verliert die Lebenskraft und hält sich verzweifelt dann kraftlos an einem Stock fest – er wird immer schwächer und schwächer. Seine Eltern suchen ihn, alarmieren die Polizei, so dass diese nach dem Jungen 5 Tage lang vergeblich den Jungen finden will.
Und der Junge ist zum Schluss zur Vogelscheuche geworden, wo die Eltern ihn sehen, als diese nach ihrer Reise wieder auf dem Weg Richtung Bahnhof zum Zug nach London sind.
Das ist mehr als ein guter Grund, wieder auf die Lesungen der Stadtbibliothek Eisleben zu gehen.
Denn beim nächsten Mal wird es gemütlich sowie weihnachtlich: Ulrich Fischer, der Intendant des Theaters Eisleben, lädt zur nächsten Lesung.
Diese ist am Montag, den 18. Dezember 2017 um 18 Uhr in der Stadtbibliothek in der Lutherstadt Eisleben, Sangerhäuser Straße 14 sein.
Es wird keine klassische einfache Lesung an sich, sondern eine eigene Weihnachtsinterpretation wird es geben. Was genau, weiß man nicht.
Ein Grund mehr, gerade zur Weihnachtszeit näher zueinander zu kommen und einfach sich verzaubern zu lassen.
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Weiterveröffentlichungen:

Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.Mitteldeutsche Zeitung | Erschienen am 14.11.2017
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