Die erste Ballonfahrt meines Lebens

Luft muss rein
 
Die ersten starten
Lutherstadt Eisleben: Wiesenmarkt | Der Anruf kam am Donnerstagvormittag um dreiviertel Zehn und brachte die ruhige Routine meines Arbeitstages ganz schön aus der Bahn! Als ich aus dem Handy hörte: "Seitz vom Thomapyrin-Cup. Sie haben gewonnen!", da hätte ich keinen Ballon zu Abheben gebraucht, ich schwebte wie auf Wolken. Ja, ich wünschte mir seit langem eine Ballonfahrt und hatte mich beim Gewinnspiel beworben, doch nie geglaubt, so viel Glück zu haben. Beim "Wochenspiegel" war mir Fortuna hold und ich durfte mich auf die erste Ballonfahrt meines Lebens freuen. Nun lief ich mit einem Dauergrinsen im Gesicht herum und freute mich sehr auf den Start am ersten Tag der Kleinen Wiese in Eisleben. Doch noch musste ich die Wartezeit überbrücken. Wenn geteiltes Leid halbes Leid ist, dann ist geteilte Freude doppelte Freude. Also ließ ich auf den verschiedensten elektronischen Wegen meine Familie und Freunde an meiner Vorfreude teilhaben (und war mit dem Beantworten der Nachrichten gut beschäftigt).
Am Freitag machte ich mich dann auf den Weg nach Eisleben zum Startplatz des Ballons, begleitet von meinem Mann, einem Sohn und zwei Enkelkindern, die miterleben wollten, wie Oma in die Luft geht. Doch vor dem Vergnügen gab es die Arbeit des Aufbaus. Das Meiste wurde von den Ballonfahrern zwar selbst erledigt, doch man erlebte, wie lange es dauert, bis der Korb und der Ballon abfahrtbereit sind. (Dass es nicht fliegen heißt, hatte ich mir schon gemerkt.) Das gesamte Startgelände war bald voll mit Ballons, die sich nach und nach mit Luft füllten und immer größer wurden, bis sie durch warme Luft aufgerichtet wurden. Nun konnten die Passagiere in den Korb klettern. Mit mir fuhren ein weiterer Gewinner und eine Redakteurin vom "Wochenspiegel" sowie zwei junge Frauen aus Leipzig. Als einer der Letzten hob unser blauer Thomapyrin-Ballon ab. Im Bogen ging die Fahrt direkt über die Eisleber Innenstadt, ein wahrhaft schöner Anblick! Mit gemächlichen 5 km/h ging es ruhig voran. Die Stille dort oben, dieser herrliche Blick in die Ferne, dieses sanfte Schweben ist ein mit keiner anderen Fortbewegungsart in der Luft zu vergleichendes Gefühl. Allerdings merkt man auch, wie sehr der Mensch und der Ballon vom Wetter abhängig ist. Am Stadtrand von Eisleben trat eine Flaute ein. Auch in größerer Fahrthöhe wurde es nicht besser, der Ballon stand förmlich in der Luft geparkt. Den in Sichtweite befindlichen anderen Ballons ging es nicht besser. Nun ging es nur noch darum, einen Landeplatz zu finden. Auf einem freien, gepflügten Feld in der Nähe der Querfurter Straße berührte der Ballon nach einer knappen Stunde wieder die Erde. Nun folgte der anstrengende Teil, den Ballon wieder zusammen zu legen und im Hänger zu verstauen. Doch mit vereinten Kräften klappte es rasch. Der Fahrer vom Rückhol-Auto mit dem Hänger hatte zum Glück einen Weg zu uns auf dem Feld gefunden. Und als wir zurück zur Straße kamen, sahen wir die anderen Ballons, die auf der Querfurter Straße notlanden mussten. Trotzdem waren alle gut und sicher unten angekommen und sämtliche Passagiere wohlauf.
Zurück gekehrt zum Startplatz gab es noch einen kleinen Umtrunk zur Ballonfahrer-Taufe und für alle die Urkunde über ihre erfolgreiche Ballonpremiere. Ich darf mich nun "Gräfin Isolde, über Eisleben erhebende Edelfrau, zur sanften Landung hinter Eisleben" nennen!
Am Samstag sah ich dann "meinen" Ballon wieder beim Ballonglühen am Abend.
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Siegfried Behrens aus Halberstadt | 28.09.2015 | 18:28   Melden
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