die 99 schönsten Plätze aus dem Kreis Mansfeld-Südharz - Pyramiden vor der Haustür

Blick von der Lutherstadt Eisleben auf die Halde bei Volkstedt
Lutherstadt Eisleben: Fortschrittschacht |

Erkundung einzigartiger Relikte der Geschichte im Mansfelder Land


Auswärtige sind meist sehr erstaunt, wenn sie durch das hügelige Mansfelder Land in Richtung Harz fahren. Entlang der B180, zwischen Lutherstadt Eisleben und Hettstedt gelegen, westlich von Halle, türmen sich Flach- als auch Spitzhalden, welche vergleichbar mit Pyramiden aus der Landschaft ragen, auf.


Oft schon sah ich erstaunte Blicke meiner Mitfahrenden. Dann kam die immer wiederkehrende Frage, was das wohl für Berge seien. Schmunzelnd erklärte ich spaßig, es seien Pyramiden, welche sich einfach verirrt haben.
Nicht nur auf Durchreisende, nein, auch auf Einheimische wirken diese Abraumhalden anziehend.


Bis Ende der 1960er Jahre wurden im Mansfelder Land seit über 80 Jahren Kupferschiefer unter Tage abgebaut und zu Kupfer verarbeitet. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts wurden dazu in der Mitte der Mansfelder Mulde große Zentralschächte angelegt. Der entstandene Abraum wurde ursprünglich zu Flachhalden aufgeschüttet. Auf ihnen entstanden ab 1941 gewaltige Spitzhalden. Mit 153 Metern ist die höchste „Pyramide“ in der Nähe der Lutherstadt Eisleben, bei Volkstedt zu finden. Sie entstand am ehemaligen Wolf- bzw. Fortschrittschacht I. Diese kann mit einem Kegelvolumen von 8,5 Mio. Kubikmetern aufwarten. Hier wurde 1994 von jungen Leuten ein Gipfelkreuz auf der Spitze errichtet. Dieses ist, beschaut man sich die „Pyramiden“ nicht nur oberflächlich, weithin zu sehen.


In jüngster Zeit wurde geforscht, ob die Halden wirtschaftlich Verwendung finden können. So könne aus den Flachhalden durch nachhaltige Aufbereitung Wertmetalle, vor allem Kupfer und Silber, erfolgsversprechend extrahiert werden. Es sei jedoch zu überlegen, ob genügend verwendbares Material vorhanden sei.


Die Haldenlandschaft hat sich verändert. Einige wurden abgetragen, am Fortschrittschacht hat eine Firma die Halde gekauft, um daraus Baustoffe für den Straßenbau herzustellen.
Im Blickwinkel des Naturschutzes gewinnen die Halden im Mansfelder Land immer mehr an Bedeutung. So zeigt sich auf einigen Halden Bewuchs, können Tiere eine Heimat finden. Kluge Vögel nutzen die Halden zum Zerbersten ihrer in Schalen verborgenen Leckerbissen.


Die weithin sichtbaren Kegelhalden sind als Baudenkmäler ohnehin tabu.
Interessierten Menschen bietet sich einmal im Jahr die Möglichkeit einer Besteigung. In diesem Jahr wird am 21.06.2015 die Möglichkeit geboten, den rund 150 Meter langen Aufstieg in der Zeit von 10-16 Uhr zu wagen und vom Gipfelkreuz aus einen uneingeschränkten Blick auf das Mansfelder Land zu wagen. Von fachkundiger Seite kann der interessierte Besucher von Mitgliedern des Traditionsvereins interessante Details aus der Geschichte des Bergbaus, welcher das Bild und die Leute hier im Mansfelder Land prägten, erfahren.
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Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.Mitteldeutsche Zeitung | Erschienen am 10.06.2015
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Peter blei aus Südharz | 11.06.2015 | 22:10   Melden
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Siegfried Behrens aus Halberstadt | 12.06.2015 | 03:44   Melden
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Jacqueline Koch aus Eisleben | 12.06.2015 | 12:31   Melden
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Katrin Koch aus Friedersdorf | 12.06.2015 | 15:42   Melden
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Lothar Wobst aus Bitterfeld-Wolfen | 12.06.2015 | 15:50   Melden
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Ellen Röder aus Alsleben (Saale) | 13.06.2015 | 16:58   Melden
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Jacqueline Koch aus Eisleben | 13.06.2015 | 17:06   Melden
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Dieter Gantz aus Querfurt | 24.06.2015 | 15:25   Melden
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