Spaß mit mehr dahinter!

 

Am 23. November 2016 las Wolfgang "Wollefjank" Haase aus seinen Texten in "Mansfäller" Mundart und hat fast 80 Leute in die Eisleber Stadtbibliothek strömen lassen und diese alle begeistert.
Wie auch unseren MZ-Bürgerreporter Mathias Hoppe, der jetzt aus seinem Tagebuch die Lesung Revue passieren lässt.

Ein Text aus dem Tagebuch "Fehl am Platz - das Leben danach" von Mathias Hoppe. Originaltext (C) 2016 Mathias Hoppe - MH COMICS


Tagebucheintrag:
23. November 2016
Am Abend noch ein bisschen Spaß machen

Ich ging in den Abend Richtung Bücherei.
Habe es letztens beim Mangas kaufen bei Thalia in Eisleben auf einem Poster entdeckt.
Heute liest ein Wollefjank in der Stadtbibliothek Eisleben!
Kenne ich ja noch nicht, doch...klar, musste ich da hin!
Weil ich selbst sehr gerne auf Lesungen gehe und selbst auch besonders an Literatur interessiert bin – nicht nur im Bereich Manga, Comic und Graphic Novel.
Weil ich auch gerne auf die Menschen hinter den Büchern treffe – und dies inspirierend ist!
So ging ich in Richtung Sangerhäuser Straße an den Knappenbrunnen vorbei.
Es ist bereits dunkel.
Es ist zum Glück gutes Wetter. Zwar kalt, aber kein Regen.
Ich gehe in den von mir als "Literaturtempel" bezeichneten und sehr gern besuchten Ort!
Ich merke, als ich rein gehe, dass es lauter ist, als wie bei anderen Lesungen.
Auf ungefähr 9 (ich habe nicht mitgezählt) im ersten Stock der Bibliothek aufgebauten Stuhlreihen sind bereits die ersten acht Stuhl-Reihen vollends besetzt. Ich setze mich hinten in die letzte Reihe hin und es geht los!
Die Bude ist rammelvoll!
So müssten auch andere Lesungen sein!
Da kommen Texte in Mansfäller Mundart und lustige und doch auf die Gesellschaft kritisch ausgerichtete Musik: von Friedel, Günter, Herbert (der „General-Bass“) sowie Frank – von der „Amadeus Boygroup“ – alles sehr lustige Männer, deren Aufgabe es ist nicht nur zu unterhalten – auch, damit das zunehmende Sprachensterben für die Mansfäller Mundart nicht das Aussterben bedeutet.
Und vor allem unser 82-jähriger Wollefjank, für den der Mansfäller Dialekt eine wichtige Lebenssache und eine Bestimmung ist.
Ich bin amüsiert über die lustigen Texte und auch die Lieder – doch sehe auch zwischen den Zeilen die Sorgen, auf die diese offensichtlich lustigen Texte fußen: der Schönheitswahn und der Hang zum Körperkult, Selbstaskese und Selbstoptimierung - die Geschichte mit der „zwweten Waache“ oder auch den Wegfall von Traditionen im gesellschaftlichen Leben – wie mit der Geschichte mit dem Laden oder das Lied mit der Hettstedter Eisenbahn – dass der Spaß nicht zu kurz kommen darf, egal, wie widrig oder "blöd" das Leben ist!
So ging ich groß erfreut wieder zurück in meine Wohnung.
Ich habe noch von Wollefjank ein Heft dieser tollen Geschichten gekauft – auch wenn ich als eher hochdeutsch sprechender eher nicht „mansfällere“.
Es war einfach inspirierend!
Doch ein großer Spaß wird es bestimmt sein, bei Bekannten später auf Familienfeiern daraus vorzulesen und zum Lachen zu animieren.
Solche tiefsinnigen Geschichten sollten öfter gelesen werden – und darüber nachgedacht werden!
Es steckt darin auch sehr viel von Haltung und positiven Werten!
Auch wenn das Mansfällerische sehr direkt und auf den ersten Blick „unhöflich“ und platt oder naiv erscheinen mag.
„Där Mansfäller is halt direckt“, so Wollefjank!
2
Diesen Mitgliedern gefällt das:
 auf anderen WebseitenSendenMelden
1 Kommentar
67
Isolde Kakoschky aus Gerbstedt | 28.11.2016 | 17:34   Melden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.