Als Luther in die Schule kam

Betont, dass Bildung wichtig ist: Professor Dr. Margot Käßmann in der St. Georg-Kirche in Mansfeld
 
Zwei Lehrer: der alte Lehrer Johannes Ledener (Dirk Fuhlert, links) und Lehrer Sonntag (gespielt von Andreas Sonntag)

Am 11.4.2015 gab es wieder die Festlichkeiten zu Luthers Einschulung in Mansfeld. Mit vielen Gästen, großem Programm und viel Freude.

Vor 527 Jahren wurde er in Mansfeld eingeschult – und ist gerade in der heutigen Zeit ein Sinnblid für freies Denken und Autonomie im Handeln: Martin Luther. Es wurde wieder die Einschulung von Matrin Luther mit einem großen Fest auf dem Marktplatz in Mansfeld und darüber hinaus gefeiert.
Um halb zehn gab es in der St. Georg-Kriche einen Festgottesdienst. Und in diesem Jahr kam soagr die Reformationsbotschafterin Professor Dr. Margot Käßmann, Botschafterin des Rates der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD) nach Mansfeld.
In ihrer Predigt hob sie hervor, dass die Kirche immer eine „lernende Kirche“ ist, also immer bereit ist für Reformation – dabei stets getragen von Gott und den Tatsachen in den Geschichten der Bibel, damit diese Menschen mit der Güte getragen werden können. Käßmann nach beginnt nicht mit der Schule „der Ernst des Lebens“, das „soziale Lernen“ setze schon viel früher in der Kindheit ein und wird aktuell von der Hirnforschung wieder oft und breit postuliert – die Leute um Luther um 1500 wussten es schon damals – ohne die Hirnfoschung. Man brauche eine Bildung, die allen offen steht und dies ohne Barrieren – wie bei der Inklusion. Luther wollte schon damals, dass die Leute sprachlich ausdrucksfähig sind. Wenn die Eltern keine Haltung vermitteln können, müssten es andere Bezugspersonen tun – denn nur auf diese Weise kann bei den Kindern sowas wie die Resilienz entstehen – dass die Kinder an ihren Niederlagen nicht verzweifeln und an ihnen sogar wachsen können. Und: Selbstvertrauen entsteht nicht nur durch Vertrauen in sich und andere, sondern auch durch Gottvertrauen – dies hob Käßmann besonders hervor. Gott sagt, dass er gut ist und die Menschen mit dieser Haltung Gutes versuchen können.
Und: der zunehmende Fundamentalismus und die Diktaturen wollen nicht, dass Menschen mündig sind und selbst denken. Luther lernte damals schon sehr früh, selbst von sich aus zu denken.
Dabei wurde die Predigt immer umrahmt durch ein Programm der evangelischen Grundschule „Martin Luther“ in Hettstedt und anderen Liedern von Kantorin Almut Noack und dem Pfarrer Matthias Paul – stets aktuelle Entwicklungen und Probleme im Blick, wie Umweltverschmutzung, Konflikte unter den Menschen untereinander oder auch die Geldgier.
Nach 11 Uhr ging es auf dem Mansfelder Marktplatz weiter: der alte und der neue Lehrer machten die Moderation und das Programm. Der alte traditionelle Lehrer aus Luthers Zeit wurde von Dirk Fuhlert und der neue stressbeladene und multitaskende aus der Gegenwart von Andreas Sonntag gespielt. Musik gab es auch von vielen Gruppen, unter anderem die Band „Tunichtgut“ aus Sangerhausen, die mit ihrer Irish-Folk-Musik die Mengen begeisterten. Auf einem nebenan am Lutherbrunnen aufgebauten Mittelalterbasar wurde vieles geboten – von natürlichen Seifen aus Nordhausen, altes Korb-Handwerk aus Neudorf bis zur „Buchbinderey“ von Jens König aus den Mitteldeutschen Werkstätten Eisleben, der einer der ganz wenigen in Deutschland ist, die das alte Handwerk des Buchbindens (noch) beherrschen.
Und da dürfen auch die tollen Leckereien wie Fladenbrot, Gegrilltes und auch viele Getränke nicht fehlen. Und auch Kaffee und Kuchen, was es am Johanniter-Pflegeheim gab. Und um 14 Uhr gab es am Elternhaus von Luther die Vorführung aus der Zeit nach dem ersten Schultag des kleinen jungen Reformators, alles gespielt von Laiendarstellern und auch von Kindern. Das gab es an diesen schönen Tag, wo nicht nur das Programm glänzen konnte – das Wetter zeigte sich mit 22 Grad und Sonnenschein ebenso von seiner besten Seite!
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Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.Mittdeldeutsche Zeitung | Erschienen am 06.05.2015
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