Und du, mein Schatz!

Luther-Bilder - gemalt von Kindern aus der Umgebung.
  Lutherstadt Eisleben: Marktplatz |

Der evangelische Kirchenkreis Eisleben-Sömmerda hat in Eisleben vom 17. bis 19. Juni 2016 den Kreiskirchentag in Eisleben mit vielfältigen Aktionen gefeiert. Ein Bericht von Mathias Hoppe.

Bei der Eröffnung waren der Superintendent Andreas Berger da, der den Kirchentag gemeinsam mit Jutta Fischer und der Propst Dr. Johann Schneider, dem Regionalbischof der Evangelischen Kirche Mitteldeutschlands eröffnet hat. Als es losging, läuteten die Glocken aller Kirchen in der Lutherstadt.
Anschließend ging es in einer Morgenandacht ins gemeinsame Singen und gerade die Gemeinsamkeit ist sehr wichtig. Denn das Zusammensein ist in unserer zunehmend sozial immer weiter fragmentierten Gesellschaft nicht mehr selbstverständlich.

Zu hören waren bewegende Worte: „Wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz. (Aus dem Psalmen) Untermalt waren diese von Musik, die von Bläsern des Kirchenkreises gespielt wurden. Sowieso hat die Musik eine wichtige Funktion im christlichen Glauben. Sie ist einerseits Vergnügungsfaktor und andererseits eine Bücke zu den vielen Menschen – auch die, die vielleicht noch nicht so vieles von der Kirche wissen oder noch nicht darauf zugegangen sind.
Viele in den Charts bekannte Musiker haben christliche Wurzeln: wie Xavier Naidoo oder Unheilig. Und christliche Lieder sind gerade wegen ihrer besonders intensiven und zum Nachdenken und zur Selbstreflexion anregenden Texte so richtig wertvoll.
Besonders bewegend war der Auftritt der Kirchenchöre aus dem ganzen Kirchenkreis Eisleben-Sömmerda in der Eisleber Andreaskirche. Musik verbindet!

Richtig laut und doch sehr gut wurde es da mit der Capoeira-Gruppe der „Escola Popular“. Escola Popular ist aus dem Portugiesischen und heißt so viel wie „Schule für alle Leute“. Diese Rhythmus-Gruppe ist aus Sangerhausen und aus Brücken und kooperiert mit dem Evangelischen Kirchenkreis Eisleben-Sömmerda und dem Jugend- und Kulturzentrum „TheO'door“ und der Kirchengemeinde Brücken. Mit Trommeln, Schellen und Figurentanz zeigten die begabten Tänzer erst auf der Bühne und später zogen sie trommelnd und tanzend durch die Stadt Eisleben. Capoeira wird nur mit dem Körper „gespielt“ und verbindet Gegensätze: Kampf und Tanz, Kraft und wiederum die Dynamik. Der Unterricht ist professionell angeleitet – durch Ruben Marschall, der bereits 18 Jahre Mitglied in der Escola Popular ist und über sehr viel (Menschen-)Kenntnis, die ihm und seinen Schülern in Workshops und den Kursen zugutekommt. Es fällt auf: in der Escola Popular trommeln viele verschiedene Menschen: Jungen und Mädchen, helle und dunkle Menschen und aus verschiedenen Kulturen. Sie verbindet die Lust an der Musik und am Spiel. Denn Escola Popular ist weltoffen, tolerant und bewegend – jeder kann mitmachen, der Interesse an Gemeinschaft und Engagement hat und die Würde der anderen achtet und für Respekt einsteht.

Verschiedene Musikgruppen spielten und sangen: wie Glory Seven oder „Kein Chor“. Und wem es mehr um Philosophieren und neue Erkenntnisse ging, konnte sich in den vielen Podiumsdiskussionen einbringen.
Beim Markt der Möglichkeiten konnte man viele Organisationen und Vereine treffen, die viele gute Dinge für die Gesellschaft tun. Es gab sehr viel, bei dem man Interessantes erfahren konnte wie „Integration durch Sport“, eine Vereinigung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Den Sportvereinen gehören mehr Menschen an als alle anderen Vereinigungen in Deutschland. Bei Integration durch Sport ist nächstes Jahr ein Lauf von Wittenberg nach Rom geplant mit Abschied durch den Papst – mit Menschen verschiedener Couleur: aus Deutschland, Eritrea, Sri Lanka oder Polen und viele mehr.

Bei der Regionalgemeinde im thüringischen Kölleda steht die Arbeit mit Flüchtlingen im Mittelpunkt: sie sollen auch am gesellschaftlichen Leben teilhaben wie jeder andere auch. An diesem Stand waren handgezeichnete Bilder zu sehen, die der 11-jährige Mohammad gezeichnet hatte, die sein Trauma durch den Krieg in Syrien aus der Perspektive eines Kindes zeigen und auch – noch wichtiger – die Hoffnung, die der junge Mohammad in der Gesellschaft in Deutschland sich wünscht. Auch Mohammads Bild einer Blume zeigt es: es muss die Hoffnung entstehen für jeden – symbolisiert durch die Blume.
Hilfe für Indien ist das große Anliegen vom Patenprojekt „Amy Carmichel“, welches seinen Sitz im thüringischen Weißensee hat. Es ist eine private indisch-deutsche Initiative, die die bedürftigen Kindern in Südindien den Zugang zu Bildung und für eine bessere Zukunftsperspektive ermöglichen soll. Denn was bei uns normal ist: Schule, Ernährung, Förderung der individuellen Talente, Freude und Kreativität ist in der Armut in Südindien den Kindern fremd.
Und: es kostet nicht viel: bereits ab 17,50 Euro pro Monat kann man ein Kind fördern. Das Projekt begann im Jahr 2004 und der Name beruht auf einer irischen Missionarin, die bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts in Südindien wirkte und vor allem Waisenkindern und Witwen half.

Auch das Christliche Jugenddorf in Sangerhausen ist dabei – sie nennen sich die „Chancengeber“. Keiner darf verloren gehen ist ein weiteres Motto – denn das CJD betreut zum Beispiel Menschen mit Beeinträchtigung. Dort werden immer Fachkräfte für das „Freiwillige Soziale Jahr“ (FSJ) und auch den Bundesfreiwilligendienst gesucht.
Weitere gute Initiativen stelle ich in weiteren Beiträgen in Interviews vor, die ich beim Kirchentag in Eisleben geführt habe.
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