Warum wir wählen, was wir wählen (oder nicht wählen gehen...)

Warum wir wählen, was wir wählen (oder nicht wählen gehen...)

Es ist beim Umhergehen durch Helbra auch bei mir zu merken: es ist bald wieder Wahl. Landtagswahl. Immerhin: 15 kleine und große Parteien buhlen um die Stimmen der Wählerschaft. Mathias Hoppe mit einen etwas anderen Blick auf die Wähler - von der wenig bekannten psychologischen Seite.

Als ich Mitte Februar zum Edeka in Helbra ging, sah ich Plakate von der SPD und auch einige Plakate der Partei DIE LINKE. Wahlsprüche sind „Brandstifter abschieben“ in Bezug auf demokratiefeindliche Kräfte oder auch „Damit kein Kind zurück bleibt – Bildung für alle“, was für das gemeinsame Lernen und der Inklusion zu werten ist. Auf den Fotos von mir sind alle Wahlplakate, die ich auf dem Weg Mitte Februar vom Wohnheim zum Edeka Helbra alle sah. Inzwischen einige Wochen später Ende Februar ist auch die CDU dabei. Jetzt Anfang März auch die ganzen anderen Parteien.
Es gibt jedoch nicht zu unterschätzende psychologische Faktoren, die die Wahl beeinflussen, wovon die meisten nichts wissen.
Dabei sagen speziell Psychologen, dass Persönlichkeitsmerkmale und persönliche Einstellungen zu einen großen Anteil auch die Partei zur Wahl bestimmen – der Wahlkampf der Parteien zielt zum größten Teil auf die Wähler, die noch kein Urteil gebildet haben. Wer an diesen Wahlkampf nicht teil nimmt, wählt oft der Persönlichkeit oder der Erfahrung entsprechend: Kreative und Menschen, die Veränderung wollen wählen „Die Linke“ oder die, die sich mit den christlichen Werten übereinstimmt fühlen (die aber immer weniger werden), kreuzen die CDU auf dem Wahlzettel an. Ist man für den Umweltschutz? Dann wählt man zum großen Teil die Grünen.
Auch die Motivation zur Wahl zu gehen ist ein Dreh- und Angelpunkt. Weil relativ viele sich über die Arbeit der Regierung eher enttäuscht fühlen, gehen auch immer weniger zur Wahl – die Wahlbeteiligungen setzten mit rund 30 bis 40 Prozent immer wiederholt historische Tiefststände. Und auch ein kleiner, doch nicht zu unterschlagender Faktor: das Wetter am Wahlsonntag. Je besser das Wetter, umso mehr sind bereit zum Wählen. Strömender Regen, Kälte und Schneegriesel? Dann gehe ich nicht wählen!
Dabei ist die freie demokratische Wahl ein Grundrecht zur Mitbestimmung an der Politik – viele Länder wie Nordkorea oder auch viele afrikanische Länder wie Somalia haben so eine freie demokratische Wahl nicht und die Menschen leiden massiv unter einer Diktatur.
Und auch der sozioökonomische Stand und die Bildung entscheiden mit: Leute aus der gebildeten Schicht wählen anders als Leute, die eine geringe Schulbildung haben.
Doch ein neuerlicher Faktor schwingt mit: die Flüchtlingskrise wird unser Wahlverhalten verändern, massiv beeinflussen und die Menschen polarisieren. In neueren Umfragen ist schon zu erkennen, dass die traditionellen Parteien, ihre Wähler an die AfD verlieren.
In letzten Umfragen im ARD-Sonntagstrend liegt die AfD bei etwa 16 Prozent, was auch für Sachsen-Anhalt erwartet wird. Dabei wird in diesen Wochen das Wählerverhalten jetzt in einer Studie in Haldensleben (Landkreis Börde) in Sachsen-Anhalt näher erforscht: das Meinungsforschungsinstitut Infratest Dimap hat eine Interview-Studie begonnen zu Motiven, Ansichten und den Ängsten sowie Hoffnungen der Wähler – Handelnsleben ist ein Wahlkreis, der nahezu gleiche Werte zum Gesamtergebnis der letzten Landtagswahl hatte.
Diese Studie wird einen neuen Blick auf den Wähler geben und sicher die Erkenntnis bringen, dass die Wahlkampf nach dem Prinzip „Gießkanne“ nicht viel bringt – denn wie man sieht, muss man sich als Politiker viele psychologische und die sozialen Faktoren anschauen und das Problem der Wahlmüdigkeit und Politikverdrossenheit ganzheitlich und mit allen Facetten ansehen und nähern muss. Die neue Forschung aus der Soziologie und der Psychologie zeigt: Mit ein paar CDU-Kugelschreibern und einem Tros von Politikern einer Partei auf dem Marktplatz und noch so freundlichen Blicken der Abgeordneten auf den Wahlplakaten ist es noch lange nicht getan...
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Peter Pannicke aus Wittenberg | 13.02.2016 | 08:13   Melden
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