Buntkicktgut - Die Interviews

Oussman Kofia - Trainer und Spieler bei Buntkicktgut.
   
David, Nick und Tao - drei junge Spieler von Buntkicktgut.

Das Buntkicktgut-Sommercamp gastierte in der Lutherstadt Eisleben. Mit Spielern und auch Trainern sprach Mathias Hoppe über Fußball, gelungene Integration und auch über die positiven nicht-sportlichen Wirkungen des Fußballs.

Interview Buntkicktgut

Spieler:

Wie heißt du?
Guleed.

Wie alt bist du?
Ich bin 20 Jahre alt.

Aus welchem Land kommst du?
Aus Somalia.

Wie bist du zu buntkicktgut gekommen?
Ich wohne in der Nähe von München und seit 2 Jahren spiele ich bei Buntkicktgut.
Wir sind dann nach München gekommen.

Seit wann spielst du Fußball?
Sehr lange, doch erst seit 2 Jahren bei buntkicktgut.

Was bedeutet der Fußball für Dich?
Am Fußball finde ich gut dass ich Spaß habe.

Du warst im Sommercamp.
Was hast du in Eisleben erlebt?

Ich bin hierher gekommen.
Jeden Morgen habe ich Training gemacht, nachmittags Ausflüge, wie nach Leipzig.

Was hat im Sommercamp besonders großen Spaß gemacht?
Das Training und das Fußball spielen.



Wie heißt du?
Nada.

Wie alt bist du?
Ich bin 14 Jahre alt.

Aus welchem Land kommst du?
Meine Eltern sind aus Togo, ich bin in Deutschland geboren.

Wie bist du zu buntkicktgut gekommen?
Viele meiner Verwandten spielen hier. Eine Freundin hat mich aufmerksam gemacht, ich solle mal bei buntkicktgut mitspielen und so spiele ich Fußball.

Seit wann spielst du Fußball?
Seit 2 Jahren.

Was bedeutet der Fußball für Dich?
Also für mich ist es eine große Leidenschaft. Bei mir zählt nicht das Gewinnen und Verlieren, sondern der Spaß.

Du warst im Sommercamp.
Was hast du in Eisleben erlebt?

Ich habe viele schöne, aber auch traurige Momente erlebt. Ich habe viele neue Leute kennen gelernt. Einfach eine neue Stadt gesehen. Eisleben ist friedlich und richtig süß, wie ein kleines Dörfchen.

Was hat im Sommercamp besonders großen Spaß gemacht?
Das so viele Teilnehmer teil genommen haben und meine Familie mitmachte. Buntkicktgut ist wie eine Art Familie.

Trainer:

Wie heißt du?
Oussman.

Aus welchem Land kommst du?
Aus Togo. Westafrika.

Seit wann spielst du Fußball?
Seit meinem ersten Lebensjahr [lacht].

Was bedeutet der Fußball für Dich?
Fußball ist mein Ein und Alles. Es geht um Gewinnen, Freunde und Spaß haben.
Er vermittelt Respekt, Disziplin und dass man an sich hart arbeiten muss.
Und für das Leben kann man es beim Fußball es lernen.
Man sieht beim Fußball, wie viele Farben zusammen kommen.
Es vermittelt Fairness – es bringt alle zusammen: egal, welche Farbe und wo du herkommst.

Der Begründer, Rüdiger Heid.

Wie heißen Sie? Von wo kommen Sie her?
Mein Name ist Rüdiger Heid. Ich komme aus Stuttgart.

Spielen sie selbst Fußball?
Ich spiele leidenschaftlich gerne Fußball – im Park und auf den Straßen. Wie im Englischen Garten in München. Und passiv mag ich – zugucken beim alten Verein VFB- Stuttgart.

Welche positiven sozialen Werte und Haltungen vermittelt der Fußball?
Fußball ist eine ganz phänomenale Geschichte. Man kann nicht nur mit dem Bewegungsapparat, mit dem Physischen artikulieren, sondern auch die sozialen Komponenten. Es ist eine Team-Sportart. Du musst da lernen, sozial zu interagieren. Man muss sich permanent einordnen, zuordnen, trainieren in der Gruppe. Man muss seine Positionen finden und halten. Gleichzeitig auch Verantwortung übernehmen. Sonst bis du kein Team. Selbständigkeit übernehmen. Improvisationstalent. Organisationstalent. Kommunikation. Sich mit anderen mit einer Art und Wiese verständigen, dass ein Spiel zustande kommt.

Warum begeistert der Fußball so viele Menschen – unabhängig von der Religion und der Herkunft?
Das ist für mich selbst ein Phänomen – für mich selbst eine Frage! Es ist fast wie eine Art eigene Religion. Es ist Fußball, Und wir machen aktiv Arbeit in Afrika, in Serbien. Die nicht so materiell ausgestattet sind wie Deutschland. Dann man ohne besonderes Equipment - Kinder spielen barfuß mit einem zusammen gebastelten Ball Fußball. Oder wir als Schüler: wir haben mit einer Cola-Dose Fußball auf dem Weg nach Hause gespielt. Es heißt: du brauchst nicht viel – es kann ohne große Vorbereitung gespielt werden. Daraus hat sich ein Spiel mit bestimmten besonderen Regeln aufgebaut. Und die kennt jeder.

Wie ging das Sommercamp vonstatten?
Die Sommer-Camps haben sich bei Buntkicktgut über 15 Jahre entwickelt. 2002 war das erste mit 25 Kindern aus zwei Flüchtlingsheimen, seit 2004-2005 haben wir ein Konzept weiterentwickelt, wo 50-80 Kinder und Jugendliche teilnehmen und es gut funktioniert. Wir können jeden mitmachen lassen, ob Mädchen oder Junge, stark oder schwach – von 12 bis 18. Am ersten Tag eines Camps kommt ein Leistungstest und nach Gruppen (A-D) wird dann untereinander trainiert.

Jutta Fischer,
Oberbürgermeisterin der Lutherstadt Eisleben

Sie haben das Buntkicktgut-Fest initiiert. Wie kam es zustande?
Initiiert habe ich es nicht, das haben wir es der Angelika Althaus zu verdanken. Aber ich war immer von Anfang an mit Angelika Althaus im Gespräch. Wir haben ihr ein Begleitschreiben mitgegeben, wo wir die Gruppe Buntkicktgut vorgestellt haben. Und wir haben sie 2016 sehr gerne aufgenommen und es war eine interessante Woche. Ich bin mir sicher, dass Integration durch Sport, so wie es hier gelebt wird, gelebt und fortgeführt werden muss. Egal, wo, aber mit dem Fußball versteht man sich ohne Worte.

Wie kommt das?
Das ist nun mal Sport. Wer Fußball spielt, braucht keine Worte. Der kennt und akzeptiert die Regeln. Das ist das Gute hier.

Was hat Fußball eine persönliche Bedeutung für Sie?
Jede Art von Sport hat eine sehr hohe Art an Bedeutung. Weil es auch ein gesundheitlichen Stellenwert hat. Aber wer in einem Verein, wie in einem so großen Verein wie dem MSV Eisleben ist, da findet eine rege Zusammenarbeit statt. Und jeder ist ein gleich berechtigter Partner.
Was ist in der Woche passiert, was wurden für Ausflüge unternommen?
Am Montag Nachmittag war der Empfang im Rathaus. Da war Herr Dr. Schädlich da, der Präsident des Halleschen Fußball Clubs (HFC) da, der Herr Bornkessel war da und es war sehr abwechslungsreich. Was mich sehr gefreut hat, ist dass unsere Armringer (Armwrestling) waren da. Im April 2017 wird in der Lutherstadt Eisleben in der Glück-Auf-Halle die Deutsche Meisterschaft im Armwrestling stattfinden. Es hat auch eine Stadtrallye mit Martin Luther (Torsten Lange Klemmstein) gegeben. Und eine Nachtwanderung, den Besuch des Stadtions des Bundesligisten RB Leipzig und auch das Schaubergwerk in Wettelrode. Und ich bin mir sicher, dass sie die Region näher kennen gelernt haben.

Torsten Lange Klemmstein (Martin Luther)

Wie haben Sie die Woche mit den Teilnehmern von Buntkicktgut erlebt?
Was haben Sie alles gemacht?

Wir haben begonnen mit einer Nachtführung durch Eisleben. Das war am Montag Abend. Wir haben dann am Dienstag Mittag das Wissen abgefragt, wo wir eine „Stadt-Rallye“ gemacht haben. Am Donnerstag waren wir mit der Gruppe in Leipzig. Erst in der Stadt, anschließend waren wir im Stadion des RB Leipzig. Die Führung fanden die Kicker von Buntkicktgut natürlich hervorragend. Denn das ist ja genau ihr Metier – so einen Aufsteiger, der bis in die 1. Bundesliga hoch gedrungen ist, so was sieht man nicht alle Tage. Es ist auch mit ein bisschen Geld alles möglich.

Wie haben Sie die Jugendlichen von ihrer Art aufgenommen?
Ja, es sind Jugendliche aus verschiedenen Kulturen. Aus Eritrea, Syrien und die meisten mit einem Migrationshintergrund. Das ist für die Verantwortlichen nicht immer einfach, sie alle zusammen zu halten. Und es war eine gute Veranstaltung.

Was für einen Stellenwert hat Fußball für Sie?
Also ich bin nicht der ausgeschriebene Fußballfan, doch regional bin ich es für den „roten Bullen“ des RB Leipzig und für die Kicker, die hier aus der Region kommen. Denen wünsche ich auch viel Erfolg für die Zukunft.

Wie finden Sie es, dass die erste Buntkicktgut-Veranstaltung in der Lutherstadt Eisleben ist?
Ja, vor allem in Eisleben und in den neuen Bundesländern. Und da bin ich der Frau Althaus sehr dankbar, da sie eine Street-Fußballmannschaft aufstellen wollte und das Event in die Lutherstadt holte. Wir als Luther-Stadt können da stolz sein, die ersten gewesen zu sein mit Buntkicktgut in den neuen Bundesländern.

Wie kann Integration gelingen?
Darauf eine einfache Antwort: Schaut Euch die Veranstaltung von Buntkicktgut hier an und dann wisst ihr, wie es geht.

Diese Interviews wurden von Mathias Hoppe auf dem Interkulturellen Bürgerfest auf dem Sportplatz des MSV Eisleben geführt.

Buntkicktgut - Offizielle Homepage
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