Der Stöpsel wurde gezogen

Vogelsang: Plötzky | Der Damm an dem kleinen Elbezufluss „Ihle“ sollte umliegende Ortschaften, Acker und Waldflächen vor Hochwasser schützen. Doch er brach, trotz zusätzlich aufgeschichteter Sandsäcke. Zwischen den Ortschaften Plötzky und Vogelsang, einem Gebiet in der Nähe von Magdeburg, wurde eine Fläche von zirka 2 Millionen Kubikmeter überflutet. Um die mittlerweile stinkende Kloake wieder in die, auf Normalstand fließende, Ihle zurückzuführen, waren bislang teure Pumpen aus Holland im Einsatz. Aufgrund der ungeheuren Wassermenge erwies sich das Unterfangen allerdings als zu langwierig und kostenintensiv. Eine kluge Entscheidung wurde getroffen, indem man den Deich in einer Breite von über 6 Metern einriss. Am 24. Juni in den Mittagsstunden wurde ein hochspezialisierter Bagger aus der Schweiz gechartert, der aufgrund seiner höhenverstellbaren Räder klettern kann und wegen seiner ungewöhnlichen Form an eine gelbe Krake erinnert. Geführt wurde das abenteuerlich anmutende Monstrum von dem Inhaber einer Firma aus Suhl, einem Mann mit Nerven wie Drahtseilen. Teils auf drei Rädern, nur gehalten mit zwei beidseitigen Klauen, brach er das Erdreich des Dammes spielerisch auf. Was dann geschah, kam einem außergewöhnlichen Schauspiel gleich. Als wäre ein riesiger Stöpsel gezogen wurden, stürzte in Sekundenschnelle eine Wasserfallähnliche, beißend stinkende Schlammflut in die Ihle. Organisiert wurde die Aktion von dem Verband „ Ehle/Ihle Gewässerunterhaltung- Landschaftspflege“, einer Firma, deren Aufgabe unter anderen darin besteht, überschwemmte Gebiete trocken zu legen. Abzuwarten bleibt, in welchem Zeitraum die Entwässerung erfolgt und welchen Schaden das Erdreich durch eventuell vergiftete Substanzen nimmt. Die Gegend entlang der Region Plötzky, lockt mit touristisch anspruchsvollen Besonderheiten, die es unbedingt zu erhalten gilt.
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