Die Herausforderungen im 21. Jahrhundert aus der Sicht regionaler Akteure

Gruppenfoto der Delegationen
Warschau (Polen): european college |

Assembly of European Regions
( AER)





08.03.2013
Am vergangenem Freitag veranstaltete die ,,Assembly of European Regions" die Versammlung der europäischen Regionen ein interregionales Treffen um sich über Kooperationen und Wege aus der europäischen Finanz und Wirtschaftskrise auszutauschen. Die Veranstaltung fand im College of Europe in Natolin bei Warschau statt. Ausgerichtet wurde es von der Vereinigung der europäischen Regionen (AER) , dem größten unabhängigen Netzwerk europäischer Regionen über die E.U. hinaus. Es verbindet mehr als 250 Regionen aus 35 Staaten und 16 zwischenstaatlichen Organisationen. Das AER ist das politische Sprachrohr seiner Mitglieder und eine Plattform für interregionale Zusammenarbeit. Zur Zeit sind nur die Bundesländer Hessen und Baden-Württenberg als aktive Mitglieder beteiligt. Sachsen-Anhalt ist trotz gemeinsamer Problemstellungen noch nicht vertreten. Lediglich GOEUROPE! ein Projekt der Landesvereinigung kulturelle Kinder und Jugendildung Sachsen-Anhalt, nahm als NGO mit Beobachtungsstatus teil.
Die Konferenz setzt die kontinuierlichen Bemühungen, die seit September 2012 in Pescara (Abruzzen) begonnen wurden weiter fort und geht nun stärker auf die Rolle junger Menschen als Quelle und Vorraussetzung regionalen Wachstums ein und sieht Mobilität und Unternehmergeist als wichtigen Punkt des gemeinsamen Austausches.
Auffassungen des AER über die Regionen und die Bewältigung der Krise:
“Youth as a source and a lever of regional growth in times of crisis”
( Jugend als Quelle regionaler Entwicklung in Zeiten der Krise)
Nach Auffassung des AER ist die Krise, die Europa gerade durchläuft ein wichtiger Aspekt der im großen Ausmaß die Teilnehmenden Regionen und Organisationen betrifft. Es wurde vereinbart stärker auf die Rolle der Regionen einzugehen und zu diskutieren, welche Bedeutung Regionen bei dessen Bewältigung einnehmen können. Außer Studien und Veröffentlichungen , wurde diese Konferenz 2012 ins Leben gerufen.
Auch wenn diese Krise nicht jeden im gleichen Ausmaß betrifft, sind junge Menschen jetzt besonders betroffen, was man an steigenden Zahlen in der Statistik der Jugendarbeitslosigkeit der einzelnen Staaten feststellen kann. Gemeinsam wurde also mit dem “Youth regional network” beschlossen, auf der Konferenz in Warschau den Aspekt der Jugendarbeitslosigkeit im Bezug zur regionalen Entwicklung zu betrachten und hierbei im besonderen auf den steigenden Druck auf die politischen Kräfte durch junge Menschen einzugehen und die Möglichkeiten ihre Perspektiven für die Zukunft in der Region zu verbessern. Der Einladung folgten fast 100 Teilnehmende, darunter Vertreter verschiedener politischen Ebenen, sowohl des Europäischen Parlamentes als auch lokale Volksvertreter. Des weiteren waren auch Studenten und Vertreter diverser zivilgesellschaftlicher Organisation vor Ort und eingeladen an der Debatte teilzunehmen.

Liste der Teilnehmer


Es fand ein reger Austausch, vor allem über erfolgreiche Wege zur Jugendmobilität und zur Etablierung einer Jungunternehmerkultur statt. Diese stellen nach allgemeiner Auffassung der Teilnehmenden ein Kernelement zur Reduzierung der Jugendarbeitslosigkeit und zur Stärkung der Zuversicht junger Menschen in die Zukunft dar.
Dabei wurde folgendes Statement im Sinne der Interessen der Teilnehmer der Konferenz getroffen:
Wir, die Teilnehmer der 2. AER Konferenz der Regionen und der Krise, abgehalten im März 2013 in Warschau (PL)

1. Bedauern die signifikanten Einschnitte im Budget der europäischen Union durch die Staats und Regierungschefs im Europäischen Rat für den Finanzierungszeitraum der E.U. 2014-2020 (7-8.Februar 2013) . Die beträchtlichen Einschnitte in der Kohäsionspolitik werden viele Regionen in eine kritische Situation bringen und zur Notwendigkeit finanzieller Hilfen führen. Dies erfolgt in einer kritischen Phase, die eigentlich höhere Ausgaben zur Bewältigung der Krise braucht.

2. Wir begrüßen aber des Fakt, das die Bewältigung der Jugendarbeitslosigkeit von allen Staats und Regierungschefs als Top-Priorität angesehen wird und das sie ein 6 Milliarden € Paket für die “Youth Employnment Initiative” zur Verfügung stellen wird.

3. Wir stimmen dem Rat zu, dass :” das EU Budget genutzt werden solle um die Schaffung neuer Arbeitsplätze für Junge Menschen zu fördern” und ermutigen den Rat dieses versprechen schnellstmöglich einzulösen.

4. Die Rolle der europäischen Regionen zur notwendigen Unterstützung ihrer jungen Menschen soll stärker hervorgehoben werden, denn sie stellen das fehlende Glied zwischen EU-Staaten und ihrer Bevölkerung dar und werden zukünftig als wesentlicher Akteur, bei Jugendgarantien und den echten Bedürfnissen junger Menschen auftreten.

5. Wir warnen vor kontraproduktiver Debatten über die Verlagerung der Fonds für Jugendmobilitätsprogramme, wie im Fall von ERASMUS ende 2012. Die E.U. hat verschiedene Programme in Angriff genommen um die Mobilität junger Menschen zu unterstützen. Das ERASMUS Programm ist das beste Beispiel hierfür, nicht nur in Sachen Mobilität an sich sondern auch für die Ausbildung einer echten Identifikation als EU-Bürger mit dem Bezug auf gemeinsame Werten. 2013 als Jahr des Europäischen Bürgers sollte die Politik einen Schritt vorwärts tun und dies im besonderen bei Jugendmobilitätsprogrammen zeigen .

6. Unterstützen den Aufruf der Kommission zur Finalisierung der Rahmenbedingungen für Praktika um die Allianz für Lehrstellen zu etablieren und weiterführende Vorschläge zum EURES Rahmen zu schaffen

7. Begrüßen die Haltung der Kommission die Entwicklung von Unternehmerischen Fähigkeiten für junge Menschen zu unterstützen, wie in der Initiative “Rethinking Education

Empfehlungen der AER an die politischen Vertreter der EU, nationaler und regionaler Parlamente auf Grundlage der Gemeinsamen Konferenz am 08.03.2013 in Warschau:

I Über Jugend-Mobilität

1. Die europäischen Regionen müssen sich ihrer Bedeutung stärker bewusst werden und Jugendmobilitätsprogramme stärker auf regionaler Ebene etablieren, um die Jugendlichen ihrer Region dabei zu unterstützen wichtige Kernkompetenzen zu erlangen, gemeinsam mit dem Bedarf an innovativen Geschäftsideen um langfristig Arbeitsplätze in der Region zu erhalten und neu zu schaffen . Ein gutes Beispiel hierfür ist das “Eurodyssey Programm” des AER, das sich genau mit der stärkeren Einbeziehung der Region in Management der Nutzung von EU Mitteln im Rahmen der Jugendmobilität auseinandersetzt.

2. Praktika oder Fortbildungen sollten von alle Ebenen, von EU Entscheidungsträgern bis hin zu lokalen Kräften unterstützt werden, da sie einen effektiven Weg darstellen Graduierende und Studenten in die lokale Wirtschafts- und Arbeitswelt einzubeziehen besonders wenn dieses Engagement nicht im Geburtsland geleistet wird.
Die Regionen sollten sich dieser Möglichkeiten stärker bewusst werden und eigene Programme für bezahlte Praktika, Weiterbildungen und Lehrstellen schaffen um somit Arbeitssuchende zu ermutigen diese Angebote in Anspruch zu nehmen . Hierbei ist es essenziell, das Regionen die Bedeutung von Mittelständischen und Kleinunternehmen stärker wahrnehmen, die einen wichtigen Beitrag zur Wachstums und Arbeitsplatzsicherheit darstellen. Deshalb sollten die Regionen diese Akteure der lokalen Wirtschaft stärker ermutigen an internationalen Mobilitätsprogrammen teilzunehmen.

3. Die Region sollte schon frühzeitig bei Schülermobilität ansetzten, selbst für Kurzaufenthalte ab der Grundschule, sodass die Kinder schon frühzeitig einen Austausch mit anderen Kulturen und Ländern erfahren, um bis zum Jugendalter ein Gefühl von europäischer Identität aufzubauen. Außerdem sollten interregionale und grenzübergreifende Partnerschaften stärker in die Öffentlichkeit getragen werden.


II Über Jungunternehmertum

1. Die Vermittlung von Wissen, das die Grundlage zum Engagement von jungen Unternehmern darstellt sollte stärker in den Fokus der politischen Entscheidungsträger treten. Dies kann wirklich schon während der Schulzeit ansetzen um eine “unternehmerische Kultur” unter den jungen Menschen zu etablieren und sie besser auf die Herausforderungen im Arbeitsleben vorzubereiten. Ein gutes Beispiel ist das AER “ YES” Projekt und andere, die sich im besonderen auf Jungunternehmen beziehen und eine Richtungsweisende Inspiration darstellen sollen. Folglich sollten nach der Auffassung unserer Konferenz ein stärkerer politischer Druck in den einzelnen Staaten aufgebaut werden, um Unternehmergeist stärker in die nationalen Bildungsprogramme zu integrieren. Hierbei sei auch noch einmal die Initiative “ Rethinking Edukation “ angesprochen.

2. Regionen sollten sich selbst verpflichten, die bestmögliche Unterstützung für junge Unternehmer, zu schaffen. Dies schließt bürokratische Hürden ebenso ein wie steuerrechtliche Hindernisse. Es müssen günstige Gründungsvoraussetzungen geschaffen werden um eine optimale Investition des Startkapitals zu ermöglichen. Förderlich wäre außerdem ein stärkerer Austausch zwischen den Regionen um innovative Unternehmenskonzepte auszutauschen die erfolgreich getestet wurden und diese in der eigenen Region umzusetzen.

3. Junge Unternehmerinnen sollten im besonderen durch die Region nach außen getragen werden um jungen Frauen der Region Perspektiven aufzuzeigen und sie zu ermutigen, selbst Initiative zu ergreifen und vielleicht ihr eigenes Geschäftskonzept zu verwirklichen. Die Region trägt im großem Maße dazu bei, den Anteil an weiblichen Führungskräften zu erhöhen, muss aber auch geeignete Hilfsmittel zur Verfügung stellen und sich aktiv für Frauen in Unternehmen einsetzen. Diese Unterstützung kann im Rahmen von Weiterbildung, der Vermittlung von Mentoren , der Schaffung eines Anlaufpunktes für Jungunternehmerinnen der Region oder ähnlicher Maßnahmen getätigt werden. Dabei ist aber vor allem eine finanzielle Unterstützung erforderlich um die Startinvestition zu stemmen und die Anfangszeit der Unternehmensgründung zu überstehen. Die Regionen sollten dabei auch gemeinsam daran arbeiten jungen Unternehmerinnen ein Forum für Grenzüberschreitende Kooperation und einen Erfahrungsaustausch zu eröffnen. Diese Resolution ist Ausgangspunkt für die 3. AER Konferenz am 16. Mai in Paris.



weitere Informationen:

Assembly of European Regions

AER Konferenz Warschau 08.03.2013

6 Rue Oberlin - F-67000 Strasbourg 210 Avenue Louise - B-1050 Bruxelles
Tel.: +33 3 88 22 07 07 - Fax : +33 3 88 75 67 19 Tel./Fax : +32 2 880 95 60
E-mail : secretariat@aer.eu
E-mail : aer.brussels@aer.eu
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