Der Staat als barmherziger Samariter?

Viele Start-up-Unternehmen sind auf staatliche Unterstützung angewiesen.
Wenn man sich in der Erhebung "Insolvenzverfahren - Fachserie 2 Reihe 4.1 - März 2013 vorläufig" des Statistischen Bundesamtes die Konkurse nach Alter der Unternehmen anschaut, fällt erstaunlicherweise auf, dass die meisten Unternehmen in den ersten 8 Jahren in die Insolvenz rutschen. Doch warum ist das so? Fördert der Staat die Unternehmen, in diesem Fall die IT-Start-ups, zu wenig? Ich bin dieser Frage auf den Grund gegangen und stellte Herrn Baake, einem Mitarbeiter des Ministeriums für Wissenschaft und Wirtschaft des Landes Sachsen-Anhalt, meine Fragen.

Gibt es eine spezielle Förderung für IT-Start-up-Unternehmen oder besteht das Bedürfnis, diese einzurichten?

Eine spezielle Förderung nur für IT-Start-ups haben wir nicht im Programm. Wie alle anderen Gründer können IT-Start-ups aber über das START-Programm gefördert werden. IT-Gründer aus Hochschulen können zudem ein Gründerstipendium beantragen. Darüber hinaus stehen, je nach Bedarf, Darlehen und Beteiligungskapital zur Verfügung oder auch sogenannte Business Angels, die gerne in die IT-Branche mit Kontakten und Kapital einsteigen. Um IT-Gründungen von Studierenden zu stärken, hat das Land zudem einen sogenannten Inkubator (App-Lab) an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg gefördert. Er steht Studierenden/Absolventen zur Entwicklung und Erprobung mobiler Apps und Internet-Dienste zur Verfügung.

Gibt es einen Unterschied zwischen der Förderung des Landes Sachsen-Anhalt und der des Bundesministeriums?

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie hat andere Förderprogramme aufgelegt, Länder und Bund dürfen nicht identisch fördern. Der Bund hält für IT-Start-ups das Programm „German Silicon Valley Accelerator“ bereit.

An wenn kann man sich als Unternehmer in der IT-Branche wenden?

An die Investitionsbank Sachsen-Anhalt (IB), die Ansprechpartner für die Förderprogramme finden sich auf den jeweiligen Internetseiten. Für Start-ups von Studierenden und Absolventen stehen auch die beiden Hochschulgründernetzwerke TEGSAS an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und Univations an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg als Ansprechpartner zur Verfügung.

Wie läuft die Vergabe von Förderungen ab?


Interessenten können sich auf den jeweiligen Internetseiten der oben genannten Ansprechpartner informieren oder im Förderberatungszentrum der Investitionsbank einen Beratungstermin vereinbaren. Auf den Internetseiten der Investitionsbank stehen neben den Informationen zu den Förderprogrammen auch online-Anträge für die Beantragung der Förderung zur Verfügung.


Laut dem "Deutschen Startup Monitor 2013" sind für 50% der Befragten Fördermittel wichtig, bei den Business-Angels sieht es ähnlich aus. Diese haben bei 46% eine bedeutende Rolle gespielt. Abschließend lässt sich sagen, dass das Land Sachsen-Anhalt junge Unternehmen mit verschiedenen Möglichkeiten unterstützt. Meine Anfragen an das Bundesministerium und die Europäische Union wurden leider nicht beantwortet, deswegen kann ich nur hoffen, dass diese Ebenen genauso umfangreich fördern wie das Land. Andere finanzielle Probleme sind bedeutender für das Scheitern von IT-Start-ups, wie fehlende Rücklagen, Kreditablehnung oder zunehmender Verschuldung.
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