Natur vs. ehemaliges Betriebsferienheim - Lost Places

In unmittelbarer Nachbarschaft der kleinen Teufelsmühle auf dem Ramberg bei Friedrichsbrunn erobert die Natur erfolgreich das Gelände des ehemaligen Betriebsferienheims des Draht-und Seilwerkes Rothenburg zurück.
Jetzt im Winter deckt ein weißes Tuch das ganze Elend aus Vandalismus und natürlicher Verwitterung und umherliegenden Einrichtungsgegenständen noch gnädig zu.
Die bei Skilangläufern beliebte Rambergloipe umrundet in einigem Abstand das völlig verwahrloste Erholungsheim auf etwa 580 m. Dabei kommt man direkt an dem markanten Telekom-Turm vorüber der die Viktorshöhe bereits aus dem Harzvorland eindeutig erkennbar macht.
Aus einem früheren gräflichen Forsthaus ( inzwischen eingestürzt ) wurde ein Gasthaus, das
bis zum Ende der DDR genutzt wurde. Es gab auch eine öffentliche Gaststätte, die bei den
zahlreichen FDGB-Urlaubern in Friedrichsbrunn rege in Anspruch genommen wurde.
Es kam zu Übergriffen von in der nahen Radarstation stationierten Soldaten der Roten Armee auf Wirtsleute und Feriengäste. Bei den Überfällen raubten die Russen Geld und Wertgegenstände.
Weithin sichtbar war der marode, hölzerne Aussichtsturm mit Amateurfunk-Sendeanlagen auf dem Dach,der irgendwann in den 2000 er Jahren eingestürzt ist.
Da sich offenbar niemand um das Gelände kümmert, sehen die Reste des Turms wie ein Riesenmikado aus. Gebäude und Hütten sind in einem bedauernswert miserablen Zustand.
Gästehaus und Wirtschaftsgebäude sowie die Garagen sind total vermüllt.
Traurige Berühmtheit erlangte dieser trostlose Ort im Jahre 2012 als eine zufällig vorbeikommende Wandergruppe aus Hamburg in einer abgebrannten Finnhütte Knochen und Schädelteile entdeckte. Unter den Wanderern war ein Arzt,der den Verdacht hatte, daß die Knochen menschlichen Ursprungs sein könnten. In der rechtsmedizinischen Untersuchung stellte sich heraus, dass es sich bei den sterblichen Überresten um einen
ehemaligen Einwohner Gernrodes handelte, der es in der Region und darüber hinaus als Hulk Hogan-Double zu einiger Bekanntheit gebracht hatte.
Immer wieder stelle ich bei meinen häufigen Besuchen fest, daß sich dort oben immer wieder
zwielichtige Leute umhertreiben und teilweise ganzjährig (!) wohnen.
Vor dem Hintergrund der sicher enormen Kosten allein für die Beräumung der Altlasten habe ich wohl berechtigte Zweifel, ob dort je wieder eine Gastwirtschaft hungrige und durstige Wanderer zur Rast einladen wird. In diesem Fall würde ich mich gern irren.

P.S.: Habe noch ein paar Fotos von der Viktorshöhe von April 2014 gefunden.
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