Pfauenauge, sei wachsam!

Wenn ein Tagpfauenauge des Wegs geflogen kommt, bekommt man ja nicht gleich eines ins Auge. Wenn sich aber ein Schmetterling so merkwürdig verhält, wie es der bunte Tagfalter auf meiner kleinen Fototour durch den Hemsendorfer Park tat, dann sollte man, bevor man jetzt weiter liest, zunächst die Fotoserie betrachten.

Was macht der Heranfliegende da und warum bleibt der andere Falter scheinbar geduldig sitzen, obwohl ihm gehörig auf die Pelle gerückt wird? Lässt er sich Pollen oder Parasiten absaugen oder sind diese Schmetterlinge Kannibalen, die ihre Artgenossen in seltenen Fällen auch an die Flügel gehen?

Meine Frage nach der Ursache für dieses, von mir noch nicht beobachtete seltsame Gebaren, beantwortete ein gestandener Biologe, dem ich eins der Fotos zeigte, so:

An dem hinteren Falter ist nur ein Bein und ein Fühler zu erkennen, die in Richtung des vorderen Falters zeigen. Der Rüssel ist nicht ausgerollt. Offensichtlich ist er einfach zu nah hinter seinem Kollegen gelandet und möchte sich nun an diesem vorbeimanövrieren.
Es ist kein Kannibalismus unter Tagfaltern bekannt, nur unter einigen Nachtfalter-Raupen. Lediglich die Eisvögel und Schillerfalter saugen auch mal an Aas.

Nichts war`s mit der Beobachtung eines sensationellen Verhaltens, aber ein besonderes Erlebnis war es für mich allemal.
Und „Augen auf!“ gilt auch für ein Tagpfauenauge, denn wer will sich schon seinen gemütlichen Landeplatz streitig machen lassen.
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Siegfried Behrens aus Halberstadt | 14.04.2017 | 08:59   Melden
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