Aktiv in Halle (Saale): Schloss Dieskau

Schloss Dieskau
 
Flora oder Venus?
Kabelsketal: Dieskauer Schloss |

Tag der offenen Schlösser

Schloss Dieskau

Sachsen-Anhalt ist mit Schlössern und Parks unglaublich reich gesegnet.
Pfingstmontag bot sich die Gelegenheit, das alte Schloss in Dieskau zu besichtigen. Das unter Denkmalschutz stehende Schloss präsentiert sich noch in Lumpen gehüllt. Wahrscheinlich siedelten auch Sorben schon vor dem 7. Jahrhundert in dieser Gegend sich an. Vielleicht lebten sie von Fischfang in der Reide, wie Bellberch/Wurmelice oder Böllberg, Wörmlitz.
http://www.schloss-dieskau.de/
**Der erste Eigentümer, Otto von Disgave/ Dieskau lebte ab 1265 auf der Burg. Hieronymus von Dieskau erbaute das Schloss, was bis 1744 in der Familie blieb. 1746 erwarb Oberamtsmann Ahlberg das Schloss, später lebte

Carl Friedrich von Hoffmann

dort und heiratete die Töchter Albergs, natürlich nacheinander. Von Hoffmann machte sich als Kanzler der Universität einen Namen. Er ermöglichte nicht nur die Erweiterung des Botanischen Gartens, er organisierte auch die Mittel für die Errichtung der Sternwarte.

1853 gelang es in die Familie von Bülow und 1945 erfolgte die Enteignung. Nach dreißigjähriger Nutzung als Schule, zog die FDJ ein und begann mit der Entkernung der Räume in der ersten Etage. Die Organisation baute eine Kohleheizung ein, die allerdings nie in Betrieb ging. Nach Leerstand und Vandalismus erwarb die Familie von Rauchhaupt das Schloss mit dem 1778 angelegten Park.

Im Schloss sind alle Stilepochen sichtbar, deshalb ist es so einmalig. Vom spätgotischem Gewölbe zur Blockbohlenstube, barocken Stuckdecken bis zum Historismus. Jeder neue Besitzer baute um und an, schließlich wollte keiner ein altmodisches Schloss sein Eigen nennen. Im ersten Stock liegen Räume, es sind keine Säle, eher gleichen sie Stuben. Die

Blockbohlenstube

wurde aus Kiefernholz 1458 gefertigt, dass in einem frostigen Winter, bei abnehmenden Mond geschlagen und geflößt wurde, so der Hausherr. Die Temperatur in diesem Raum betrug konstant 18 C. Diese Stube ist einzigartig in Europa. Die

Barocke Stuckdecke im Wappensaal

wurde 1687 fertig gestellt und zeigt zwölf Geschichten aus dem Evangelium. Unfassbar, um 1990 verloren einigen Putten ihr Gesicht, im wahrsten Sinne des Wortes, sie wurden zerstört.
Der große viel besuchte

Landschaftspark

entstand 1778 im englischen Stil und nach dem Vorbild des Wörlitzer Parks. Er ist Teil der Gartenträume und vor zweihundert Jahren von Carl Friedrich von Hoffmann angelegt. **
Wege führen durch den Park, vorbei an zwei Fischteichen, über den Mühlgraben, entlang eines Lehrpfandes und der Poetenlichtung. Sieben Schwäne ziehen elegant durch den Großen Mühlteich, auch Libellen sind zu entdecken. Blaugoldene Stäbchen mit Karmin, so beschreibt A. von Droste-Hülshoff im Gedicht "Der Weiher" diese zarten Insekten. Auch die Reide fließt munter am Park entlang, Richtung Elster Aue. Um diese Gegend ranken sich viele Sagen von Nixen, die dort baden und auch von einem Nix, von der Dorfjugend geärgert, verschwand und mit ihm das Gold der Weißen Elster. http://gartentraeume-sachsen-anhalt.de/de/gartentr...
Das Schlosskaffee mit rotem und chinesischem Salon öffnet in den Sommermonaten jeden Sonntag zwischen 14 und 18 Uhr. https://www.schloesser-sachsen-anhalt.de/tag-der-o...
Im Erdgeschoss mit spätgotischem Gewölbe stellte Pjotr Fokeeff Gemälde aus. Seine floristischen Gemälde und Landschaften sind im klassischen Stil gemalt und erinnern an die „Alten Meister“. Portraits sind seine Leidenschaft.

Natürlich kommt so ein Gut mit einer Kirche, evangelische Sankt Anna Kirche. Diese Saalkirche wurde zu Beginn des 18. Jahrhundert gebaut. http://www.dieskau.de/index.php/kirche.html
http://www.kirchenkreis-halle-saalkreis.de/lilac_c...

Der Hausherr von Rauchhaupt, aus altem meißnischem Uradel, führte selbst durch das Schloss. Ein kleines Büchlein "Schloss Dieskau" kann der interessierte Besucher erwerben.

** Quelle: Führung und aus dem Büchlein "Schloss Dieskau und die Familie von Rauchhaupt" - Matthias Prasse -

Fahrt: Buslinie 358 vom Busbahnhof, Richtung Gröbers - hält an einer Erdbeerfarm für Selbstpflücker -
Fahrzeit: etwa 20 Minuten
Einzelfahrt: mit Monatskarte 1,50 Euro - ohne 3,20 Euro
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5 Kommentare
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Manfred Wittenberg aus Nebra (Unstrut) | 08.06.2017 | 11:50   Melden
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Lothar Wobst aus Bitterfeld-Wolfen | 08.06.2017 | 13:28   Melden
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Siegfried Behrens aus Halberstadt | 08.06.2017 | 15:55   Melden
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Lothar Teschner aus Merseburg | 08.06.2017 | 17:53   Melden
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Yvonne Rollert aus Halle (Saale) | 22.06.2017 | 17:49   Melden
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