S-Bahn Haltestelle Großkugel – Ist das Kundenorientiert?

Immer wenn ich zur S-Bahn Haltestelle in Großkugel gehe frage ich mich, ob das was man hier gebaut hat wirklich den aktuellen Vorschriften für Haltestellen entspricht. Wer in seiner Mobilität eingeschränkt ist, hat echte Probleme.
Früher gab es eine Straße mit Schranke, an der man ab und zu warten musste, aber bei der Zugfrequenz, war das meines Erachtens durchaus akzeptabel. Man ging aus Großkugel bis zur Schranke und 50 m nach rechts und war man am Bahnsteig um nach Leipzig zu fahren. Ein paar Schritte weiter und das Gleis nach Halle war erreicht. Ein Parkplatz war ebenfalls vorhanden.

Nachdem alles schöner und besser werden sollte, hat man für viel Geld eine Brücke gebaut, damit keine Schranke mehr benötigt wird.

Ich frage mich immer wieder:

Kann es sein, dass ich um von einem Gleis zum Anderen zu kommen, eine Entfernung von über 1000 m zurücklegen muss, wenn ich mit Rollator, Rollstuhl, Kinderwagen oder Fahrrad unterwegs bin. Dies gilt allerdings auch für Gehbehinderte, denen das Treppensteigen schwer fällt. Alle anderen erreichen den anderen Bahnsteig nach ca. 500 m und der Überwindung von 84 Stufen.
Treppen sollten keine vorstehenden Kanten haben, wenn sie auch für Sehbehinderte vorgesehen sind. Diese Treppenstufen stehen 2cm über, weil man sonst nur eine Auftrittsfläche von 25 cm erreicht hätte. Das Geländer hätte meines Erachtens unten waagrecht weiter geführt werden müssen, was nicht geschehen ist.

Auf der Brücke habe ich nur eine Breite von 1,40m, wenn jemand im Rollstuhl drehen will, sollten aber meines Wissens mindestens 1,50 vorhanden sein.

Entspricht es den Vorschriften, dass ich auf dem Gehweg zum Bahnhof zur Straßenseite eine Leitplanke, aber zur Böschung keinen Schutz habe. Im schlechtesten Fall kann beträgt der Höhenunterschied über 10 m. Nachdem dies der Zugang zur S-Bahn ist, hätte da nicht auch zum Hang ein Radabweiser sein müssen?

Niemand kann sich mit dem Auto in Bahnhofsnähe bringen lassen, wenn er nach Halle fahren möchte, ca. 400 m Fußweg sind unvermeidlich.

Vielleicht sehr ich das alles viel zu eng, denn ein Lift, so wie bei vielen anderen Haltestellen auch, hätte durchaus Kosten gespart. Hat man bei dieser Planung auch die Folgekosten einfließen lassen? Ich habe da so meine Zweifel.

Man hätte wohl keine 2 Treppen mit insgesamt 84 Stufen und Geländern bauen müssen. Eine Treppe, bei der man erst die Stufen betoniert hat, dann weil diese wohl zu schmal waren Fliesen davor gemacht und ein Glattstrich darauf. Zum Schluss dann noch einmal die Geländer abgebaut, Platten drauf und das Geländer wieder angebracht. Und jetzt muss auch noch dafür gesorgt werden, dass man diese Treppen im Winter gefahrlos nutzen kann. Von den zusätzlichen Stromkosten für die notwendige Beleuchtung möchte ich gar nicht erst reden.
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