Wanderung auf Luthers Spuren

Es waren 22 Schülerinnen und Schüler aus den 9.Klassen des Gymnasiums in Gräfenhainichen unterwegs. Zusammen mit ihrem Lehrer, Herrn Rumpold, und dem Projektleiter des Jugendbildungsprojektes "DenkWege zu Luther", Carsten Passin, wanderten sie 18,5 km auf Luthers Spuren durch die Dübener Heide: Von Bergwitz über Kemberg und Lubast bis zum Bauerhaus kurz vor dem Lutherstein.
Weder Handy noch Musik waren unterwegs an, für viele Jugendliche eine ungewohnte und zeitweise schwer zu ertragende Situation. Irgendwann wurde dann von einigen selbst gesungen.

Luther war dabei mit einigen Gedanken, die in fünf Thematischen Geocaches am Wege versteckt waren und per GPS gefunden wurden. Zunächst ging es um die Frage, an wen oder was man sein Herz hängt, worauf man vollends vertraut. Das viele Wunderbare in der Welt war ein Thema und seine Gefährdung durch verantwortungsloses politisches und privates Tun.
Die Jugendlichen trafen im Haus SPES, einer im Entstehen befindlichen Bildungs- und Begegnungsstätte bei Lubast, auf einen Gesprächspartner, Sven Kröber, der sich für Nachhaltigkeit und regionale Entwicklung engagiert und darauf verwies, dass schon Luther und Melanchthon erste Gedanken zur Waldwirtschaft hatten, die wir heute als nachhaltiges Wirtschaften bezeichnen.

Hier im Haus hatten die "DenkWege zu Luther" zusammen mit umliegenden Waldbesitzern und interessierten Menschen aus der Region kurz vorher sechs Bänke für den Lutherweg gebaut, die die Jugendlichen schnell in Besitz nahmen. Hier trug sich die Gruppe auch in die "Thesenrolle" des Hettsteter Gymnasiums ein, deren 11.Klasseschüler unter dem Titel "Wir auf Luthers Spuren" zu solchen Wanderungen von Schulen am Lutherweg in Sachsen-Anhalt aufgerufen hatte und die fertige Rolle 2017 zum Reformationsjubiläum in Wittenberg öffentlich übergeben wird.

Auf dem weiteren Weg konnten die Jugendlichen einige besonders schöne Naturstellen in der Heide sehen und wurden mit Lutherworten darauf aufmerksam gemacht, dass sie sich im Leben entscheiden müssen, um zu existieren, und dass in den wichtigen, existenziellen Fragen niemand für sie einstehen und ihnen die Verantwortung für ihr Leben abnehmen kann.

Zwischendurch gab es einen Abschnitt, der schweigend gelaufen wurde.

Was vom Tage blieb, ob es ansatzweise so etwas wie Pilgererfahrungen unterwegs gab, wird jede und jeder der Jugendlichen für sich anders beantworten, Muskelkater werden sicher einige haben, aber auch das gute Gefühl, etwas nicht Alltägliches geschafft zu haben.

Carsten Passin
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