Wipperliese - es geht um noch viel mehr (2)

 
Klostermansfeld Dampfmonster, am Verrotten
Klostermansfeld: Bahnhof |

In diesem Beitrag beschränke ich mich auf die Frage, in welcher Form denn die Wipperliese eine Zukunft haben könnte. Es geht dabei um Themen wie Vernetzung, Nutzung von Synergien und Vermarktung. Ich bin mir dabei bewusst, dass das Bemühen einzelner Engagierter zu wenig gewürdigt wird, obwohl sie ihr ganzes Herzblut in diese Bahn gehängt haben. Offensichtlich sind sie jedoch alleine geblieben, so einsam, wie die Wipperliese auf ihren 20 km Streckennetz...

Wieder zwei Zitate aus der MZ zur Einleitung:

1. Die für die Vermarktung zuständige Rosenstadt GmbH Sangerhausen, zu der Wippra gehört, setze ihren Schwerpunkt auf die Erhöhung der Besucherzahlen im Rosarium. Und das Land habe nur den Kulturtourismus im Blick. „Wo sollen da steigende Fahrgastzahlen bei der ’Wipperliese’ herkommen“, fragt die Freie Wählergemeinschaft. MZ vom 28.09.2014

2. Laut Martin Schulze, dem neuen Tourismusmanager bei der Standortmarketing Mansfeld-Südharz GmbH (SMG), ist bereits vor einigen Jahren ein Tourismuskonzept für den Landkreis erarbeitet worden. Dieses sei dann allerdings nicht umgesetzt worden. „Wir nehmen das jetzt wieder in Angriff“, so Schulze. Das Thema habe sowohl für die SMG, als auch für den Landkreis höchste Priorität. MZ 7.11.2014

Wieviele Standort- Tourismus- und Wirtschaftsmarketinggesellschaften braucht das Land?

Sachsen-Anhalt ist überzogen mit einem dichten Netz von lokalen, regionalen und überregionalen Planungs- und Marketinggesellschaften. Millionen von Euros werden hier ausgegeben, meist von der EU finanziert. Trotzdem stehen wir vor der Tatsache, dass 25 Jahre nach der Wende gerade unsere Region immer noch auf dem Wege der Restrukturierung – und das heißt Abbau, Rückbau – ist. Alleine mit demografischem Wandel lässt sich das nicht erklären. Nein, hier geht es um fehlende strategisch wirkungsvolle Vermarktung dessen, was für Urlauber durchaus interessant sein könnte!

Erfolgreiche Vermarktung am Beispiel der Wipperliese

Zu fragen ist, weshalb folgende, eigentlich völlig schlüssigen Punkte, bis heute touristisch NICHT angeboten werden:

a) Wiselcard von Juni bis Oktober täglich: Eine tolle Idee diese Karte, Familien freundlich in der Preisgestaltung, bisher aber nur an Wochenenden. Das heißt, man denkt lokal, aber nicht touristisch. Wochenenden sind in dem Sinne ungünstig, da auf den Harzer Schmalspurbahnen eh Hochbetrieb herrscht. Tagesangebot in den Sommermonaten, aufgepeppt mit historischem Bus zwischen Wippra und Harzgerode, evt auch Sangerhausen-Wippra?

b) Einbindung in Harzcard mit 4-Tagespass, zieht Touristen aus dem Harz auch in den Ostharz.

c) Eigenes Kombi-Angebot: Wipperliese Mansfelder-Bergwerksbahn, Pyramidenbesteigung täglich möglich, Schachtbesichtigung, Brauerei Wippra und Rodelpark Wippra, evt. Wippertalsperre, dazu 2 Übernachtungen in der Region. Angebot Juni bis Ende Oktober. ( Am Rande: Was ist mit dem Eisenbahnmuseum in Klostermansfeld? Was ist aus der Ferienanlage mit eigener Bahnhaltestelle geworden?)
d) Wippraer-Events ( Schaubrauen, Mondbier?, Rodelspezials, insbesondere Abendveranstaltungen) mit Wipperliese-Kombi.

d) Weitere Möglichkeiten: Museums-Kombi Mansfeld-Hettstedt, Geführte Wanderungen Wippertal, Firmenkombis Wipperliese-Brauerei, Wippra-Rodelpark usw. usw.

Gehören wir zum Harz oder nicht?

All diese Vorschläge sind gut und schön. Sie bleiben jedoch wirkungslos, wenn sie nicht in ein übergeordnetes Konzept eingebunden sind. Das wäre der Werbeauftritt harzinfo.de. Ein Blick auf die touristische Karte ist ernüchternd. Abgesehen von Sangerhausen und Eisleben sind wir da ein weißer Fleck. Wie ist das möglich? Seit Jahren wird in Mansfeld-Südharz Tourismus herbeigeredet, aber wir existieren da nicht! In welcher Form findet denn überhaupt eine Kooperation zwischen den verschiedenen Marketinggesellschaften statt?
Durch Integration eines abgerundeten Tourismusangebotes aus unserer Region auf der Harz-Seite entsteht eine win-win Situation. Die offizielle Harz-Seite kriegt einige attraktive Zusatzangebote und weitere Neugierige, unsere Region gerät dank dieser Seite ins Bewusstsein vieler interessierter Harz-Touristen.
Wenn es dadurch gelingt, mittelfristig jährlich 20 000 Gäste mit zwei Übernachtungen in unsere Region zu ziehen, dann sind 2 Mio € für die Wipperliese und den Anschlussverkehr gesamtwirtschaftlich sehr gut investiertes Geld.
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