Wie sicher ist man als Zeuge ?

Im lokalen Polizeireport der MZ wurde am Freitag ein Zeuge zu einem Tankstellenbetrug gesucht.
Eine schmerzliche Erfahrung aus meiner Opferschutzarbeit für den Weißen Ring hat mich gelehrt, potentiellen Zeugen, zu ihrem Selbstschutz, einen guten Rat zu geben.
Machen sie nur eine Aussage, wenn die Behörden ihnen zusichern, dass ihre persönlichen Daten nicht aktenkundig werden und dieses ihnen schriftlich bestätigen.
In einem ähnlich gelagerten Fall hat eine von mir betreute Klientin eine Person auf einem Überwachungsvideo gesehen, auf welchem ein Tankstellenraub dokumentiert wurde.
Die indentifizierte Person erfuhr duch Akteneinsicht seines Verteidigers, wer ihn auf dem Film erkannt hat.
Mehrere Monate später wurde die Zeugin von dem Täter überfallen und zur Einschüchterung besinnungslos geschlagen und getreten.
Das Opfer musste im Krankenhaus behandelt werden und leidet noch heute massiv unter physischen Spätfolgen und einem psychischen Trauma, resultierend aus der gefährlichen Körperverletzung.
Die für den Tankstellenraub zuständige Staatsanwaltschaft Magdeburg hat den Fall nach über 2 Jahren, trotz sehr gut verwertbaren Überwachungsvideo, aus Mangel an Beweisen eingestellt.
In der Strafsache der gefährlichen Körperverletzung wurde der mehrfach vorbestrafte Täter lediglich zu einer Geldstrafe und 800,00 EUR Schadensersatz für das Opfer, verurteilt.
Die junge Frau versicherte mir, nie wieder als Zeuge zur Verfügung zu stehen !
Verstehen kann ich sie, entgegen meiner Einstellung zur Wichtigkeit von Zivilcourage.
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