Die SG Queis ist Derbysieger und Meister der Bezirksliga Süd

Geschafft, Queis ist Bezirksligasieger
 
Eine voll besetzte Bank, wie man sie leider selten sieht.
Erneut stand für die Spieler der SG Queis das Spiel gegen den Tabellenzweiten an, wie vorige Woche gegen Steuden. Diesmal hieß der Gegner TuS Dieskau- Zwintschöna, seit Jahren ein harter Konkurrent um einen Platz an der Tabellenspitze der Bezirksliga. Für wahrscheinlich beide Seiten ist das Derby stets der Saisonhöhepunkt, diesmal kam nun aber erstmals seit Jahren die Brisanz dazu, dass es um Platz 1 ging. Früher stand Platz 1 für Verbandsligaaufstieg und war bis vor einigen Jahren heiß begehrt, in dieser Saison hatte wohl keine BL- Mannschaft einen Aufstieg als Ziel formuliert, die SG Queis mit Sicherheit nicht. Im Herbst 2012 im Mittelfeld mitschwimmend und erst nach der Hinrunde auf Platz 3 angekommen schien es so, als würde man dort verharren und zuschauen können, ob Steuden oder Dieskau den Meisterpokal bekommen würden.
Doch in den letzten Wochen wendete sich das Blatt: obwohl selbst nicht völlig fehlerfrei spielend (Heimniederlage gegen den HSC 96 im März) kam man immer näher an das Spitzenduo heran, dass entweder immer mal wieder Punkte ließ (Steuden) oder am Saisonende völlig aus dem Tritt kam (Dieskau). Und plötzlich stand die SG Queis vorn und hatte es in den Spielen gegen die direkten Kontrahenten in der Hand, den Bezirksligatitel zu holen. Nachdem vorige Woche Steuden geschlagen wurde hätte alles klar sein können, doch da noch immer ein Nachholespiel (Sangerhausen- Dieskau) nicht entschieden war, hatte auch Dieskau noch Chancen auf den Staffelsieg- vorausgesetzt, sie würden mit 5 Toren Unterschied gewinnen.
In der Kabine gab es dann vor dem Spiel eine etwas längere Ansprache meinerseits, um noch einmal vor dem Gegner zu warnen. Nach einer kurzen Rückmeldung aus dem Spielerkreis („Gehen wir raus und schlagen sie“) war dann das Wesentliche auf den Punkt gebracht.
Queis stand hierbei erstmals seit Jahren so viel spielerisches Potential zur Verfügung, dass es für zwei spielberechtige Akteure nur zum Platz auf der Trainerbank reichte, wo auch Sportfreund Walter Gehrmann noch einmal Platz nahm, der die Mannschaft jahrelang hervorragend gecoacht hatte.
Alles, was in Queis noch Handball spielt, war also anwesend. Allerdings traf dies weitgehend auch für Dieskau zu, die wohl auch selten so zahlreich vertreten waren.
Ins Spiel fanden beide Mannschaften nur schwer, von Beginn an dominierten beide Abwehrreihen, die mit Abstand besten der Liga. Allerdings gelang es Dieskau, wenigstens ab und an mal zu treffen, während Queis entweder den Ball verdaddelte oder aber den Pfosten verbog. So stand es 1:3 für Dieskau und da waren immerhin schon 14 Minuten gespielt. Auch der Anschlusstreffer durch Abwehrspezialist Hans-Joachim Stolle zum 2:3 führte nicht zu einem spielerischen Wandel, nach 19 Minuten flog beim Stand von 3:6 die grüne Karte. Das es hier nicht noch schlimmer aussah, war einzig das Verdienst der Abwehr und des gut aufgelegten Torwarts: Robert Felsch hielt in Halbzeit 1 erstmals in dieser Saison mehr als die Hälfte der Bälle (57 %).
Zum wiederholten Mal in dieser Saison lief Queis zu dieser Zeit einem Rückstand nach, weil der Angriffsmotor stotterte. Was dann geschah ist schwer erklärbar und kommt wohl auch im Handball nicht so häufig vor: innerhalb von 8 Minuten war das Spiel gedreht, Queis führte 8:7 und sollten den Vorsprung auch nicht mehr hergeben. Nach drei weiteren Toren ging es mit 10:8 in die Pause.
In den ersten Minuten hielt Dieskau noch einmal dagegen, doch nach dem 12:11 brachen die Dämme: vom 13:11 wohl fast erschlagen und gelähmt (Donnerschlag aus der Hüfte von Nils Wolfermann) setzte sich Queis durch weitere Tore zum 18:12 ab und entschied die Partie vorzeitig und souverän. Von der vollen Bank zehrend konnte jeder Spieler mal pausieren, mancher sicher auch mehr, als ihm lieb war, aber das ist nun mal der Preis der gut besetzten Bank.
Von der Bank kam in Halbzeit 2 auch Christian Schladitz ins Tor, der mit sensationellen Paraden Dieskaus Angriff endgültig den Zahn zog (44% gehaltene Bälle). Wohl dem, der zwei solche Torleute hat, dazu diese grandiose Abwehr davor.
Spätestens beim 22:13 sah es nach einem Debakel für Dieskau aus, schließlich waren noch zehn Minuten zu spielen. Wer als Sieger vom Feld gehen würde war längst klar. Doch letztendlich machte Queis mit dem 24:15 das letzte Tor, am Ende traf Dieskau noch vier Mal am Stück, blieb aber unter der magischen Marke von 20 Toren.
Erfreulich, dass sich auf Queiser Seite immerhin neun Spieler in die Torschützenliste eintragen konnten und so den Gegner vor unlösbare Probleme stellte. Erfreulich auch die Fairness auf beiden Seiten, es war hart, aber sportlich fair.
Nach dem Schlusspfiff nahm Mannschaftskapitän Martin Heimer aus den Händen von Sportfreund Rauchfuß den Siegerpokal entgegen, der- das kann man ruhig mal sagen- irgendwie falsch beschriftet sein muss. Aus meiner Sicht ärmlich ist es, eine einzelne Medaille zu geben, vor zwei Jahren gab es für Platz 3 noch einen kompletten Satz.
Was Platz 1 sportlich wert ist wird sich zeitnah zeigen. Da wahrscheinlich nie wieder alle Queiser Akteure vom Sonntag gemeinsam auf der Platte stehen werden, ist die Verbandsliga ohne Verstärkungen ein Wagnis, welches unterbleiben wird. Solltest aber du, werter Leser dieser Zeilen, der Meinung sein, du hättest Interesse und das sportliche Zeug um für die SG Queis in der Verbandsliga zu spielen, kannst du dich gern am 16.05.2013, 19.30 Uhr in der Sporthalle Schulzentrum Landsberg melden (alternativ per Mail, wenn es persönlich nicht möglich ist).
Homepage SG Queis
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1 Kommentar
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Hallescher SC 96 Sektion Handball aus Halle (Saale) | 13.05.2013 | 15:52   Melden
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