Entschieden ist noch nichts

  Am Sonntagabend standen sich in der Landsberger Sporthalle die beiden souverän führenden Bezirksligateams gegenüber. Der Gastgeber SG Queis lag zwei Punkte vor dem Verfolger SG HSC 96/ TuS Dieskau, der das Hinspiel im Dezember mit 29:26 gewonnen hatte.
Beide Teams hatten aufgeboten, was der Verein hergibt, das hat in dem Derby Queis gegen Dieskau auch eine lange Tradition. In der recht gut besuchten und angenehm erwärmten Halle ging es nach einem Spätstart gegen 17.45 Uhr endlich los.

Nach ausgeglichenem Start (2:2) legte bald die SG HSC 96/ TuS Dieskau vor. Queis war in Halbzeit 1 zumeist 1- 2 Tore im Rückstand. Bereits in dieser frühen Phase musste mit Maik Weiland ein zentraler Baustein im Queiser Spiel angeschlagen das Feld räumen. Nils Wolfermann ersetzte ihn.

Im Angriff kam Queis nur schleppend ins Spiel, da diesmal die fest eingeplanten Tore von den Außenpositionen fast komplett entfielen. So musste die Aufbaureihe im Zusammenspiel über den Kreis für den Druck sorgen, was gegen die robuste Abwehr des Gegners nicht leicht war. Die eigene Abwehr, seit Jahren das Prunkstück der Mannschaft, fand dagegen von Beginn an nur sehr schwer ins Spiel. 6 Tore nach zehn Minuten ließen Böses erwarten. Es wurde aber nach und nach besser, vor allem, nachdem der bis dahin wichtigste Spieler des Gegners mit einer Manndeckung belegt wurde. Die anderen fünf Spieler hatten zwar mehr Platz, taten sich aber auch schwerer als erwartet. So gelang es Queis beim 10:10 erstmals wieder auszugleichen, aber eine Wende war es nicht. Die SG HSC 96/ TuS Dieskau legte wieder vor, Queis gelang noch zweimal der Ausgleich und mit dem Schlußpfiff sogar der Führungstreffer zum 15:14. Es schien zu laufen, aber für Überheblichkeit oder Vorfreude war es definitiv der falsche Moment.

In Halbzeit 2 gelang Queis beim 16:14 zum einzigen Mal eine Zweitoreführung, doch die SG HSC 96/ TuS Dieskau glich postwendend aus. Fortan legte die SG HSC 96/ TuS Dieskau immer vor, Queis glich bis zum 22:22 immer wieder aus. Das Spiel stand auf des Messers Schneide. Mit dem scheinbar besseren Ende für die Gäste, denn dreieinhalb Minuten vor Ultimo führten sie mit 22:25 und hatten die Hände am Meisterpokal. Es war zum ersten Mal im Spiel, dass ein Team diese Differenz vorlegen konnte. Die wenigsten Zuschauer in der Halle hätten nunmehr noch einen Pfifferling auf Queis gewettet. Doch mit 3 Toren in Folge gelang Queis eine Minute vor Schluss der Ausgleich. Den Ball hatte allerdings der Gast, doch wurde er bei einem Abspiel zur Außenposition 20 Sekunden vor dem Ende vertändelt. Und plötzlich, entgegen aller Erwartungen bekam Queis sogar die Chance das Spiel völlig zu drehen. Sekunden vor dem Ende stürzte die halbe Mannschaft der SG HSC 96/ TuS Dieskau auf Martin Heimer, der nach einem Freiwurf hochstieg, aber den Ball zentimetergenau auf einen einlaufenden Außenspieler ablegen konnte, der zentral bei 6 Metern die Siegchance hatte. Der gegnerische Torwart verhinderte mit einer Parade die Meisterschaftsvorentscheidung, die Punkte wurden geteilt und die SG HSC 96/ TuS Dieskau hat damit das direkte Duell gewonnen. In der Tabelle änderte sich aber nicht allzu viel: Queis liegt immer noch 2 Punkte vorn. Die unwahrscheinlichste aller Lösungen war eingetreten: es war keine Vorendscheidung gefallen.

Bei zwei noch ausstehenden Spielen darf sich die SG Queis nunmehr keinen Ausrutscher leisten, was gegen die um Platz 3 kämpfenden Gegner aus Landsberg und Halle sehr schwer wird. Deshalb wählte ich auch bewusst eine entgegengesetzte Überschrift als der Gegner in seinem MZ- Bürgerreporter- Spielbericht.

Aufstellung: Schladitz, Felsch// Stolle, Ebensing, O. und F. Joachimi, Heimer, Wolfermann, Weiland, Möbius, Göllner, Schmidt, Goral, Hammer
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