SG Queis sichert sich die Bezirksliga- Meisterschaft

  Die Bedeutung des Spiels war vorher klar: bei einem Sieg wäre die Meisterschaft klar, bei einer Niederlage wäre sie erst am letzten Spieltag gefallen. Nachdem in den letzten Spielzeiten die SG Queis am Saisonende immer mal wieder Meisterschaftschancen verspielt hatte (2012, 2014 und besonders 2015) sollte das in diesem Jahr nicht wieder passieren. Wie schwer das werden würde zeigte sich darin, dass unser Gegner in diesem Jahr alle Spiele gewonnen hatte, zumeist recht deutlich. Und darauf zu vertrauen, dass sie wieder so einen gebrauchten Tag wie im Hinspiel beim 25:11 erwischen würden, konnte keine vernünftige Spieltaktik sein- auch das war klar.
Bei Queis fehlten aus unterschiedlichen Gründen drei Spieler. Der Rest war aber hochmotiviert und zeigte das bis zum 1:3 nach zehn Minuten auch deutlich. Doch die Spielgemeinschaft HSC 96/ TuS Dieskau war absolut gewillt, die letzte Chance zur Verteidigung des Doubles zu nutzen und drehte bis zur 17. Minute das Spiel auf 5:4. Es war allerdings die einzige Führung der Gastgeber, wie sich später zeigen sollte. Queis ging wieder in Führung, aber Maik Weiland bekam die erste Queiser Zeitstrafe. Sepp Kirchner ersetzte ihn auf Halblinks- und dieser aus der Strafe geborene Wechsel war Gold wert (ich könnte sagen, es war das glückliche Trainerhändchen, aber das wäre gelogen). Von den folgenden 8 Queiser Treffern machte Sepp Kirchner 6 Tore. Zwei Tage zuvor hatte ich noch mit ihm geflachst, er möge uns bitte schon am Sonntag zur Meisterschaft werfen- er nahm es für bare Münze und tat sein Bestes.
Mit dem Pausenpfiff erhöhte Queis auf 8:10. In der Pause war klar, dass hier noch nichts, aber auch gar nichts vorbei ist. Bis zum 11:15 war es wiederum Sepp, der uns aber scheinbar schon auf die Siegerstraße brachte. Noch waren aber 20 Minuten auf der Uhr und die Wechselmöglichkeiten gingen in Richtung Nullpunkt. Bereits zu Beginn hatte sich Benjamin Schmidt eine Knieblessur zugezogen, nun saß auch Spielmacher Falko Joachimi mit dem Eisbeutel im Gesicht auf der Bank. Nach wie vor gelang es aber, die meisten Angriffe des Gegners abzuwehren, durch starke Abwehrarbeit und gute Torhüterleistungen beider Keeper. Allerdings kam der Titelverteidiger dann doch noch mal heran, weil wir vorn leider immer wieder klare Chancen nicht nutzten, darunter zwei Strafwürfe. Und nach dem 14:17 stand es 4 Minuten vor dem Schlußpfiff dann tatsächlich 17:17 und alles war offen. Die richtige Zeit für die grüne Karte war gekommen. Benjamin Schmidt und Falko Joachimi warfen sich noch mal ins Geschehen und eigentlich wäre es an der Zeit gewesen, den bis dahin im Angriff glücklos agierenden Oliver Joachimi zu erlösen, der zudem durchgespielt hatte. Mit Tim Möbius hätte ich mehr als eine zweite Wahl für diese Position gehabt. Ich tat es nicht, zum Glück. Denn es war Oliver, der die beiden letzten Tore erzielte (17:18 und 18:19); einmal mit Schmackes von der ungeliebten Rechtsaußenseite (endlich mal !!!), einmal per Abstauber, als doch tatsächlich gleich zwei Abpraller hintereinander bei uns landeten und so das Glück auch mal die Queiser begünstigte.
Vorbei war es da noch nicht. Wieder war es Oliver, der 18 Sekunden vor dem Schlußpfiff im Mittelpunkt stand und nach einer als taktischem Foul zu beschreibenden Situation den roten Karton sah. Noch hatte die Spielgemeinschaft HSC/ TuS Dieskau die Chance, zumindest ein Remis zu erreichen und die Entscheidung in der Meisterschaft zumindest zu vertagen, denn selbst bei einem Unentschieden wären unsere Meisterschaftschancen noch immer hervorragend gewesen. Nach nur acht Sekunden war allerdings wieder Gleichzahl hergestellt, als ein Spieler der Spielgemeinschaft HSC 96/ TuS Dieskau ebenfalls vom Platz flog, während sein Trainer die letzte Auszeit nahm. Der Gastgeber bekam trotzdem auf Rechtsaußen noch mal eine gute Wurfchance und traf- allerdings auf der Linie stehend, wie die Schiris entschieden. Aus, vorbei, Sieg und Titel.
Die Freude nach einigen Enttäuschungen in der letzten Saison war riesig. Besonders gefördert wurde dies sicher dadurch, dass wir den entscheidenden Schritt in einem Spiel gegen den direkten Kontrahenten machten. Gegen die Mannschaft, die fast immer die 30 Tore- Marke knackt, aber gegen Queis das in beiden Spielen zusammen addiert nicht schaffte. Und trotzdem war und ist zumindest für mich die Spielgemeinschaft HSC 96/ TuS Dieskau unterm Strich die härteste Nuss gewesen, im Rückspiel war es zu sehen. Auch sie spielten eine richtig gute Saison und wären in vielen vergangenen Bezirksligajahren mit 6 Minuspunkten Meister geworden. In dieser Saison waren wir aber dann doch mal wieder die Mannschaft, die das glücklichere Ende für sich hatte und auf Grund beider gewonnener direkter Vergleiche wohl auch zu Recht den Titel holten.
Ein wichtiger Fakt ist aber natürlich auch, dass wir vom ganz großen Verletzungspech verschont blieben und die kleineren Lücken im Feld wie im Tor immer schließen konnten. Ohne über eine zweite Mannschaft zu verfügen, was an sich schon ein kleines Kunststück ist. Auch das muss passen, wenn man am Ende ganz oben stehen will.
Nun stehen trotzdem noch zwei Saisonspiele an. Die Motivation besteht nunmehr darin, die seit über drei Jahren haltende Heimserie (Niederlagenfrei in der Liga, alle Niederlagen in Landsberg seit März 2013 waren Pokalspiele oder Auswärtsspiele) noch fortzusetzen.
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