825 Jahre Neumarkt zu Merseburg (1)

2013 jährt sich zum 825. Mal die Ersterwähnung des Merseburger Neumarkts. Im Mai wird es dann hier eine Neuauflage des Merseburger Bürgercampus mit interessanten Veranstaltungen geben. Und anlässlich des diesjährigen Schlossfestes soll wohl u.a. auch daran erinnert werden, dass vor 200 Jahren bei Leipzig die Völkerschlacht stattfand – die am Neumarkt nicht folgenlos vorbeiging…
Im Folgenden werde ich hier aus meiner „Merseburger Chronik“ einige Auszüge zu dieser Thematik einstellen:

1188

beurkundet Barbarossa am 25.11. in Gernrode einen neuen Markt für Merseburg, den Neumarkt. Dabei St. Thomae, die Neumarktkirche, Neumarktbrücke und die Brücke über die Kleine Saale ersterwähnt. Bis dahin könnte die Burgstraße als Haupthandelsplatz fungiert haben (das Gebiet um den heutigen Markt dürfte noch unerschlossener Mündungssumpf der Geisel gewesen sein). Neben einer eigenen Münze wird Merseburg in jener Zeit auch Wechselstuben für fremde Kaufleute gehabt haben.

1283

Am 22.2. Ersterwähnung der Meuschauer Mühle und einer Hohen Brücke (der Neumarktsbrücke?).

1289

erstmals eine bürgerliche Selbstverwaltung in Merseburg erwähnt, Ratsmeister und Ratsleute (consules), auf dem Siegel zur Urkunde vom 22.8. ist auch erstmals das Stadtwappen zu erkennen.
Ersterwähnung des Gutshofes Werder sowie der unteren, der Neumarktmühle.

1427

bricht ein Streit zwischen der Stadt und dem Neumarkt wegen der Brau- und Schankrechte aus.

1430

kommt es zum weiteren Ausbau des Burg- und Stadtmauersystems insbesondere der Domfreiheit (da Bischof Nikolaus Lubeck wegen seiner Mitverurteilung des Jan Hus Einfälle der Hussiten fürchtete? Der äußere Mauerring um die Domfreiheit wird im Allgemeinen aber Johannes Bose zugeschrieben, der zu dieser Zeit noch Dompropst war). In Zusammenhang mit der neuen Mauer Gasse beim Neumarkttor sowie Königstor erwähnt.

1435

am 8.5 wird der Streit um den Hansebeitritt zwischen Bischof und Rat beigelegt. Die Stadt muss 600 Gulden an den Bischof zahlen und das Neumarkttor abgeben, Torwächter und Hausleute werden auf den Bischof eingeschworen und auch das Bürgerrecht dementsprechend fixiert.

1547

Die Stadt wird mit einer Kontribution von 4000Fl. für den Schmalkaldischen Krieg belegt, neuerliche Rekrutierungen. Die kurfürstlichen Hauptleute Weil von Pappenheim und Friedrich von Thune plündern den Domschatz, u.a. die goldene Altartafel Heinrich II. und Prunkeinbände der Domstiftsbibliothek. Neumarktbrücke zerstört (Wiederaufbau als Dachbrücke?).
Der Administrator August von Sachsen gibt der Stadt das (1435 vom Bischof eingezogene) Neumarkttor zurück.

1594

Straße vom Neumarkttor bis zur Hohen Brücke mit Abbruchstein des Petri-Klosters gepflastert. Abgebrochen werden auch die letzten Gebäude des ehemaligen Königshofes (Vorwerk und alte Schäferei).
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1 Kommentar
Gitte Kießling aus Halle (Saale) | 08.02.2013 | 13:48   Melden
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