825 Jahre Neumarkt zu Merseburg (2)

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Neumarktbrücke und -kirche

1618

wird das äußere Gotthardttor erneuert und auf dem Neumarkt ein Pranger (genannt Kak) gesetzt.

1636

besetzen schwedische Truppen unter General Baner vom 23.1.-3.3. die Stadt, erpressen 5000 Fl. Kontribution, Brandschatzungen, die Domherren fliehen erneut, beim Abzug der Schweden wird der Bürgermeister Christoph Vocke verschleppt, erst gegen Zahlung von 1200 Fl. wieder freigelassen, sächsische Verbände eilen den Schweden am 4.3. durch Merseburg nach, kehren z.T. in die Stadt zurück, ab 20.11. nehmen Reiterkompanien unter Oberst Dehne Quartier. Die Schweden hatten die Neumarktbrücke abgebrannt, die der Kurfürst (doch vorerst ohne Dach) wiederherrichten lässt

1637

muss die Stadt den Schweden (unter Oberst Schlange sowie dem halleschen Stadtkommandanten) wie Kaiserlichen (unter Oberst Druckmüller sowie dem Leipziger Stadtkommandanten) Kontribution zahlen und deren Truppen mit Proviant versorgen, die Neumarktbrücke wird erneut zerstört, Fährbetrieb zwischen Stadt und Neumarkt.

1638

am 10.10. sinkt die Fähre zwischen Stadt und Neumarkt, 14 Tote.

1639

erneut schwedische Besatzung, nach deren Abzug verbleibt eine Wachmannschaft in der Stadt, die sich vor aus Leipzig anrückenden Sachsen 5 Tage im Eulenturm verschanzen, am 20.6. muss die Stadt, obwohl kurfürstlich besetzt, dem schwedischen Kommandanten Halles Kontribution zahlen, am 25.8. plündern Schweden in Merseburg, am 2.8. ist die Neumarktbrücke wieder passierbar, Brückengeleit wird erhoben (wogegen der Rat der Stadt protestiert), am 25.8. plündern wieder Schweden in der Stadt. Pest (285 Opfer in der Maximi-, 42 in der Thomas-Gemeinde). Vor Hunger sollen Merseburger in diesem Kriegsjahr Gras und Kraut, Hunde und Katzen gegessen haben. 14 Unbekannte starben im Hospital, 26 las man tot von der Straße auf, 9 starben im Stockhaus, 3 im Waschhaus, 2 in der Pulverhütte.

1664

im Frühjahr sind 22 eingeäscherte Häuser wieder aufgebaut. Vor dem Neumarkttor wird eine Ziegelei errichtet und die Walkmühle der Neumarktmühle wird erstmals erwähnt. Am 22.8. wird die Neumarktbrücke als Zugbrücke eingeweiht.

1703

Die Neumarktbrücke erhält ein neues Schieferdach.

1713

Im August/September wird das Dach der Neumarktbrücke mit Schiefer gedeckt.

1757

liegt bis 25.4. in Merseburg ein preußisches Freibataillon in Quartier; vom 25.-30.8. besetzen französische Husaren die Stadt; am 3.9. machen österreichische Husaren die Neumarktbrücke unpassierbar, am 31.10. stehen sich Preußen (auf dem Neumarkt) und Franzosen (in der Stadt) gegenüber, Prinz Soubise, der Heerführer der Franzosen logiert im Schloss, die Franzosen brennen die Neumarktbrücke ab und ziehen sich nach Mücheln zurück; Friedrich der Große übernachtet vom 31.10. zum 1.11. im späteren Gasthaus Fasanerie; am 2.11. wird die Neumarktbrücke auf Befehl des Fürsten Moritz von Dessau wiederhergestellt. Schließlich kommt es am 5.11. nahe Merseburgs zur Schlacht bei Roßbach.

1764

wenden sich Bewohner des Neumarkts an die Regierung in Dresden und bitten in der Vorstadt wieder alljährlich einen Markt abhalten zu dürfen; der Merseburger Rat erstellt dazu ein negatives Gutachten und beantragt seinerseits, vor einem der vier Jahrmärkte noch einen Roß- und Viehmarkt. Gründung der Beutlerinnung.

1765

wird dem Neumarkt ein Jahrmarkt (für die Fastenzeit?) genehmigt (erstmals gehalten am 1.5.?).

1813

rücken am 6.4. Kosaken in Merseburg ein, am 29.4. werden sie von 800 Preußen abgelöst, die sich nach heftigen Kämpfen aber wieder zurückziehen müssen, danach lagern etwa 20 000 Italiener auf dem Neumarkt, der Vicekönig von Italien Eugen logiert im Schloss; am 1.5. wird das Andreashospital städtisches Krankenhaus; am 2.5. werden Stadt und Stift mit Verwundeten aus der Schlacht von Großgörschen belegt, in dieser, auf dem Territorium des Hochstifts Merseburg stattfindenden Schlacht besiegt Napoleon die verbündeten Preußen und Russen, und Scharnhorst wird so schwer verwundet, dass er Wochen darauf stirbt; am 15.8. findet im Dom eine große Feier anlässlich Napoleons Geburtstag statt; am 18.9. vertreiben Preußen, Österreicher und Kosaken unter General Thielemann die französische Besatzung Merseburgs, dabei wird die Neumarktbrücke zerstört, gefüllte Scheunen brennen ab (30 000 Taler Schaden); am 12.10. marschieren russische Infanterieverbände durch Merseburg, am 15.10. Baschkiren; am 19.10. erfährt man in Merseburg vom Sieg der alliierten Truppen über Napoleon (und der mit den Franzosen verbündeten Sachsen) bei Leipzig; nach der Völkerschlacht ziehen fliehende Franzosen und sie verfolgende Alliierte durch Merseburg, so lagern am 22.10. etwa 40 000 Baschkiren von den Gotthardtscheunen an bis Schkopau, am 23.10. kommen etwa 30 000 Franzosen durch die Stadt, General Bernadotte logiert im Schloss.

1815

Am 23.6. kommt Friedrich Wilhelm III. nach Merseburg; auf der Neumarktbrücke erhält er die Nachricht vom Sieg der Alliierten über Napoleon bei Waterloo. Am 11.9. erhält Merseburg Straßenbeleuchtung (erste von 48 Öllaternen am Neumarkttor).

1819

wird das Neumarkttor abgebrochen.
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