Berger und Bauer

Am heutigen 20. Dezember wäre Siegfried Berger 121 Jahre alt geworden. Und am 23. Dezember jährt sich zum 46. Mal der Todestag Walter Bauers. Beides gewiss keine Jubiläen, aber dennoch respektabler Anlass, an beide großen Merseburger Schriftsteller des 20. Jahrhunderts einmal mehr zu erinnern.
Da beide Autoren Gedichte an uns Nachgeborene verfassten, sollen an dieser Stelle beide auch selbst zu Wort kommen:



Siegfried Berger

Letzter Wille


Bin ich einst vergangen,
Ist mein Leib verglüht,
Trauert nicht in Bangen
Mit betränten Wangen. –
Singet mir ein Lied!

Alle mein Gebrechen –
Ist mein Leib verloht –
Wollet ledig sprechen
Und in Eintracht brechen
Unser heilig Brot.

Fiel die enge Schranke,
Wird ich nicht emhr sein,
Strophe und Gedanke
Sei mit euch! Zum Tranke
Hebt den heilgen Wein!

Letzte Treue schenket:
Seis gering und klein,
Meines Werks gedenket!
Und die Asche senket
Bei dem Vater ein.
(Aus: „Das Ja zum zum Leben – Ein Siegfried-Berger-Lesebuch“ herausg. von Hans-Martin Pleßke)


Walter Bauer

An meine Freunde


Das Licht
Lobte ich
Gegen das Dunkel.
Den Morgen
Pries ich
Gegen die Nacht.
Die Freundschaft
Rühmte ich
Gegen die Härte.
Das Lächeln
Gab ich
Gegen finsteren Blick.

Obgleich ich wußte…
Aber ich hätte sonst
Nicht hier sein wollen.

Vergehen wird es,
Ich weiß, mein Bemühen
Mit mir:
Doch wenn ich gehe,
Erinnert euch: ich
Gab nicht auf.
(Aus: „Sonnentanz – Ein Walter-Bauer-Lesebuch“ herausg. von Günter Hess und Jürgen Jankofsky)
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4 Kommentare
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Peter Hoffmann aus Bitterfeld-Wolfen | 20.12.2012 | 18:27   Melden
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Jürgen Jankofsky aus Leuna | 20.12.2012 | 18:33   Melden
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Danilo Pockrandt aus Halle (Saale) | 20.12.2012 | 18:39   Melden
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Jürgen Jankofsky aus Leuna | 21.12.2012 | 17:35   Melden
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