DIE GRÖSSTE SHOW NUMMER MEINES LEBENS Teil: 5 - Der Aufbau beginnt

Bereits am Samstag der Vorwoche waren die ersten Bühnenarbeiter angereist und begannen die Jahrhunderthalle komplett umzubauen. Die gesamte Halle sollte Bühne werden, eine Doppelbühne, und das Publikum sollte auf einer Tribüne gegenüber sitzen, knapp 600 Plätze. Es wurden Stahlträger in die Halle geschleppt, der gesamte Fußboden verkleidet und mich faszinierte einmal hinter die Kulissen einer großen Fernsehproduktion gucken zu können. Einige Bühnenarbeiter und Arbeiterinnen, ja es waren auch Frauen dabei, bei dieser schweren Arbeit, lernte ich dann im Gasthof „Zur Linde“ kennen, und es waren alles nette, umgängliche Personen.
Am Sonntag kamen dann noch mehr Leute, die sich mit der Bühne befassten und am Montag kam die gigantische Scheinwerferanlage. Zum Schluss waren es etwa 200 eifrig wirbelnde Menschen, die sich mit der Produktion beschäftigten. Für die Stahlkonstruktion, die an der Hallendecke 270 Scheinwerfer aufnehmen musste, wurde extra die Belastbarkeit der Hallendecke neu berechnet um die tonnenschwere Last tragen zu können. Ich lernte nun auch den Mann kennen, der diese riesige Anlage vermietet, natürlich bei einem Glas Bier. Er verschanzte sich hinter einem gewaltigen Mischpult und mehreren Computern. Fast alle der Schweinwerfer waren natürlich beweglich, wie das heutzutage so üblich ist.
Als die meisten Bühnenarbeiter, Beleuchter, Kamera Leute, Requisiteure, Aufnahmeleiter, Produzenten und der Regisseur nach dem Frühstück in der Halle ankamen, war ich meistens schon da. Nach zwei Tagen kannten mich schließlich alle, wobei auch mein etwas ungewöhnliches Outfit hilfreich war. „Es macht einfach nur Spaß, mal hinter die Kulissen von so einer große Produktion schauen zu dürfen“, entgegnete ich dem Produzenten Peter Ringleb, der mir auch sehr sympathisch war. Und ich durfte überall hin, unterhielt mich mit allen, die mir über den Weg liefen und ich bemerkte eine durchorganisierte stressig und dennoch entspannte Atmosphäre, wobei jeder wusste, was er zu tun hatte. Es brüllte niemand herum und es gab scheinbar niemals Streit, wobei ich natürlich nicht wissen konnte, was während den täglichen internen Besprechungen ablief, die mir natürlich verborgen blieben.
Der Mittwoch rückte nun langsam immer näher und am Abend sollte die erste Probe anlaufen. Für mich, dass heißt für die Spergauer, die die 82 Kinder bitten wollten, meine 82 Bilder in die Halle zu tragen und sie mit mir auf der Bühne zu präsentieren, gab es noch einige organisatorische Schwierigkeiten. Es musste eine schriftlicher Einverständniserklärung, auch so ein tolles Wort, wie Taubenfütterungsverbotsverordnung, der Eltern vorliegen. Außerdem musste die Schule informiert werden und auch vom Arzt musste eine Bestätigung vorliegen, dass alles in Ordnung ist für jedes einzelne Kind, und das zwei Tage vor der Show. Schließlich waren am Abend nicht mal 50 Kinder da. Na gut, dann muss es erst mal so gehen, „aber am Freitag sind sie vollzählig.“ „Aber selbstverständlich“ wurde mir versprochen. Eigentlich bringt mich nicht so schnell etwas aus der Ruhe, aber in Anbetracht dieser großen Gelegenheit fast die Hälfte meiner Weltbilder in einer großen Fernsehshow auf einer großen Bühne zu sehen, machte mich schon etwas nervös. „Wir brauchen am Freitag 82 Menschen und das können auch Erwachsene sein“ meinte ich. „Egal wer sie trägt, die Bilder müssen auf die Bühne“.
Und nun die erste Probe. Inka war auch schon da. Ich wurde ihr vorgestellt und ihre aufgeschlossene lockere Art machte sie mir sofort sympathisch. Und was mir auch gleich auffiel, sie war mindestens genau so groß wie ich, was im Fernsehen immer ein bisschen anders aussieht. Live ist eben Live. Dana Berlin von der Produktion brachte mir die versprochenen zwei V.I.P. Karten für meine Loreley und für mich, nicht das ausversehen noch jemand mich als Beteiligten aus der Halle entfernt. Die Security ist manchmal auch so ein Ding für sich, aber an dem Produktionsabend gab es auch da nur Positives zu berichten. Die Pappen waren von Yvonne alle 82 vorbereitet, obwohl wir nun gar nicht soviel brauchten, leider. Der Regisseur Utz Weber war nun auch da und saß hinter mehreren Monitoren in der Mitte der Tribüne, darüber die Leute für den Ton hinter riesigen Mischpulten, daneben der schon erwähnte Herr über hunderte von Scheinwerfern. Wenn man übrigens mal hinter der Bühne von der einen Seite auf die andere musste, lief man auf einen Teppich von Kabeln.
Peter Gehre
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