DIE GRÖSSTE SHOW NUMMER MEINES LEBENS Teil: 7 - Nach dem Trailer – die Bilder sind in der Halle

Bei einem kühlen Feierabend Bier bereiteten wir uns auf den nächsten Tag vor. Inzwischen waren auch meine 83 Weltbilder in der Halle angekommen, die sofort von Yvonne Beccard und ihren fleißigen Helfern, nachdem Nicole verschwunden war, aus meiner Galerie abgeholt worden. Das war schon ein komisches Gefühl die leeren Wände zu sehen. Nun standen sie in der Halle gestapelt und in der richtigen Reihenfolge, denn das war ja das Wichtigste um die Vision des fließenden Übergangs auf der Bühne gut zu erkennen. Diese Herausforderung auf die Bilder aufzupassen und dann noch 82 Kinder und Erwachsene zu betreuen, das sollte für die liebe Andrea Ungethüm eine besondere Herausforderung werden. Aber sie erfüllt den Job mit Bravur und ein bisschen habe ich ihr auch geholfen.
Erschwerend sollte auch noch dazu kommen, dass am nächsten Tag, Freitag, dem Produktionstag, der heißeste Tag des Jahres angesagt war. Und so kam es dann auch, 33 Grad im Schatten und circa 50 Grad in der Halle, Tendenz steigend durch die Zuschauer und die vielen Scheinwerfer. Obwohl zwei Klimageräte angeschafft wurden, wurde es extrem heiß, im wahrsten Sinne des Wortes. Auch ein Notstromaggregat stand neben der Halle, denn kurz vor Show-Beginn wurde das Stromnetz gekappt und alles lief über den Generator. Man wollte sich kein Schwarzbild leisten, denn es war ja, wie schon erwähnt, eine Live Sendung. Inzwischen waren auch die beiden Ü-Wagen eingetroffen, die am Vortag noch in Polen bei der Fußball Europameisterschaft im Einsatz waren. Dies und vieles mehr wahren für mich logistische Meisterleistung von professionellen Experten. Doch dazu mehr am nächsten Tag, denn da ging es erstmal richtig los.
Ich war natürlich am Freitagmorgen schon mal gucken, wie es nun fast fertig aussah. Die Doppelbühne machte einen guten Eindruck, obwohl ich damals noch nicht ahnte, dass ich der Einzige war, der die gesamte Doppelbühne aufgrund meiner vielen Bilder benutzen durfte. Ansonsten wurde auf der einen Bühne übertragen und auf der anderen Bühnenseite wurde emsig umgebaut, was natürlich der Fernsehzuschauer nicht sehen konnte, sondern nur das Publikum in der Halle. Für 17.00 Uhr war die Generalprobe angesetzt, wo das komplette Programm einmal durchgespielt werden sollte, 90 Minuten in einem Guss. Es wurde Mittag und es war schon heiß, doch es sollte noch heißer werden. Ich dachte schon an mein Outfit, schwarze Hose, rotes Satinhemd, goldene Weste und rote Lederstiefel und das bei den Temperaturen, aber da muss ich durch, beschloss ich für mich einstimmig. Mit dem Gedanken begab ich mich auf den Weg in meine Galerie, doch zuvor meinte Andrea noch: „Wir müssen Nummern auf die Rückseiten der Bilder kleben, damit wir nicht durcheinander kommen.“ Gemeinsam haben wir das Problem gelöst.
In meiner Galerie angekommen, war ich schon vom Sitzen schweißgebadet. Ich machte mich frisch und stieg langsam in mein Bühnen-Outfit. Langsam ging ich wieder in Richtung Jahrhunderthalle. So etwas in Spergau, das hätte man sich noch vor dem letzten, friedlichen Krieg nicht im Traum vorstellen können, ging es mir durch den Kopf. Ab 16.00 Uhr gab es dann einen perfekten Zeitplan, denn ab nun musste alles stimmen. Als erstes musste ich in die Maske, doch da herrschte reger Andrang, das DEUTSCHE FERNSEHBALLETT und andere Künstler standen Schlange und ich gesellte mich dazu. Dann kam auch noch CHARLY BRUNNER, der aber gleich wieder ging mit der Bemerkung: „Die haben das nötiger als wir.“ Ich blieb trotzdem und dann kam NIK P., der meine roten Westernstiefel bewunderte und wissen wollte, woher ich sie hatte. Er hatte ähnliche, aber wahrscheinlich maßgeschneiderte. Dann war ich dran in der Maske. Auch hier gab es nur nette Damen, wobei die eine meinte, dass sie kurz vor meinem Auftritt immer in meiner Nähe sei. Sie hatte natürlich meinen Schweißfluss bemerkt. Danach ging ich zur nächsten Station gegenüber, auf der anderen Seite, den Weg hinter der Bühne auf hunderten von Kabeln entlang zum Verkabeln mit Mikro und Funk. Nun war ich bereit, sah nach meinen Bildern und zu Andrea auf einen Podest stehend und zu den Kindern appellierend, das sie der Boss ist und wie das jetzt hier abläuft und das nur sie das Sagen hat, beeindruckend. Zwischendurch kam Inka zu mir, auch Nicole war da, dann kamen Regie Assistentinnen auf mich zu, wie das Zeichen für meinen Auftritt aussieht und dann begann das Warten hinter der Bühne bei Yvonne und meiner Staffelei mit dem Kiribati – Bild, welches ja von Nicole und mir live in der Show signiert werden sollte. Die Ölfarben hatte ich auch schon auf der Palette. Irgendwie strebe ich ja auch gern nach dem Perfektionismus, wohl wissend ihn nicht erreichen zu können, aber ihn möglichst nahe zu kommen.
Und dann war es soweit – Generalprobe – Ruhe in der Halle. Der Regisseur Utz Weber nahm jetzt alle Fäden in die Hand. Er nahm Platz hinter dem Regie Pult mit den vielen Monitoren und gab Anweisungen über das Mikrofon und alle wichtigen Leute hatten Head Sets, die Kamera Leute, die Assistentinnen, die Requisite, die Kabelträger und die vielen Helferinnen und Helfer. Ich sah von hinter der Bühne meine Bilder mit den Kindern im Foyer der Halle stehen und konnte über einen Monitor das Geschehen auf der Bühne beobachten, überall standen Monitore. Die Bühnenarbeiter waren jetzt total relaxt, für sie ging es nach der Show wieder los, den ganzen Plunder nach sechs Tagen Aufbau in wenigen Stunden wieder abzubauen, einzupacken und für die nächste Show bereit zuhalten.
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