Romanikpreis 2014 und Sonderpreis 2015 des Ministeriums für Wissenschaft und Wirtschaft des Landes Sachsen-Anhalt

Goldmedaillen-Preiträger montâlbane-ensemble mit LTV-Geschäftsführerin Bärbel Schön (l.), der Landesvorsitzenden der FDP und Generalkonsulin der BRD in Polen Dr. Cornelia Pieper (2.v.r.) und Lars-Jörn Zimmer, MdL und Vorsitzender des Tourismusverbandes Sachsen-Anhalt (r.)
 
Kirche St. Nikolaus in Beuster - nördlichster Standort an der "Straße der Romanik"
 
Sonderpreis des Ministeriums für Wissenschaft und Wirtschaft 2015 für die Stadt Haldensleben v.l. Minister Hartmut Möllring, Bürgermeister Norbert Eichler, Stadtmarketing- Abteilungsleiter Lutz Zimmermann und LTV-Geschäftsführerin Bärbel Schön

Ensemble montalbâne erhielt die Goldmedaille für seine Aktivitäten als national und international tätiges Musikprojekt und kulturpolitisches Netzwerk zur Förderung mittelalterlicher Musik und Kultur in Sachsen-Anhalt

Zum 20. Mal wurde mit der Verleihung des Romanikpreises besonderes Engagement zur Steigerung der Bekanntheit der „Straße der Romanik“ gewürdigt. 1995 initiierte der FDP Landesverband die Stiftung dieses Preises.

Am 11. April 2015 wurde der Romanikpreis 2014 und der Sonderpreis 2015 des Ministeriums für Wissenschaft und Wirtschaft des Landes Sachsen-Anhalt in der Backsteinkirche St. Nikolaus, Beuster (Altmark), Landkreis Stendal, übergeben.

Traditionell findet die Preisverleihung beim Vorjahres-Preisträger statt. Begrüßt wurden die Gäste durch Hans-Peter Bodenstein, der 2014 auf Schloss Wallhausen für seine Aktivitäten zur Untersuchung, Bewahrung und Vermittlung romanischer Artefakte der mittelalterlichen Kulturlandschaft der Altmark geehrt wurde.

Hartmut Möllring, Minister für Wissenschaft und Wirtschaft des Landes Sachsen-Anhalt übergab den Sonderpreis des Ministeriums. Dr. Cornelia Pieper, Landesvorsitzende des FDP Landesverbandes Sachsen-Anhalt und Generalkonsulin der Bundesrepublik Deutschland, sowie Lars-Jörn Zimmer, Vorsitzender des Tourismusverbandes Sachsen-Anhalt e. V. (LTV) und Mitglied des Landtages von Sachsen-Anhalt, nahmen die Auszeichnung mit dem Romanikpreis in Gold und Silber vor.

Aus 26 Vorschlägen wurden die Preisträger für den Romanikpreis 2014 und den Sonderpreis 2015 von der Fachjury ausgewählt.

Den Sonderpreis 2015 des Ministeriums für Wissenschaft und Wirtschaft erhielt die Stadt Haldensleben für ihr Projekt „Romanik für Alle“ – barrierearme Erschließung der Ruine Nordhusen.

Nordhusen ist ein wüst gefallener Ort in der Nähe von Hundisburg. Mit einer Kirchturmruine trägt das einst mächtige Bauwerk zum Geschichtserlebnis an der „Straße der Romanik“ bei. Durch andere Landesthemen kann dieses Erlebnis auf engstem Raum ergänzt werden. Der Barockgarten und der Landschaftspark Hundisburg-Althaldensleben sind bedeutsamer Bestandteil des Landesprojektes „Gartenträume“. Haldensleben hat einen Sportboothafen im Rahmen des Projektes „Blaues Band“ errichtet. Das gesamte Umfeld ist ein Eldorado für Archäologen, die hier Funde aus der Jungsteinzeit, Bronzezeit, Romanik bis in die Neuzeit bergen.

Diese Gegend, die viel Geschichte speichert, ist teils nicht für alle erreichbar. Das soll sich ändern, denn die Stadt Haldensleben hat einen umfänglichen, barrierearmen Ansatz gewählt, um diese geschichtsgeladenen Orte für Familien und Menschen mit unterschiedlichen Einschränkungen besser erreichbar zu machen. Das soll u. a. durch eine Lauschtour realisiert werden. Eine aussagefähige Beschilderung wird den Weg zu allen Attraktionen entlang des geschichtlichen Themenpfades für jedermann weisen.

Am 16.05.2015 zum Romaniköffnungstag, der landesweit begangen wird, kann man sich einer Radtour anschließen, die ihren Anfang am Kloster Groß Ammensleben hat und an der Ruine Nordhusen endet. Hier überrascht dann ein musikalisches Picknick die Romanik-Radler.

Mit dem Projekt soll das Profil der Region Haldensleben-Hundisburg als kulturhistorisch wertvoller Erlebnisraum weiter inszeniert werden. In der Kombination von Radwandern, barrierefreiem Zugang und Hörtexten entstehen Angebote, die an die Zielgruppen 50plus, Familien mit Kindern und Menschen mit Handicap angepasst sind.

Der Romanikpreis 2014 ging an:


Mit der Goldmedaille wurde das Ensemble montalbâne ausgezeichnet, das als musikalisches Projekt in wechselnder Besetzung renommierter Spezialisten, als Instrumentalensemble mit Solo-Sängern oder auch als Gregorianikschola fungiert.
Die Gründer sind Susanne Ansorg, Sebastian Pank und Robert Weinkauf.
Seit seiner Gründung 2013 gilt das Ensemble regional, landes- und europaweit als einer der offiziellen Botschafter des „Welterbe an Saale und Unstrut e. V“. Träger ist das Festival „montalbâne“, das mit seiner mittelalterlichen Musik seit 1991 zu den wichtigsten Musikfestivals in Sachsen-Anhalt und weltweit zu den innovativsten Alte-Musik-Festivals gezählt wird. Künstler aus mehr als 30 Ländern begeisterten inzwischen die Konzertbesucher.
Höhepunkte 2014 waren der Welterbewandertag, die Kloster-Sternfahrt des „Mitteldeutsche Klosterlandschaft e. V.“, Sonderführungen im Advent oder die Gosecker Schlossweihnacht.
Weiterhin zeichnet das Ensemble für die Werbung bezüglich des Welterbe-Antrags der Saale-Unstrut-Region als Kulturbotschafter mit verantwortlich. Die Erarbeitung verschiedener Veranstaltungsformate, z. B. „Wandelkonzerte“, öffentliche Führungen mit Musik aus der Klosterzeit, Schülerkonzerte und musikalische „Mitmach-Projekte“ für Kinder und Jugendliche liegen ebenfalls im gestellten Aufgabenbereich des Ensembles.

Eine Silbermedaille ging an die Stiftung Schulpforta für die touristische Erschließung des mittelalterlichen Erbes der Landesschule Kloster Pforta, z. B. durch den Neubau eines Besucherempfangszentrums und -parkplatzes, die Erweiterung der Toranlage, die Neugestaltung der angrenzenden Freiflächen und Gartenanlagen historischen Vorlagen und den Ersatzneubau der Straße zur verkehrstechnischen Anbindung.
Das Kloster war ein Korrespondenzstandort der Vereinigten Domstifter zu Merseburg und Naumburg und des Kollegiatstift Zeitz für die Ausstellung „Glanzlichter“.
Jährlich besuchen 30.000 bis 35.000 Touristen die Anlage Schulpforte.
Für 2015 und Folgejahre sind die Erneuerung des Audio-Guide-Systems und die Errichtung eines Kloster- und Schulmuseums geplant.

Die zweite Silbermedaille erhielt das Prignitz Museum für die Finanzierung von Restaurierungsarbeiten, die Finanzierung von musealen Veranstaltungen, wie z. B. der Veranstaltungsreihe „Jazz im Kreuzgang“ und jährlichen Weihnachtsspendenaktionen sowie Schaffung barrierefreier Bedingungen im Dom. Gerade die Schaffung von Barrierefreiheit in hochrangigen Denkmalen ist ein zentrales Problem vieler Stätten an der „Straße der Romanik“.

Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung durch den Organisten Friedemann Nitsch aus Seehausen.
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