Verleihung Romanikpreis 2016 und Sonderpreis 2017 des Ministeriums für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung des Landes Sachsen-Anhalt

Romanikpreisverleihung 6. Mai 2017 im Kloster Jerichow - Alle Preisträger & Laudatoren
 
Romanik-Sonderpreis 2017 des Ministeriums für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung für die Stadt und die Stiftung Kloster Ilsenburg
 
Romanikpreis 2016 - Goldmedaille für die Schönhauser Konfirmandengruppe
Schönhauser Konfirmandengruppe erhält Goldmedaille für ihr
„QonfipRojekt“ – Erarbeitung und Umsetzung eines Audioguide für
die Kirche „St. Marien und Willebrord“

Zum 22. Mal wurde mit der Verleihung des Romanikpreises besonderes Engagement zur Steigerung der Bekanntheit der „Straße der Romanik“ gewürdigt. 1995 initiierte der FDP Landesverband die Stiftung dieses Preises.

Am 6. Mai 2017 wurden der Romanikpreis 2016 und der Sonderpreis 2017 des Ministeriums für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung des Landes Sachsen-Anhalt im Kloster Jerichow übergeben.

Die Preisverleihung fand traditionell beim Vorjahres-Preisträger statt. Begrüßt wurden die Gäste durch Tilman Tögel, dem Vorstandsvorsitzenden der Stiftung Kloster Jerichow. Dem ehem. Vorsitzenden Ulrich Rethfeld wurde im letzten Jahr für sein dauerhaftes Engagement für das Kloster Jerichow auf Schloss Goseck die Goldmedaille verliehen.

Nun lud der Tourismusverband Sachsen-Anhalt e. V., Ausrichter der Festveranstaltung und Koordinator der erfolgreichen Ferienstraße, zur 22. Romanikpreisverleihung nach Jerichow ein.

Aus 24 Vorschlägen wurden die Preisträger für den Romanikpreis 2016 und den
Sonderpreis 2017 von einer Fachjury ausgewählt.

Den Sonderpreis 2017 des Ministeriums für Wirtschaft, Wissenschaft und
Digitalisierung
erhielt die Stadt und Stiftung Kloster Ilsenburg für die Entwicklung des Kulturzentrums Kloster Ilsenburg. Im Jahr 2000 wurde von Maria Fürstin zu Stolberg-Wernigerode die Stiftung Kloster Ilsenburg gegründet. Aufgabe der Stiftung ist es, Schloss und Kloster Ilsenburg zu erhalten
und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Im Jahr 2013 ging die Stiftungsleitung an Vorstandsvorsitzenden Rainer Schulze über.
Seither wird im Schloss und Kloster Ilsenburg ein Nutzungskonzept umgesetzt, das das Areal zu einem kulturellen Zentrum für die Region Ilsenburg entwickelt, welches seine Betriebskosten selbst erwirtschaftet. Klosterkirche und Schlosspark, die sich im Besitz der Stadt Ilsenburg befinden, werden in das Konzept eingebunden. Maßnahmen zur Entwicklung des Kulturzentrums Kloster Ilsenburg waren z. B. die Sanierung des Erdgeschosses des Schlosses als Café, das Anfang 2015 mit 80 Plätzen eröffnet wurde, die Sanierung des Dormitoriums (Schlafsaal der Mönche) und Umgestaltung zu Ausstellungs- und Tagungsräumen sowie die Einrichtung von Parkplätzen, dank Sanierung der Zufahrtsstraße 2016 durch die Stadt. …

Ein virtueller Klosterführer wurde als Bildschirm-Präsentation eingerichtet. Derzeit werden Kloster und Schloss mit moderner LED-Technik ausgestattet, um eine Illumination von der Stadt aus wirken zu lassen. Geplant sind die Aufstellung einer Orgel für attraktive Konzerte mit den Kulturpartnern
Kammerorchester Wernigerode, Nordharzer Städtebundtheater Halberstadt,
Rundfunkjugendchor sowie MDR-Musiksommer, die Einrichtung eines Klosterladens sowie die Einrichtung eines Museums der Malerei des 19. Jahrhunderts unter dem Aspekt der Ilsenburger Malerfamilie Georg Heinrich Crola.


Mit dem Romanikpreis 2016 in Gold wurde die Schönhauser Konfirmandengruppe um Pfarrer Ralf Euker für ihr „QonfipRojekt“, die Erarbeitung und Umsetzung eines Audioguide-Systems für den Innenraum der Kirche „St. Marien und Willebrord“, ausgezeichnet. Die Konfirmandengruppe 2016/17 erarbeitete zusammen mit ihrem Pfarrer Ralf Euker und dem ortsansässigen Mediendesigner Jörg Kluge einen Audioguide, der durch QR-Codes über das eigene Smartphone zu hören ist. Seit Ende Februar 2017 kann der Besucher somit in der Kirche „St. Marien und Willebrord“ zu Schönhausen den Stimmen der Konfirmanden über das eigene Smartphone akustisch folgen. Elf Stationen wurden von den zurzeit neun Konfirmanden gewählt. Wer mit seinem Smartphone den QR-Code scannt, wird nicht, wie gewöhnlich, mit einer Internetseite sondern mit einer mp3-Tondatei verbunden. Wer kein eigenes Smartphone zur Hand hat, wird für den Rundgang mit einem Leihgerät versorgt. Auf kleinen Tafelaufstellern finden die Besucher die QR-Codes und ein Foto von dem jeweils sprechenden Konfirmanden. Es gibt also keine anonymen Sprecher, sondern hier hört man die Jugendlichen aus Schönhausen, Hohengöhren und Neuermark-Lübars, die ihre Kirche selbst authentisch präsentieren. Neben allgemeinen Informationen über den Kirchenbau und dessen Geschichte werden dem Besucher interessante Einzelheiten über die Kanzel, das spätromanische Triumphkreuz oder den romanischen Taufstein, in dem bereits Otto von Bismarck getauft wurde, erzählt. Pfarrer Euker gab dem Projekt die Überschrift „Romanik und Hightech treffen sich“.

Das Reisen wird durch das mobile Internet verändert, ganz neue touristische Erlebnismöglichkeiten erschließen sich. Dieses Projekt zeigt das Interesse der Jugendlichen für ihre Kirche und dessen Geschichte, und ist eine kreative Idee, um bei Besuchern Interesse zu wecken und das historische Bauwerk zu beleben.

Eine Silbermedaille ging an den Arbeitskreis „Offene Kirche“ Burg für die ehrenamtliche Arbeit zur zuverlässigen Öffnung der St. Nicolaikirche in Burg seit 1993, also seit Bestehen unserer Ferienstraße. Im Arbeitskreis „Offene Kirche“ engagieren sich seit 1993 ca. 15 Mitglieder, die täglich von Mai bis September die Kirche verlässlich für die Besucher öffnen, für Führungen zur Verfügung stehen und Fragen beantworten. Die Kirchengemeinde Burg hat zwei Stationen – die sog. Ober- und die Unterkirche – an der „Straße der Romanik“. Die Kirche St. Nicolai und die Kirche Unser Lieben Frauen über eine so lange Zeit ehrenamtlich für Besucher und Reisegruppen zu präsentieren, ist aus Sicht der Jury und des in Burg ansässigen Pfarrers Peter Gümbel eine herausragende Leistung. Die Mitglieder des Arbeitskreises „Offene Kirchen“ haben teilweise gewechselt, einzelne Ehrenamtliche mussten den Dienst aufgeben, andere sind hinzugekommen. Aber es gibt auch einige, die von Anfang an bis heute dabei sind. Das ist ein außergewöhnlich kontinuierliches Engagement für diese beiden Kirchen an der „Straße der Romanik“.


Die zweite Silbermedaille erhielt der Förderverein „Alte DARRE Diesdorf“ e. V. für die Restaurierung und Schaffung eines heimatgeschichtlichen Museums in der Gemeinde Diesdorf. Zu den früheren Klostergebäuden gehört die im 14. Jahrhundert entstandene „Alte Darre", die ehemals als Brau- und Backhaus des Klosters von 1861 bis 1900 als Darre zur Trocknung von Kiefernzapfen diente. Die alte Einrichtung mit Trockenofen, Heißluftrohren und Gefachen ist fast vollständig erhalten geblieben und wahrscheinlich einmalig in Sachsen-Anhalt.
Die „Alte Dame“ ist nach der Untersuchung eines Holzes wohl im Jahr 1306 gebaut worden. Auf Schautafeln wird dargestellt, was bei den begleitenden archäologischen Untersuchungen ans Licht gekommen ist. Ein besonderer Schatz ist ein Pilgerzeichen aus Wilsnack in Brandenburg, das auf das 15. Jahrhundert datiert ist. Anfang der 2010er Jahre wurde die Darre restauriert und als heimatgeschichtliches Museum eingerichtet.

Der Förderverein „Alte DARRE Diesdorf“ e. V. entwickelt das Areal sukzessive weiter und möchte in naher Zukunft ein generationsübergreifendes Kulturzentrum in der historischen Darre in Diesdorf errichten.

Im kommenden 25. Jubiläumsjahr der „Straße der Romanik“ wird Diesdorf in das
Ausstellungskonzept Klosterwirtschaft des benachbarten Klosters Jerichow eingebunden.

Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung durch das König-Quintett aus Magdeburg.
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