Ein ganz normaler Dienstag!

Mansfeld: Großörner | Der 5. April 2016 war ein ganz normaler Dienstag. Es war ein frühlingshafter Tag und ich nutzte das Mountainbike, um am Morgen die 17 Kilometer von Siebigerode nach Hettstedt zur Arbeit zu fahren. Seit nunmehr 18 Jahren bin ich als rasende Reporterin, mit der Kamera zwischen Harz und Halden, für den Regionalsender "PUNKTum"-Fernsehen unterwegs. Unzählige, auch legendäre, Berichte zeugen von meiner Begeisterung,den Mansfällern aufs Maul zu schauen und im Bild festzuhalten.Nach der Schicht wartete an diesem Tag der Garten,so dass ich mich schon etwas zeitiger als gewöhnlich auf den Heimweg machte.Fröhlich trat ich in die Pedale.

Ich nutze auf meinem Weg durch Hettstedt, Großörner und Mansfeld möglichst vorhandene Radwege, leider gibt es diesbezüglich noch großen Nachholbedarf in der Region, z.B. auch im Ortszentrum von Großörner. Dort geschah es dann um 14.51 Uhr: Die Mansfelder Strasse in Höhe Gaststätte zur Linde befahrend, wurde ich plötzlich von einem PKW touchiert,der nach rechts, in die Meisberger Strasse, einbiegen wollte. Ich versuchte, auszuweichen und rief laut um Hilfe, doch da erhielt ich auch schon einen weiteren kräftigen Schlag und krachte so ziemlich ungebremst zu Boden. Ich ging davon aus,dass der Fahrer/Fahrerin des hellen Kombis anhält und mir zu Hilfe eilt, doch nein, er/sie fuhr ohne auch nur zu bremsen zügig weiter. Hilflos schaute ich dem Auto nach und versuchte noch das Kennzeichen zu erkennen. Leider sah ich nur den Anfang: MSH...Ich konnte nicht aufstehen, merkte,dass mit dem linken Bein etwas nicht stimmte. Mein erster Bruch in 53 Jahren. Zum Glück kam mir eine Frau,die gerade ihre Einkäufe nach Hause trug, zu Hilfe: Monika B. aus Großörner. Ich danke ihr dafür, wie auch dem Zeugen ,der sich meldete, als wenige Minuten später bereits die Polizei eintraf .Friseurmeisterin Kathleen H.,die gleich nebenan ihr Geschäft betreibt, kam ebenfalls herbeigeeilt. Sie kümmerte sich um mein Bike, als ich mich wenig später mit starken Schmerzen im Rettungswagen wiederfand. Auch ihr ein großes Dankeschön!

In der Notaufnahme des Klinikums diagnostizierte man mir einen komplizierten Sprunggelenkbruch und ich wurde zur OP weiter verlegt. Nun werde ich für Wochen und Monate nicht laufen und nicht arbeiten können. Eine Katastrophe für mich, meine Familie und unseren kleinen Fernsehsender.
Die ganze Zeit frage ich mich: hat der Fahrer des Unfallfahrzeugs mich nicht gesehen und den Aufprall nicht bemerkt (und wundert sich nun über die Beule an der Beifahrerseite seines Kombis) oder ist er absichtlich einfach weiter gefahren? Dann sollte er (oder sie) aber zumindest ein schlechtes Gewissen haben und auch das kann wehtun. Für diesen Fall gebe ich ihm/ihr einen alten Spruch ,den ich einst von meiner Oma lernte, mit auf den Weg:
"Wenn einen das schlechte Gewissen beißt, dann sollte man wissen ,dass es heißt - das Problem zu beheben, um in Ruhe weiter zu leben..."

Ute Becker
Siebigerode
0
 auf anderen WebseitenSendenMelden
3 Kommentare
MZ - BürgerReporter aus Halle (Saale) | 25.04.2016 | 15:07   Melden
1.707
Waltraud Eilers aus Naumburg (Saale) | 26.04.2016 | 13:17   Melden
244
Mathias Hoppe aus Helbra | 05.05.2016 | 17:55   Melden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.