Ein Flugzeugrad

Merseburg (Saale): Luftfahrt- und Technik Museumspark | Ein luftbereiftes Rad ist ja vielen Menschen vom Fahrrad, Auto oder Motorrad gut bekannt.

Ursprünglich von der Firma Dunlop entwickelt, diente die Gummi-Bereifung der Stoßminderung auf den damaligen schlechten Straßen-Netz und wurde für Landfahrzeuge aller Art eingesetzt. Flugzeuge der Anfangszeit starteten und
landeten auf hölzernen Kufen - wie heute noch im Segelflugzeugbau üblich.

Im Jahr 1936 wurde das Werk für Synthese- Kautschuck aus Butadien und
Natrium - kurz BUNA in Schkopau errichtet. Schon damals existierte aber der
Flugplatz Merseburg mit den tollkühnen Piloten der Segelflugzeuge und
Militärmaschinen. Anfangs entstanden die Flugzeugräder aus den Teilen der
Motorrad-Produktion - so der berühmte Eindecker vom Ingenieur Hans-Grade in
Magdeburg. Später wurden aber die Startgewichte der Flugzeuge immer höher,
so daß oftmals schon beim Start die Speichen rissen.

Die Herstellung von Luftreifen und die Benutzung von gebremsten Rädern aus
Aluminumguß veränderte den Flugzeugbau enorm. Es wurde aerodynamisch
günstiger, es entstanden Bug und Heck-Fahrwerke für verschiedene
Belastungen. Die Leistung und das Gewicht moderner Ganzstahlflugzeuge (wie
der Junkers F-13 aus Dessau) erforderten ständig Neukonstruktionen der Räder
und Reifen. So wurden Diagonal- und Radial-Karkassen mit Stahlgewebeeinlagen
verstärkt. Stahlgürtelreifen entstanden, Gummimischungen wurden von
Continental und anderen Herstellern stetig verfeinert. Ein Flugzeug Rad ist
also ein echtes High-Tech-Produkt !

Beim Landen und Starten wirken enorme Kräfe auf einen Reifen, welcher sich
immer mehr abreibt. Besonders auf hartem Betonuntergrund scheuert sich der
Gummi derart durch, daß flache Stellen entstehen - die Reibung erhitzt die
Karkasse bei einer Landung deutlich auf über 90 Grad. Trotzdem ist ein
solches Rad sehr langlebig und robust. Noch heute werden auf dem
Flugplatzgelände manchmal historische Räder gefunden. Oftmals sind die
Radbefestigungsbolzen weniger haltbar.


Wollen Sie nicht nur unsere Sammlung der Flugzeugräder, sondern auch alle
anderen Exponate aus Luftfahrt- und Technik kennenlernen? Dann planen Sie
bitte mindestens 2 Stunden Besuchszeit ein...!

Geöffnet ist regulär jeweils Di-Do 9-16 Uhr, Fr. 9-14 Uhr und an den
Wochenenden von 9-17 Uhr. Letzter Einlaß jeweils eine Stunde vor Schließung
oder bei Eintritt der Dunkelheit aus Sicherheitsgründen.

Im Winter kann es sicherheitstechnisch bedingt zum kurzfristigen Schließen
der Ausstellung kommen, daher ist ein vorheriger Anruf sinnvoll.

Erreichbar ist der Luftfahrt- und Technik Museumspark Merseburg über die
Hans-Grade-Str./Ecke Kastanienpromenade in 06217 Merseburg von der B91(am
gelben Hubschrauber Aérospatiale SA-318 abbiegen)
bzw. über die A38 Abfahrt Merseburg-Nord aus.


Text & Fotos
Förderverein Luftfahrt- und Technik Museumspark Merseburg e.V.
Kastanienpromenade 50 /
Hans-Grade-Str.
06217 Merseburg

Tel. 03461 525776
Fax 03461 525778

www.luftfahrt-technik-museum.de
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4 Kommentare
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Gottlob Philipps aus Halle (Saale) | 03.01.2014 | 11:58   Melden
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Gottlob Philipps aus Halle (Saale) | 03.01.2014 | 12:01   Melden
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Manfred W. aus Nebra (Unstrut) | 04.01.2014 | 10:02   Melden
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Bernd Müller aus Halle (Saale) | 05.01.2014 | 20:43   Melden
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