Schlachtfeld Harzhorn – Roms „vergessener“ Feldzug feiert sein 228 jähriges Jubiläum der Entdeckung

  Seit dem 1. September läuft im Braunschweigischen Landesmuseum die Ausstellung "Roms vergessener Feldzug - Die Schlacht am Harzhorn", welche noch bis zum 19. Januar 2014 bewundert werden kann. Anlass dafür war die Auffindung eines antiken Gefechtsfeldes zwischen Römern und Germanen aus der ersten Hälfte des 3. Jh. n. Chr. auf einem Höhenrücken nahe der Bundesautobahn A7 und dem Kalefelder Ortsteil Wiershausen durch die passionierten Sondengänger Winfried Schütte und Rolf Peter Dix. Der Rest ist hinreichend bekannt - seit 2008 wird das Schlachtfeld durch das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege (NLD) ausgegraben und als "Sensation" präsentiert.

War es wirklich eine Sensation, oder nur eine schlechte Recherche?

In der NRZ der WAZ NewMedia GmbH & Co. KG findet man ein Interview vom 15.12.2008 mit Rolf Peter Dix. Dieser sagte damals gegenüber der NRZ:

„Wir waren auf der Suche nach Funden aus dem Mittelalter, hier soll nämlich der Sage nach eine mächtige Burg gestanden haben.”

http://www.derwesten.de/nrz/nrz-info/die-vergessen...

Im "Journal von und für Deutschland" aus dem Jahr 1785 wird die Burg auf S. 102 angegeben. Der Autor ist kein geringerer als Philipp Anton von Bibra - besser auch als Siegmund Freiherr von Bibra bekannt (4. Nov. 1750 in Bamberg - 5. Mrz. 1803 in Fulda). Er ist auch der eigentliche Entdecker des römisch - germanischen Schlachtfeldes. Auf den folgenden drei Seiten später berichtet dieser von einer "Streiferey der Römer" im 3. Jh. n. Chr. in hiesiger Gegend. Es wird von menschlichen Knochenfunden (sogar mit Pfeileinschuß oberhalb des Schädels) und römischen Münzen auf dem Bockenfeld (Bokenfeld) bei Echte berichtet. Auch große Zähne von Grasfressern (Ochsen, Pferde?) sollen in Echte, am Kahlberg bei der Weissenwasserkirche (Stichwort Fundort Dolabra LEG IIII) und im Gehölz, das Luhm genannt, gefunden worden sein.

http://books.google.de/books?id=TGNEAAAAcAAJ&pg=PA...

Es scheint so zu sein, dass die Germanen es auf den Tross abgesehen hatten. Es gab nur drei Durchlässe um der tödlichen Falle zu entkommen - von Kalefeld nach Sebexen, Böhmerberg nach Ildehausen und von Echte in Richtung Northeim. Diese konnten wahrscheinlich auch nur über Bohlwege passiert werden, welche das Sumpfgebiet einst überbrückt haben. Ein solcher Bohlweg wurde z. B. vor Jahrzehnten mal in Katlenburg ausgegraben (in "Die Kurzen und die Langen Hessen; S. 7. 1970) Als Straßennamen leben diese heute weiter fort.

Orte mit "Bohlweg" als Straßenname:

Kalefeld - Echte
Seesen - Mechtshausen
Salzgitter - Bad
Lutter am Barenberge

Die Germanen besetzten die Anhöhen und warteten ab bis der Tross die Engstelle am Harzhorn in Richtung Süden passiert hatte. Dann wurde das Zeichen zum Angriff per Lichtsignal (brennender Holzscheit, Fackeln etc.) ausgelöst. Jedoch konnten die Römer auf Grund ihrer technischen Überlegenheit die Gefahr abwehren. Die unzähligen Geschoßspitzen zeugen davon. Wäre der Tross gefallen, wäre die Truppe automatisch gefallen. 300 km von der Reichsgrenze ohne Versorgung wäre das das sichere Todesurteil gewesen. Schon der römische Kriegstheoretiker Flavius Vegetius Renatus berichtet über den Verlust des Trosses und dessen Auswirkungen auf die Truppe.

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