Fahrradfahrer im Straßenverkehr

Merseburg: Stadt |

Gedanken eines Fahrradfahrers im Straßenverkehr


Heute möchte ich über das Fahrradfahren im Straßenverkehr berichten. Ich fahre jeden Tag mit dem Fahrrad meine Wege in Merseburg, auf Arbeit oder Besorgungen/Einkäufe erledigen. Es gibt natürlich Fahrradwege auf den ich fahre, aber ab und zu muss ich auch mal die Fahrbahn kreuzen oder abbiegen. Das ist dann gar nicht so einfach. Oft werde ich als Fahrradfahrer übersehen oder es werden von Autofahrer regelrechte Manöver vorgenommen.

Gestern wollte ich links in die Straße abbiegen und ordnete mich dementsprechend auf der Fahrbahn ein. Ich hielt meine Hand heraus und plötzlich wurde ich von einem Auto überholt. Er fuhr einfach links an mir vorbei. Der Autofahrer ignorierte mich regelrecht. Ich war sehr erschrocken. Dachte: "Der spinnt wohl! Dieser denkt sich wohl, nur schnell am Fahrradfahrer vorbei, ich bin ja der - Stärkere - im Straßenverkehr". Dass das aber für mich gefährlich werden kann, daran denkt der Autofahrer nicht. Ich habe keinen Fahrer-Airbag, keinen Seiten-Airbag, also NULL Schutz. Da muss ich mir doch so meine Gedanken machen und auch äußern dürfen. Ich hatte wohl einen Schutzengel dabei.
Ein anderes Beispiel ist, wenn ein "Rechtsabbieger"(Sie wissen schon wen ich meine) mich als Fahrradfahrer übersieht, bloß weil er den Schulterblick, den er bei der Führerscheinausbildung gelernt hat, nicht anwendet. Viele denken das der Schulterblick nicht notwendig ist, unnütz. Ich möchte nicht gegen ein Auto prallen oder über ein Auto katapultiert werden.

Ich möchte auf keinen Fall, dass durch meinen Bericht alle Autofahrer als Negativfahrer hingestellt werden, als die "Bösen" und Rücksichtslosen. Es gibt auch "vernünftige", verantwortungsvolle Autofahrer. Gar keine Frage. Auch gibt es einige Fahrradfahrer die nicht ordnungsgemäß am Straßenverkehr teilnehmen, die sich an Autos vorbei schlängeln oder schnell mal auf die Fahrbahn auffahren. Es gibt eben solche und solche, auf beiden Seiten.

Ein Autofahrer sollte sich immer bewusst machen, dass der Fahrradfahrer auch ein Teilnehmer im Straßenverkehr ist und dass er keinen Schutz für seinen Körper hat. Die Verletzungen bei einem Unfall fallen für uns Fahrradfahrer viel gravierender aus. Der schlimmste Fall wäre der Unfalltod.

Die Ritter früher hatten als Schutz ihre Ritterrüstung. Mit so einer kann ich ja nicht Fahrrad fahren, würde regelrecht umkippen. Airbags habe ich auch nicht, höchstens ich schnalle mir dicke Kissen an Körpervorder-und Rückseite, sowie an den Körperseiten um. Sieht dann sehr putzig aus und ich falle auf jeden Fall im Straßenverkehr auf. Ob das aber der richtige Weg ist, bezweifle ich. Möchte doch nicht wie ein Vollidiot herum fahren. Vielleicht zum Fasching, als alternative, das wäre dann besser angebracht.

Bis zum nächsten Beitrag
Ihre Silva Bär
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Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.Mitteldeutsche Zeitung | Erschienen am 18.09.2015
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