Grenzwertüberschreitung bei Stickoxiden in Halle

Axel Bachner
Beitrag zum dem Artikel in der MZ vom 29.06.2015 „Dieselflut belastet die Luft“

Am Beispiel der Luftverschmutzung an der B91 / Merseburger Straße (zwischen Merseburg und Halle) kann man über das Wirken gegenläufiger Interessenlagen in unserer Gesellschaft nachdenken und über die Logik getroffener Entscheidungen sinnieren.
Die genannte Straße wird nach Presseberichten von ca. 30.000 Fahrzeugen täglich befahren. Durch die hohe Dichte von Ampelanlagen wird der Fahrzeugstrom häufig unterbrochen. Es ist anzuzweifeln, dass wie im Artikel der MZ behauptet, die hohe Anzahl der neu zugelassen Diesel-PKW die Hauptverursacher der Luftverschmutzung in Halle sind. Die hohe Fahrzeugmenge ist mit Sicherheit der Grund für die Belastung der Luft mit Stickoxyden. Um die daraus resultierenden gesundheitlichen Gefahren zu reduzieren, könnte man die dringende Frage stellen, müssen diese Autos alle durch Halle fahren? Bedauerlicherweise kann man diese Frage nur mit ja beantworten. Für Autofahrer zwischen Merseburg und Halle Zentrum bietet zwar die Europachaussee noch eine Alternative, aber für ein Ziel in Richtung Magdeburg schon nicht mehr. Das muss man sich mal überlegen, weil bestimmte Interessenslagen sich gegen den Weiterbau der Verbindung A38 zur A14 richten, fahren über Jahre hinweg die Autos durch die Stadt Halle und verunreinigen unnötig die Umwelt. Damit auch wirklich keine funktionierende Alternative vorhanden ist, führt selbst die Europachaussee statt zur Autobahn wieder in die Stadt hinein. Fazit: es wird in den nächsten 10 Jahren bei mindestens 30.000 Fahrzeugen täglich bleiben! Dann könnte eine nächste Frage zu beantworten sein: kann dennoch der Schadstoffausstoß reduziert werden? Die Stadt Halle versucht hierzu einen kläglichen Schritt mit den sogenannten Umweltzonen. Der Sinn dieser Maßnahme soll hier nicht weiter betrachtet werden. Stattdessen kann ein anderer Aspekt durchdacht werden: Verbrennungsmotoren erzeugen beim Anfahrvorgang den höchsten Energieverbrauch und unmittelbar damit verbunden den höchsten Schadstoffausstoß im Vergleich zur kontinuierlichen Fahrt. Allein die Verringerung der ungewollten Stopps, durch eine kluge Ampelgestaltung und Verkehrsdurchflussplanung würde somit deutlich zur Reduzierung des Schadstoffausstoßes beitragen. Wenn es an nur drei Stellen gelänge, ein unnötiges Anhalten zu vermeiden, würden bis zu 100.000 Anfahrvorgänge am Tag wegfallen! Die Folgen könnten dann sein: die Autofahrer verbrauchen weniger Kraftstoff und sparen somit Geld und zusätzlich wäre die Luft sauberer. Hinsichtlich des effizienten Umganges mit den Energieressourcen, würde damit der enormen Verschwendung von Energie entgegengewirkt werden können, weil viele tausende Tonnen Masse nicht mehrfach in Bewegung gesetzt werden, um sie nach wenigen Metern wieder zum Stillstand zu bringen.
Aber da sind wieder diese Interessengruppen. Die Tankstellen würden weniger Kraftstoff verkaufen. Und die Stadt würde Maßnahmen für einen flüssigen Straßenverkehr nur unterstützen, wenn sie nichts kosten. Jedoch der beschlossene Rückbau der Merseburger Strasse auf jeweils eine Fahrspur je Richtung kostet Geld und bewirkt keine der genannten Maßnahmen.
0
 auf anderen WebseitenSendenMelden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.