Rückmeldung zur Filmvorführung "Honig im Kopf"

Merseburg: Stadt |

Am Montag, den 21.9.15 gab es für Interessierte den Film "Honig im Kopf" und eine Podiumsdiskussion zum Film und zur Alzheimer-Erkrankung.
Ich möchte heute einen Rückblick auf diese Veranstaltung geben und darüber berichten.


Als ich 15.30 Uhr am Kino ankam, hatte sich schon eine Menschenschlange gebildet. Man erinnerte sich an DDR Tage und es kamen gleich scherzhafte Bemerkungen bezüglich der Warteschlange auf. "Was ist denn hier los, gibt es denn Bananen", hörte man sagen. "Irgendetwas ist hier los und dann so viele Rentner", sagten zwei junge Burschen. Es war schon ein komisches Gefühl so in der Warteschlange zu stehen, war ich doch auch eine in dieser. Nur gut das wir an dem Montag schönes Wetter hatten. Gar nicht daran zu denken, wenn es geregnet hätte. Aber so waren wir ein "gut gelauntes Häufchen Menschen", die gespannt waren auf die Veranstaltung. Es gab wohl großes Interesse an dieser, das war schon vor dem Kino zu sehen.

Oh ja, es gab großes Interesse. Alle Plätze des großen Kinosaals waren besetzt, so mein Rundumblick. Sollten Interessierte keinen Einlass zu der Veranstaltung bekommen haben, lag das nur daran, dass der Saal eine bestimmte Kapazität hat und die war ausgeschöpft. Der Besucherdurchschnitt lag im oberen Bereich. Für Berufstätige war der Veranstaltungsbeginn von 16.00 Uhr zu früh. Eine Stunde später wäre wohl besser gewesen.

Vereinzelnde Filmszenen gingen einigen Besuchern sehr nah und es flossen Tränen. Zu emotional, zu traurig, zu mitfühlend waren diese Filmszenen. Ich bemerkte, dass zwei Frauen links neben mir, ihre Tränen wegwischten. So ging es wohl nicht nur den Frauen neben mir. Wenn ich ehrlich bin, zählte ich auch zu diesen mitfühlenden Taschentuchwischern.

Ermöglicht wurde diese Veranstaltung vom Landkreis Saalekreis und dem Mehrgenerationenhaus (MGH) Merseburg zum Anlass des Welt-Alzheimertag 2015. Dafür noch einmal herzlichen Dank.

Ich habe mir den Film das zweite Mal angesehen. Zum einen weil ich diesen gut finde (Darsteller, Umsetzung des Themas, Einblick in die "Welt" des Alzheimer-Betroffene/Angehörige, Tabuthemen anspricht). Im Anschluss fand die Diskussionsrunde statt, wo die
Heimleiterin Frau Damm (ASB Pflegeheim Bad D.),
Frau Dr. Piro (Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, Leiterin des Sozialpsychiatrischen Dienstes Saalekreis),
Torsten Klimpel (Stadtinsel e.V. Projektleiter „Chance pro Alter“) Informationen zur Alzheimer-Erkrankung mitteilten und Fragen der Anwesenden beantworteten.
Es war eine gelungene, interessante und informative Veranstaltung, mit interessiertem Zuschauer/Zuhörer. Die Veranstaltung hätte noch ein, zwei Stunden fortgeführt werden können, aber leider war das nicht möglich. Der Kinosaal war schon wieder für eine andere Filmvorführung vorgesehen.

Leider gingen verhältnismäßig viele Besucher, aus welchen Gründen auch immer, nach dem Kinofilm und blieben somit der Diskussionsrunde fern. Das fand ich persönlich schade, aber nicht zu ändern.

Der Film und die Diskussionsrunde waren eine gute Sache, wobei beide Seiten davon profitierten. Wenn alle "Parteien" (Betroffene, Angehörige, Ärzte, Institutionen, Pflegeheim) an einem Strang ziehen, ist die Situation um den Erkrankten und dessen Krankheit besser zu bewältigen und es können entsprechende Lösungswege gefunden werden. Wenn die Veranstaltung dazu beigetragen hat, ist man schon ein Schritt weiter.
Ich denke, diese Veranstaltung war für alle ein Erfolg.

Bis zur nächsten Veranstaltung
Ihre Silva Bär
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