" Die Benzinkuh "

  Merseburg (Saale): Luftfahrt- und Technik Museumspark | Ja, eigentlich habe ich schon ein Lieblingsauto... Mit eben diesem war ich
gerade im Familienurlaub im Saaletal gewesen. Über Weimar ging die Fahrt in
die heimatlichen Gefilde. Meine Frau kam auf die Idee noch ein bisschen
einzukaufen - so bot sich eine Pause beim Werkverkauf eines
Kartoffelkloßproduzenten an.

Aber in der Ausstellung der Kloßwelt in Heichelheim in Thüringen gibt es
ebenfalls eine kleine, feine Sammlung von Fahrzeugen! Während die Familie an
die kulinarischen Genüsse dachte, bestaunte ich historische Technik.
Versteckt in einer Strohbedeckten Ecke stand ein komisches Gefährt - halb
Motorrad (es war eine Eisenacher EMW ) und hinten eine Holzkiste drauf. Was
ist das denn? Ganz einfach: eine Benzinkuh, aufgebaut aus einer ollen PKW
Hinterachse vom legendären russischen Opel-Lizenzbau Moskvich und als
Antrieb der Rest einer Kardan angetriebenen BMW, welche mal in Eisenach
entwickelt wurde.

So ein Fahrzeug wollte ich auch haben! Das Fahrzeug der Ausstellung nutzte
bis zum Motorschaden ein thüringer Bauer als Transporter.

Wo aber gibt es solch eine Benzinkuh fahrbereit und gepflegt? Ratlos fuhren
wir vorerst nach Hause. Naja, manche Wünsche bleiben eben offen. Im Internet
kam ein wohlmeinender Kollege auf einer Internetseite in China an.
Tatsächlich werden ähnliche Vehikel dort noch produziert. Leider natürlich
nicht in Europa erhältlich.

Ein Jahr später tauchte aber ein Angebot bei ebay auf -- eine fast neue
Benzinkuh ist im Vogtland zu verkaufen. Findige Sachsen hatten ähnliche
Wünsche gehabt und auch umgesetzt! Der Motorradhändler dicht an der
tschechischen Grenze kaufte in China probehalber ein. Damit war dann eine
Benzinkuh aus dem Importgeschäft realistisch. DREISA steht für
Dreirad-Sachsen - Benzinkuh ohne Tadel?!

Einfach ist das Fahren jedenfalls nicht, Kippeln tut es, Lenkung und Bremsen
brauchen Übung. Erst nach dem Fahrlehrgang auf dem Parkplatz kann man auf
die Straße. Vorsichtig soll man zudem sein, denn immerhin gibt es jeweils
fünf Gänge vorwärts wie rückwärts, Helmpflicht sowieso nebst dem Gefühl von
großer Freiheit. Das Reiten auf der Landstraße macht Spaß, die Kuh ist 60
km/h langsam, laut, zuweilen störrisch, aber einfach einmalig - ein
Abenteuer eben...

Ja - und nun steht sie vorerst im Luftfahrt- und Technik Museumspark Merseburg in der Ausstellungshalle für die Nutzfahrzeuge.

Wollen Sie nicht nur die Benzinkuh, sondern auch alle
anderen Exponate aus Luftfahrt und Technik kennenlernen? Dann planen Sie
bitte mindestens 2 Stunden Besuchszeit ein...!

Erreichbar ist der Luftfahrt- und Technik Museumspark Merseburg über die
Hans-Grade-Str./Ecke Kastanienpromenade in 06217 Merseburg von der B91(am
gelben Hubschrauber abbiegen)
bzw. über die A38 Abfahrt Merseburg-Nord aus.


Text & Fotos
Heiko Baumgarten

Förderverein Luftfahrt- und Technik Museumspark Merseburg e.V.
Kastanienpromenade 50 /
Hans-Grade-Str.
06217 Merseburg

Tel. 03461 525776
Fax 03461 525778

www.luftfahrt-technik-museum.de
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3 Kommentare
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Bernd Müller aus Halle (Saale) | 31.03.2014 | 13:10   Melden
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Heiko Baumgarten aus Merseburg | 09.09.2014 | 12:58   Melden
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R. Enke aus Merseburg | 01.01.2015 | 22:51   Melden
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