Ohne Dampf kein .... Lanz

Merseburg (Saale): Luftfahrt- und Technik Museumspark | Ursprünglich wurde die Hersteller Firma bis 1870 mit "J. P. Lanz & Co." ,später auch als "Maschinenfabrik Heinrich Lanz" bezeichnet.

Anfangs ansässig in Schwetzingerstadt, später in Mannheim. Um 1892:
Zweiggeschäfte in Breslau, Regensburg, Wien u. Paris; Besitzer: Heinrich G.
Lanz; Prokuristen: Ludwig Kühner u. Philipp Faul; Straßenangabe um diese
Zeit: Z 9, 5 1/5 / 6.

Um 1900: zweitgrößter Dampfmaschinenhersteller der Welt und größte
Landmaschinenfabrik des Kontinents; auch Filiale in Berlin, Friedrichstr.
186 mit der "Specialität: Lokomobilen für Industrie und Landwirtschaft von
2 - 300 Pferdekräften"

Nach dem Eintritt von Heinrich Lanz in den väterlichen Betrieb in Mannheim
importierte das Unternehmen landwirtschaftliche Maschinen und reparierte
sie, bevor die eigene Herstellung begann.
So wurden 1878 die ersten eigenen Dampfmaschinen gefertigt. Sie hatten noch
einen stehenden Kessel und einen Arbeitsdruck von 3,43 bar (= 2,5 atü), was
einer Leistung von 2,5 DIN-PS entsprach.

Die Lanz'schen Maschinen erhielten bis zu diesem Zeitpunkt über 70
Auszeichnungen auf europäischen Ausstellungen und über 70.000 Stück wurden
insgesamt verkauft.

Auf der Weltausstellung 1900 in Paris konnte Lanz bereits auf eine
vierzigjährige erfolgreiche Geschichte zurückblicken. So wurden
über 10.000 Dampfmaschinen für Landwirtschaft und Industrie ausgeliefert.
Die 10.000ste bei Lanz produzierte Maschine leistete 260 PS, wobei sie
überlastbar bis 450 PS war.

Zwei Jahre später folgte die Umstellung der Dampfkessel von Sattdampf auf
Heißdampf, was eine höhere Leistung bei geringerem Verbrauch brachte. Am 1.
Februar 1905 starb Heinrich Lanz und hinterließ ein Unternehmen mit fast
3000 Arbeitern, dessen Jahresproduktion 2300 Dampfmaschinen entsprach. Sein
letzter Wunsch war die Fertigung von Straßenlokomotiven (Dampftraktoren).
Sein Sohn Karl Lanz übernahm danach die Unternehmensleitung und erreichte,
dass bis 1906 Lanz-Dreschmaschinen immer größer und leistungsfähiger wurden
und zu den besten der Welt gehörten.

Im Folgejahr waren bereits über 20.000 Dampfmaschinen gefertigt. Über
550.000 Maschinen insgesamt hatten seit 1859 das Werk verlassen. Heinrich
Lanz letzter Wunsch ging posthum in Erfüllung: Die ersten
Lanz-Straßenlokomotiven wurden ausgeliefert.

Beim 50-jährigen Firmenjubiläum von 1909 war bereits die Zahl von 4000
Beschäftigten überschritten. Ein Jahr später folgte die Weltausstellung in
Brüssel, auf der Lanz wie bereits in Paris die größte Lokomobile der Welt
ausstellte, diesmal mit einer Leistung von 1000 PS netto. Die Maschine
erhielt drei Goldmedaillen.

1911 schloss Lanz mit Johann Schütte einen Vertrag zum Bau von Luftschiffen,
der zu 22 Luftschiffen führte, die unter dem Firmennamen Schütte-Lanz
produziert wurden. Im Ersten Weltkrieg von 1914 bis 1918 verlor das
Unternehmen viele Beschäftigte, sodass bei Kriegsende von den ehemals 5000
am Ende nur noch 3800 übrig waren.

Heute denkt man meist an den bekannten Traktor Lanz-Buldog, welcher ab dem
Jahr 1921 mit Rohöl-Glühkopf-Motor gefertigt wurde.

Die Stationärdampfmaschinen trieben über ein Schwungrad Transmissionsriemen
an, welche unterschiedlich übersetzt, Werkzeugmaschinen in Bewegung
versetzten. Somit reichte ein Antrieb für eine ganze Produktionsstätte aus.


Vielleicht statten Sie auch einmal den anderen Museumsstücken einen Besuch
ab und planen mindestens 2 Stunden Besuchszeit ein?

Luftfahhrt- und Technik Museumspark Merseburg
Kastanienpromenade 50 /
Hans-Grade-Str.
06217 Merseburg

Tel. 03461 525776
Fax 03461 525778

www.luftfahrt-technik-museum.de
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