25 Jahre Behindertenverband Merseburg

Am 24. Juli 1990 fanden sich 40 Mitglieder des Behindertenkreises der Diakonie zur Gründung des Behindertenverbandes Merseburg e. V. zusammen. In der Satzung steht als Hauptaufgabe behinderten Bürgern ein normales, unabhängiges, in die Gemeinschaft integriertes Leben zu ermöglichen – also Inklusion zu verwirklichen.

Dieses Ziel verfolgt der Behindertenverband auch heute noch in seiner Arbeit. Laut Statistik gibt es im Saalekreis 14.918 Personen mit einer anerkannten Behinderung. Leider spiegelt sich das nicht in den aktuellen Mitgliedszahlen wieder, denn der Verein ist auf 18 Mitglieder geschrumpft. Am jährlichen Mitgliedsbeitrag von 30,00 Euro kann es nicht liegen, auch nicht an den Angeboten. Die Mitglieder des Verbandes treffen sich einmal monatlich im KIZ Rosental, es gibt gemeinsame Ausflüge und Bildungsfahrten, Diskussionsrunden mit Politikern und Informationsnachmittage zu Themen des täglichen Lebens sowie verschiedene Feste. Ohne den Verband wäre das vielen Mitgliedern nicht möglich, da auch die Transporte durch den ASB Merseburg über den Behindertenverband organisiert werden.

Der Verband leistet auch eine wichtige Arbeit in verschiedenen Gremien: als Mitglied im PARITÄTISCHEN Wohlfahrtsverband, am Runden Tisch in Magdeburg, in der Arbeitsgruppe Inklusion und im Landesbehindertenbeirat.


Auch durch diese Arbeit hat sich in den vergangenen 25 Jahren viel getan. Anfangs ging es noch um Betreuung und um die Führsorge. Heute geht es um Teilhabe, Mitspracherecht, selbständige Entscheidungen. Grundlage dafür sind das Gleichstellungsgesetz von 2001 – Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden- und die UN Konvention über die Rechte Behinderten von 2009. Diese gilt es in der Praxis umzusetzen. Vieles wurde dabei per Gesetz geregelt, z. B. im Bundesteilhabegesetz. Aber auch unsere Aktivitäten halfen Veränderungen durchzusetzen. Im Arbeitskreis „Barrierefrei“ des Landkreises wurde die Barrierefreiheit von Gotthardteich, Südpark und auch Entenplan geplant und verwirklicht. Im „Bündnis Inklusion – Chancengleichheit und Vielfalt“ wurde ein Aktionsplan für den Saalekreis entwickelt, der sich auch den Herausforderungen der Inklusion behinderter Mitbürger stellt.

Wir können mit Stolz auf die vergangenen 25 Jahre zurückblicken. Gefeiert wurden diese in einem sehr schönen Raum des katholischen Kirchenkreises gemeinsam mit unseren Gästen aus dem Landratsamt Saalekreis, der Stadtverwaltung Merseburg und dem PARITÄTISCHEN Wohlfahrtsverband. Die Kreismusikschule erfreute mit einem kleinen Programm. Für ihr langjähriges Engagement für den Verein, auch als Vorsitzende, wurde Frau Gisela Dornack mit der Ehrennadel des PARITÄTISCHEN in Silber geehrt.

Gern möchten wir uns auch in den kommenden Jahren für die Belange behinderter Menschen einsetzten. Was wir dafür brauchen? – MANPOWER – neue Mitglieder, Menschen die mit uns gemeinsam Verantwortung übernehmen wollen.

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Weiterveröffentlichungen:

Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.Mitteldeutsche Zeitung | Erschienen am 14.10.2015
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