Sinkende Arbeitslosenzahlen in Sachsen-Anhalt

(Foto: GG-Berlin / pixelio.de)
Die Arbeitslosenzahlen sind im Monat September in Sachsen-Anhalt deutlich gesunken. Es konnte von der Bundesagentur für Arbeit sogar die niedrigste Arbeitslosenquote seit dem Jahr 1991 verzeichnet werden. Eine gute Nachricht für den Arbeitsmarkt, denn im September ist die Zahl der Arbeitslosen auf 10,3 Prozent gesunken. Das entspricht 5800 weniger Arbeitslosen im September im Vergleich zum August und 6300 weniger als im gleichen Monat des letzten Jahres. Doch nicht nur der Aufschwung am Arbeitsmarkt im Herbst sei Grund für diese Entwicklung, schuld daran ist leider auch der Bevölkerungsrückgang infolge des demographischen Wandels.

Positiv zu verzeichnen ist aber beispielsweise, dass die Zahl der jungen Arbeitslosen deutlich gesunken ist. Das ist jedoch auch auf die Tatsache zurückzuführen, dass Anfang September viele junge Menschen mit einer Ausbildung beginnen. Auch diejenigen, die ihre Ausbildung in diesem Jahr abgeschlossen haben, lassen sich Ende des Sommers oftmals neu anstellen. Etwa 10 800 Menschen unter 25 Jahren hatten im September keinen Job, 1400 weniger als im August und 1300 weniger als letztes Jahr um die gleiche Zeit.

Sorgen macht dem Arbeitsmarkt nur die Gruppe der Alleinerziehenden im Bundesland. Wie die Bundesagentur für Arbeit mitteilte, sei jeder zweite Alleinerziehende in Sachsen-Anhalt Hartz IV Empfänger. Im vergangenen Jahr waren es rund 28 300 Familien, bestehend aus nur einem Elternteil, die darauf angewiesen waren, die Grundsicherung zu beziehen. Dabei ist nur etwa die Hälfte der Betroffenen wirklich arbeitslos. Viele befinden sich auch in Erziehungszeit oder nehmen an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teil. Selbst wenn die Arbeitslosenzahlen im Spätsommer Grund zur Erleichterung boten, sind diese Zahlen im Bereich der Alleinerziehenden regelrecht erschreckend.

Wie Kay Senius, Chef der Bundesagentur für Arbeit in Sachsen-Anhalt und Thüringen, betonte, hätten es Alleinerziehende bei der Jobsuche einfach doppelt so schwer wie andere Menschen. Doch das sei einfach ein Zeichen dafür, dass diese Zielgruppe eine noch größere Aufmerksamkeit und Unterstützung verdient habe, vor allem wenn es sich dabei um Elternteile handelt, die mehr als ein Kind haben. Sie überschreiten die Zahl von 55,5 Prozent sogar noch, denn 66 Prozent unter ihnen beziehen in Sachsen-Anhalt Hartz IV. Senius gab zu bedenken, dass auch die Alleinerziehenden auf dem deutschen Arbeitsmarkt nicht in Vergessenheit geraten dürften. Immerhin hätten 60 Prozent der arbeitslosen Betroffenen eine abgeschlossene Berufsausbildung.

Die Herausforderung bestünde einfach hauptsächlich darin, Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen. Erstaunlich, dass die Zahlen diesbezüglich gerade in Sachsen-Anhalt so schlecht ausfallen, denn das Bundesland hat in ganz Deutschland die beste Kinderbetreuungsquote. Dies kollidiere jedoch in manchen Fällen trotzdem mit den Arbeitszeiten und wer hier nicht enorm flexibel ist, hat schon Schwierigkeiten damit, einen vernünftigen Job halten zu können. Gerade in den Bereichen Gastronomie, Gesundheit, Pflege und Verkauf würden oftmals Arbeitszeiten gelten, die von den herkömmlichen Betreuungszeiten abweichen. Besonders alleinerziehende Frauen suchen in genau diesen Bereichen nach einem Job, der sich dann aber meist nicht mit dem Kind vereinbaren lässt. Informationen über kleinere Jobs bekommt man unter anderem auch bei der Minijobzentrale im Internet. So lässt sich nicht viel Geld verdienen, doch für viele ist dies eine gute Alternative dazu, Hartz IV zu beziehen.

Quellen:
- www.mdr.de/sachsen-anhalt/alleinerziehende-hartz-iv100.html
- www.mz-web.de/mitteldeutschland/sachsen-anhalt-arbeitslosigkeit-sinkt-im-september-deutlich,20641266,24497598.html
- blog.roberthalf.de/professionals/unternehmenskultur-nach-jobwechsel/
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Heiko Baumgarten aus Merseburg | 29.10.2013 | 10:58   Melden
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