Winteransichten Nähe Salegaster Forst; Etappe 8 – östliche Mulde mit Auen und Wiesen

Greppiner Mulde Wehr
 
Finalrunde am 22. Januar
Muldestausee: Muldewehr | Meine zunächst :-) letzte Runde = Finale!!!

Die Mulde fließt weiter ihre Schönheit bleibt

Wie ihr wohl schon gemerkt habt, bewege ich mich gern abseits von ausgetretenen geschotterten Wegen. So auch auf meiner (vorläufig) letzten Etappe immer möglichst nahe am östlichen Mulde Ufer entlang, entgegengesetzt zur Tour 5.
Auch wenn ich mich noch so vorsichtig vorwärts bewegte, lautlos war das über die ungemähten Muldewiesen nicht möglich. Bleibt die Frage worauf die Vögel eher reagieren – auf Geräusche oder Bewegung (wäre ein Schneeanzug von Vorteil gewesen).
Ich hatte jedenfalls dummerweise nicht an einen Feldstecher gedacht und hatte auch nicht geplant auf einem der vielen Hochsitze stundenlang auszuharren. Trotzdem war mein wiederholtes Anpirschen an das Mulde Ufer nicht ganz umsonst.
Wie gehabt flogen die Wasservögel meist stromauf davon, sobald sie mich „witterten“, manche Enten ließen sich auch von der Strömung davontragen.
Aber es waren nicht nur die Vögel, die mich erneut in Begeisterung versetzten.
Nein alles um mich herum, ganz gleich ob unter, neben oder über mir.
Diesmal auch der geschlängelte Muldelauf selbst. Wie ich schon mal in einem früheren Artikel erwähnte, soll die Mulde möglicherweise der am schnellsten fließende Fluss Europas sein – deshalb friert sie wohl auch kaum zu. An einer Stelle wurde das ganz deutlich. Südlich der Bahnlinie vollzieht die Mulde eine Art S-Schleife. In Höhe der Hahnrinne wird eine recht starke Stromschnelle sichtbar. Diese sorgt wohl dafür, dass sich in die Ostseite ein beachtlicher Strudel im Uhrzeigersinn ins Ufer eingearbeitet hat.
Weiter an der Mulde aufwärts kam ich in ein Revier der Reiher. Verteilt auf zwei bis drei unmittelbar am Westufer stehende Bäume ruhten da über 10 Exemplare. Wie gehabt flogen auch sie je mehr ich mich ihnen näherte flussauf weiter, blieben aber zum Glück in Sichtweite.
Ich wollte nicht länger stören. Deshalb verließ ich wenig später für dieses Mal die Mulde und kämpfte mich auf dem Wanderweg zurück.

Auch hier wähle nicht den kürzesten Weg zum Wehr zurück sondern mache einen Umweg durch den Auenwald zu „Meisels Grab“ Was es damit auf sich hat könnt ihr auf dem Foto nachlesen. Der weitere Weg um die ehemalige Papierfabrik zieht sich sehr in die Länge (ein Teil der Ruine ist noch immer imposant).
Und im Sachsen-Anhalt-Wiki finden wir noch etwas Geschichtliches:
"Dem Ort Muldenstein, der ursprünglich Stein-Lausigk genannt wurde, stiftete der Adelige Kurt von Ammendorf 1473 ein Franziskaner-Kloster, das drei Jahre darauf von Papst Sixtus IV. offiziell bestätigt wurde....
Im Zuge der Reformation wurde das Kloster aufgehoben. Die Mönche ließen sich 1545 in Halle nieder. Auf dem ehemaligen Klostergelände entstand ein Rittergut, das nacheinander in den Besitz verschiedener Adelsfamilien gelangte. Die Entwicklung vom Kloster zum Rittergut erklärt auch die heute noch vorhandene bauliche Verbindung von Herrenhaus und Kirche..."
Auf der Heimfahrt mache ich noch einen kurzen Fotostopp:

...Die Friedersdorfer Kirche ist ein einschiffiger neogotischer Bau. Das Gewölbe des Kirchenschiffes wurde als Kreuzrippengewölbe aus gebrannten Formziegeln in rötlichem Farbton ausgeführt. Die Wände der Kirche sind einfarbig gehalten. Das Deckengewölbe ist mit Blumenranken bemalt und original erhalten. Beginn des Kirchenneubaues war 1897. Am 20. Juli 1899 erfolgte die Weihe der neuen Kirche....
1955 wurde der alte Marienaltar nach einer umfassenden Restaurierung in der Apsis aufgestellt. Er stammt aus dem beginnenden 16. Jahrhundert mit Gemälden aus der Cranachschen Schule. Es ist ein Marienaltar....

Abschließend eine kleine Frage, wer hat solche Kleinode (nicht nur Goitzsche) bei Bitterfeld (in der angeblich ehemals dreckigsten Stadt Europas) und Umgebung für möglich gehalten? Irgendwann bekommen wir noch den Kurstatus! Soweit sind Bad Düben und Bad Schmiedeberg auch nicht weg – Bäderdreieck in spe ;-)
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2 Kommentare
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Lothar Wobst aus Bitterfeld-Wolfen | 29.01.2016 | 18:52   Melden
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Michael Hesselbarth aus Bitterfeld-Wolfen | 02.06.2016 | 20:35   Melden
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