Vom Muldensteiner Berg zum Greppiner Mulde Wehr

die alte Mulde bei Friedersdorf
  Muldestausee: Muldewehr | Bitterfelder Industriegeschichte und Natur; Teil ②

Weil ich mit der Fernsicht vom Berg nicht zufrieden war, wollte ich es am nächsten Tag ergänzende Aufnahmen machen – doch das Wetter spielte nicht ganz mit.

Diesmal wählte ich bei der Anfahrt Nähe des Pegelturmes zum Muldestausee einen Feldweg entlang der alten Mulde.
Auf dem langen Feld aasten unzählige Graugänse.
Dreimal hielt ich an, um das seltene Schauspiel zu fotografieren. Doch jedes Mal das gleiche Drama. Spätestens in dem Moment, wo ich aus dem Auto ausstieg, erhoben sich alle Gänse in die Luft. Also demnächst – bei schönerem Wetter – mehr Wartezeit einplanen.
Auch dem folgenden Abstecher zum Steinberg hätte ich sein lassen sollen. Obwohl es aussah, dass die Sonne sich durchsetzt, blieb alles nebelig.
So fuhr ich weiter zu Muldensteiner Wehr und drehte dort eine kurze Runde,
Auf kürzere Distanz störte das trübe Wetter nicht ganz so.
Von der Wehrbrücke aus sah ich in Richtung Greppin auf der Wiese einen Fuchs. Aber nähern konnte ich mich ihm nicht. Noch weniger Glück hatte ich wenig später mit zwei Rehen…

Der gefrorene Boden hatte wenigstens den Vorteil, dass ich ohne größere Mühe direkt über ein Feld die vielleicht 500 Meter zur Mulde laufen konnte. Doch wie schon am Vortage konnte ich mich keinem Wasservogel auf „Schussweite“ nähern.
So begnügte ich mich mit den bizarren Baumstrukturen.
Fast zurück auf dem Mulde-Radwanderweg stand eine herrliche alte Eiche. Ob sie wohl durch Wildverbiss sich unmittelbar über der Erde gespalten wurde.
Manfred, kann man sie mit einem Umfang von 460 cm im ein m Höhe schon als monumental ansehen?

Zurück im Muldenstein hielt ich noch einmal an einem großen Solarpark.
Auf diesem abgezäumten Gelände stehen die immer noch imposanten Mauern der

ehemaligen Papierfabrik, später Rohrwerke

• „Ab 1905 ließ die Familie Brettschneider die Papierfabrik Muldenstein aus dem Boden stampfen. 1907 konnte die Produktion anlaufen. Bis 1928 wurde die Fabrik schrittweise ausgebaut. Bis zu 500 Arbeiter kamen zum Einsatz. Stellte man anfangs Zeitungs- und Tapetenrohrpapier her, war es später Druck- und Schreibpapier.
• 1938 wurde aus der GmbH eine Aktiengesellschaft.
• 1939 ging das gesamte Aktienpaket an die Margarine Verkaufsunion GmbH, eine Tochter des hol-ländischen Verbrauchsgüterkonzerns Unilever.
• 1943 wurde die Papierproduktion als nicht kriegswichtig eingestellt. Die Werkhallen wurden als Mon-tagehallen für die Junkers Motorenwerke Dessau umgebaut. In den Muldewerken der reichsdeut-schen Rüstungsindustrie bauten Fachleute und mehr als 3000 Zwangsarbeiter Strahltriebwerke für die revolutionäre Ju 287.
• 1947 wurde Muldenstein dem Rohrleitungsbau Bitterfeld angegliedert. Im Zuge der Wende … geriet das Werk in die Hand der Treuhandgesellschaft, die eingerichtete wurde, um alle großen Betriebe der DDR zu privatisieren. Als Rohrwerke Muldenstein GmbH bestand der Betrieb noch von 1991 bis 2000 als Tochter von Klöckner.
• Seit dem teilweisen Abriss der Rohrwerke 2010 befindet sich auf dem freigewordenen Gelände ein Solarkraftwerk.“

Quelle:Papierfabrik

Heimwärts wollte ich über Jeßnitz fahren. Eine große Schafsherde mit Jungtieren, die südlich der Mulde weideten, veranlasste mich zu einem Stopp. Schade für mich, dass die Fläche großräumig abgesperrt war und ich deshalb nicht ans Mulde Ufer konnte.
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Ralf Springer aus Aschersleben | 10.02.2018 | 21:21   Melden
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Wolfgang Erler aus Sandersdorf-Brehna | 11.02.2018 | 09:30   Melden
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Manfred Wittenberg aus Nebra (Unstrut) | 11.02.2018 | 11:17   Melden
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Ralf Springer aus Aschersleben | 11.02.2018 | 12:48   Melden
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Christa Mecke aus Thale | 13.02.2018 | 08:23   Melden
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