Wenn der schöne Schein trügt …

Unterwegs entdeckte ich heute eine Art Hecke mit hellgrün leuchtenden „Trauben“ und war fasziniert. Die Abendsonne verlieh den Beeren einen zusätzlichen Reiz. Sie strahlten förmlich um die Wette. Einen winzigen Moment dachte ich an Oliven, verwarf den Gedanken jedoch sofort. Oliven haben andere, kleinere, silbrige Blätter. Und wachsen natürlich auch nicht in solcher Formation. Was hatte ich also gesichtet?

Zuhause googelte ich und denke, dem Geheimnis auf die Spur gekommen zu sein. Vermutlich - das Blatt spricht absolut dafür - handelt es sich um einen Kirschlorbeer (richtig: Lorbeerkische).

Ich wollte mehr wissen und schaute, was der Naturschutzbund (NABU) dazu meint. Meine anfängliche Freude wurde mehr als getrübt.

Danach ist eine Betonmauer ökologisch besser für die Natur als ein Kirschlorbeer! Auf der Betonmauer siedelten sich mit der Zeit wenigstens Moose und Flechten an, hieß es. Der - giftige - Kirschlorbeer hingegen vertreibe durch seine unkrautartige Verbreitung nicht nur einheimische Pflanzen, er nehme sogar Insekten die Nahrungsgrundlage, was wiederum nach sich ziehe, dass Vögel nichts für ihre Brut fänden.

Weiter erfuhr ich, dass „meine schöne Entdeckung“ 2013 zur Giftpflanze des Jahres erklärt wurde.

Schade!
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4 Kommentare
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Ralf Springer aus Aschersleben | 30.07.2017 | 01:00   Melden
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Christine Schwarzer aus Dessau-Roßlau | 30.07.2017 | 06:31   Melden
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Waltraud Eilers aus Naumburg (Saale) | 30.07.2017 | 12:30   Melden
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Ralf Springer aus Aschersleben | 30.07.2017 | 14:02   Melden
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