Elend, Kaffee "Horst" und die Schnarcherklippen

kleinste Holzkirche Deutschlands in Elend
Elend: Elend | Der Harzklub Quedlinburg hatte diesmal zu einer Wanderung in den Harzort Elend eingeladen. Elend liegt im Oberharz - im Tal der Kalten Bode und gehörte aufgrund seiner Nähe zur Grenze zum Sperrgebiet. Den normalen DDR - Bürgern war der Zutritt auch in das angrenzende traditionelle Wandergebiet nicht gestattet. Elend besitzt neben der kleinsten Holzkirche in Deutschland auch ein wunderschönes, durch Quellwasser gespeistes Naturbad. Auf dem Harzer Hexenstieg gelangten wir nach circa drei Kilometern zur ehemaligen Grenze.
Hier standen sich jahrzehntelang zwei gegensätzliche Gesellschaftsordnungen antagonistisch gegenüber Heute ist hier die Grenze zwischen Sachsen - Anhalt und Niedersachsen. Jetzt befindet sich hier die Bromke - Begegnungsstätte. Ein Grenzdenkmal - 1995 eingeweiht - soll auch künftige Generationen daran erinnern, dass sich an dieser Stelle der Warschauer Pakt und die NATO feindlich gegenüber standen.

Kaffee "Horst"? -- Kaffeehorst!

Von der Begegnungsstätte wanderten wir im Bromketal, auf dem Harzer Grenzweg, ca 2 km relativ steil bergauf. Als Motivationsschub, für den schweren Aufstieg, Informierte uns unser Wanderführer. dass der nächste Rast beim Kaffee "Horst" stattfindet. Dort angekommen, stellte es sich heraus, dass es sich hierbei um einen Rastplatz mit dem Namen Kaffeehorst handelte. An dieser Stelle stand früher ein Wachturm der NVA - Grenztruppen.

Scherstorklippen, die Mauseklippe und die Schnarcherklippen

Nach einer Rastpause wanderten wir auf den Ulmer Weg in Richtung Scherstorklippen. Nachdem wir uns an den schönen Anblick der Klippen erfreut hatten, wanderten wir auf dem Gestellweg zur nächsten Klippe, der Mauseklippe. Von hier war es nun nicht mehr weit bis zu den Schnarcherklippen. Den ungewöhnlichen Namen haben die Klippen aufgrund der, bei bestimmten Windverhältnissen zu hörenden Schnarchtöne, erhalten.

Goethe, der den Harz mehrfach als Naturwissenschaftler besucht hat, verwendete diese Tatsachen in seinem Faust, der Tragödie 1. Teil (Walpurgisnacht - Faust, Mephistopheles und das Irrlicht im Wechselgesang). Mit den Versen: "Und die Klippen, die sich bücken, Und die langen Felsennasen, Wie sie schnarchen, wie sie blasen" hat er dem Naturdenkmal ein literarisches Denkmal beigefügt. Eine der beiden Klippen ist mit Leitern und einem Geländer versehen. Dadurch war es uns möglich, einen schönen Panoramablick von oben zu genießen. Zu erwähnen ist die, schon Goethe bekannte Tatsache, dass es an den Klippen zu einer Abweichung der Kompassnadel kommt. Auch als Kletterfelsen wird er gern benutzt.

Abstieg nach Elend

Um unseren Zeitplan einzuhalten, mussten wir uns von sehr interessanten Schnarcherklippen trennen. Über den Gestellweg gelangten wir zum Aussichtspunkt Barenberg. Von hier konnten wir einen Blick in das Elendstal werfen. Nach einem recht steilen Abstieg gelangten wir wieder wohlbehalten in Elend an. Mein Dank geht an unseren Wanderführer, Herrn Manfred Böhm, der uns wieder vortrefflich führte.
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2 Kommentare
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Waltraud Eilers aus Naumburg (Saale) | 09.08.2016 | 10:18   Melden
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Gisela Ewe aus Aschersleben | 13.08.2016 | 21:19   Melden
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