Geschichte und Geschichten über Menschen und Technik zur 7 Bleiche

Annähernd 40 Klassenfotos und weitere Bilder von Schulaktionen finden sich in der 7. Ortschronik wieder, darunter der gezeigten Geburtsjahrganges von 1946/47.
 
Fußball einmal anders gespielt. Beim Menschenkicker siegten in Obhausen die Pfingstburschen.
Obhausen: Obhausen | Obhausen. „Das Marmeladenkuchen-Wettessen bei den traditionellen Kinderfesten auf dem Bleichplatz wurde stets von unzähligen Besuchern und vor allem von vielen hungrigen Kindern alljährlich herbeigesehnt“, erinnert sich Autorin Barbara Boy. Wer sich am schnellsten regelrecht durch den Kuchen gebissen hatte, durfte diesen als Preis behalten.

Im ihrem Buch „Der Traumschuster“ resümiert die ehemalige Obhäuserin das Leben aus der Sicht ihrer Familie in der DDR bis zum Mauerbau. Zu den wichtigsten inhaltlichen Bestandteilen dieses Werkes, sowie des Folgeromans „Der Wolkenschmied“, der das Leben bis zur Wiedervereinigung Deutschlands behandelt, gehören die Dorffeste, die Umzüge zum 1. Mai und der Bau des Kulturhauses, wo einst auf politische Vorgabe die Kultur zentralisiert werden sollte.

Insofern freute es Barbara Boy ganz besonders, dass sie zur Eröffnung der 7. Bleiche im kleinen Saal aus ihren Büchern vortragen durfte. In eben jenem Kulturhaus, dass, wie sie beschreibt, in „Aufbaustunden“ von den ortsansässigen Handwerken unentgeltlich erschaffen wurde.

Das Werk „Liebe in Zeiten der Wende“ hinterließ die nachhaltigsten Eindrücke bei den Zuhörern in dem bis auf den letzten Platz gefülltem Auditorium. Komprimiert auf die drei Hauptcharaktere hat hier Barbara Boy viele Einzelschicksale von Regime Befürwortern und Kritikern mühselig zusammengetragen. Amüsiert, teils mit versteinerter Miene, aber auch kopfschüttelnd über die dargestellte Sichtweise verfolgten die interessierten Gäste die vorgetragenen Buchpassagen, der heute in Berlin lebenden Autorin. „Ich erzähle gern mit einem Augenzwinkern“, fügte Barbara Boy an und berichtete weiter, dass sie beim Schreiben über die Gutmenschen und Ganoven, die ihr im Leben begegnet sind, immer wieder Lachen, aber auch Weinen muss.

Weniger mit literarischem Text, aber dafür mit unzähligen Bilder hat das Chronikteam erneut das Schulleben des Ortes dokumentiert. Rechtzeitig zur Bleiche wurde druckfrisch die siebte Ausgabe der thematisierten Heimatgeschichte präsentiert. Besonders ins Auge sticht darin, dass alle Jahrgangsstufen sehr hohe Schülerzahlen aufweisen, die die Schulklassen der heutigen Zeit als reinste „Mini-Klassen“ erscheinen lassen.

Motorisierte Geschichte auf zwei Rädern, rund um die Kult-Marke Simson, gab es ebenfalls zur Bleiche zu bewundern. Annähernd fünfzig Liebhaberstücke bot die einzigartige Ausstellung, die vom Fahrrad mit Hilfsmotor bis hin zum Motorrad mit Beiwagen reichte und die so manche nostalgische Erinnerung bei den Besuchern weckte. Zusammengestellt hatte die Exponate Ronny Rebs, der dafür bei den Sammlern viel Überzeugungsarbeit leisten musste.
„Es hat mich allein 2.500 € gekostet, damit ich nur am Straßenverkehr teilnehmen konnte“, berichtete ein stolzer Oldtimer-Besitzer beim Fachsimpeln. Andere hatten dafür nur ein müdes Lächeln über, was verriet, dass Ihnen Ihre in Obhausen gezeigte Motorradleidenschaft weit aus mehr Wert ist.

Im Showprogramm erhielten die fleißigen Bienen der Nicolai-Garde vom Karnevalsclub viel Beifall. Bei den sportlichen Konkurrenzen zum traditionellen Dorffest gewannen die Pfingstburschen im Menschenkicker und als neue Schützenkönige proklamiert wurden Nadine Hägele sowie Dirk Ludwig, die eine vierzig köpfigen Konkurrenz hinter sich ließen. Am treffsichersten in der Mannschaftswertung zeigten sich bei den Frauen die Vertretung des CCO mit Conny Rack, Silke Necke und Karola Rebs, die Männerkonkurrenz dominierte die Dorfmannschaft mit den Schützen Jörg Adalbert, Frank Gottschling und Klaus Walleschkowski.

Ein prächtiges Höhenfeuerwerk sollte den Schlusspunkt des traditionellen Dorffestes bilden, doch dies wurde überschattet von einem großen Knall, hervorgerufen von einem Böller, der wahllos in die Menge geworfen wurde. Bei der Detonation wurden vier Menschen leicht verletzt, darunter auch ein acht jähriger Junge. Es ist sehr bedauerlich, dass ein Fest mit seinen Attraktionen, die wochenlang vorbereitet wurden, so in die negativ Schlagzeilen gerutscht ist.
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