Wörlitz - Sechs auf einen Streich

Wörlitzer Gartenreich - 11 Uhr Blick aus Nähe des Schwanenteiches RichtungTeelaubenfähre und uralter Färber- oder Bartram Eiche auf Neumarks Insel bzw Garten
 
Meine Wanderroute mit Rollstuhl (Foto: http://www.gartenreich.com/cmsfiles/gartenreichplaene/ksdw_wrlitz_plan.pdf)
Oranienbaum-Wörlitz: Wörlitzer Anlagen | Ich staune fast über mich selbst. Nach über 20 Jahren sündhafter Funkstille besuchte ich innerhalb der letzten zwölf Monate gleich sechs Mal das Wörlitzer Gartenreich (als Beweis könnten meine mehr als 6 Beiträge in diesem Portal davon dienen). Und der gestrige Tag trug maßgeblich zu der Erkenntnis bei – ich hab noch lange nicht genug, nun will ich`s wissen. Was erwartet mich im Winter und im Frühjahr. Und ich bleibe bestimmt nicht allein bei diesen Experiment, gelle Ulrich und Susanne(wenn du wieder kannst)?
Doch nun zu gestern. Da mich Ulrich so bittet, kann ich mich nicht im Schweigen hüllen. Ich werde es wie er halten und die Fotos mehr oder weniger in chronologischer Reihe zeigen und mit dem gleichen Motiv wie er beginnen (und aus entgegengesetzter Richtung auch fast enden). Für die Strecke, wo ein Jogger höchstens 30 Minuten gebraucht hätte, waren wir über 200 Minuten unterwegs. Nicht nur der Park als Ganzes in seinem herbstlichen Höhepunkt, sondern auch die vielen Dinge links und rechts der Parkwege lenkten uns ständig ab. Immer wieder musste ich vor meiner Frau Kniefall machen, um den einen oder anderen Pilz oder eine kleine Blume zu fotografieren. Die dabei etwas schmutzig gewordene Hose wasche ich aber nicht!
Auch haben wir auf den Seen, Kanälen, Wiesen und in der Luft selten so viele Vögel gesehen. Für mich fast das schönste Erlebnis war folgendes. Während wir uns der (zurzeit in Restauration befindlichen) „Venus aus dem Bade“ näherten, schwamm die bei allen diesjährigen Besuchen angetroffene Schwanenfamilie über den Wörlitzer See zur Anlegestelle der Amtsfähre bei der Synagoge. Nach kurzer Rast setzten sie sich erneut in Bewegung und steuerten über den See direkt auf uns zu. Wenn gewollt , hätte ich (versuchen können) sie zu streicheln. Schade nur, dass die vielen Graureiher - und auch Schneereiher – die wir immer wieder sahen viel scheuer waren.
War es bei unserem Start 11 Uhr noch ziemlich grau, ließ ich ab 12.30 Uhr häufig auch mal die Sonne blicken. So auch bei einer Rastpause in Nähe des Wurzelhauses. Während ich schnell noch die prächtig erstrahlten Bäume bei der Neuen Brücke fotografieren wollte (wer weiß, ob die Sonne auch später noch so schön scheint?), rief meine Frau wiederholt nach mir. Ich ahnte schon den Grund. Und tatsächlich kreuzten sich hier zum ersten Mal an diesem Tag unsere Wege mit denen von Bürgereporter Ulrich Kruggel (ich hatte ihm früh noch eine Nachricht geschickt, dass wir es riskieren).
Wettermäßig begann nun der schönste Abschnitt unserer Tour. Während Frau und Schwiegermutter bei und auf der Neuen Brücke den goldenen Herbst genossen, flitze ich noch einmal schnell auf den Elbdamm zum Monument.
An der Agnesbrücke begegnete mir eine Gondel mit einem einzigen Fahrgast. Gern wäre ich kurzzeitig in die Gondel gehopst, denn in Nähe der Dianen-Statue stand ein Rhododendrongehölz in vollster Blüte. Aber leider nur vom Kanal aus gut zu erkennen.
Die Stunden vergingen wie im Fluge. Bei der Schwaneninsel bückste ich erneut aus und wählte dank der Fähren (die morgen zum allerletzten Mal in diesem Jahr verkehren) den Rückweg über die Roseninsel und durch Neumarks Garten. Als Belohnung mit Blick auf die beiden Nilgänse und prächtige Eichen. Auch der Tulpenbaum hatte eine tolle Herbstfärbung.
So viel steht fest, ich warte nicht bis zum nächsten Sommer mit meinem nächsten Besuch.
Noch eine Bemerkung für Rollstuhlfahrer. Die gewählten Brücken waren kein Problem. Nur zur Überquerung der Schwimmbrücke musste meine Schwiegermutter kurzzeitig aussteigen, da sind zwei Begleitpersonen schon hilfreich (oder ein netter anderer Parkbesucher, der Hilfe anbietet). Sie war mit ihren fast 85 Jahren wieder zu Tränen gerührt – „so schön habe ich den Wörlitzer Park noch nie gesehen“.
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2 Kommentare
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Wolfgang Erler aus Sandersdorf-Brehna | 30.10.2016 | 14:56   Melden
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Ulrich Kruggel aus Dessau-Roßlau | 30.10.2016 | 16:16   Melden
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