Der Himmel auf Erden – Ausstellung zur Himmelsscheibe von Nebra in Osterwieck

In diesem Display wird die Fundposition der Himmelsscheibe und ihrer Beifunde nachgestellt, wie sie 1999 zufällig von Raubgräbern entdeckt wurden.
Osterwieck: Wanderausstellung "Ein Himmel auf Erden" | Die Himmelsscheibe von Nebra – seit Juni 2013 Teil des UNESCO-Weltdokumentenerbes – gilt als die älteste astronomisch korrekte Himmelsdarstellung der Menschheitsgeschichte. Sowohl die Geschichte ihrer Entstehung vor etwa 4.000 Jahren als auch die ihrer Rettung aus den Händen von Raubgräbern und Schmugglern gehören zu den spannendsten Erzählungen, welche die moderne Archäologie zu bieten hat. Neben dem Ausstellungsort des Originals der Himmelsscheibe – dem Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle – und der am Fundort erbauten “Arche Nebra”, kann man der Geschichte dieses faszinierenden Relikts seit dem 3. Oktober 2013 nun auch im Harzer Fachwerkstädtchen Osterwieck auf den Grund gehen.

Noch bis zum 30. März 2014 wird hier in der Kapellenstraße 2 die Wanderausstellung „Ein Himmel auf Erden“ gezeigt, die sich insbesondere der Fundgeschichte der Himmelsscheibe sowie ihren Beifunden – zwei Bronzeschwertern, zwei Beilen, einem Meißel sowie den Bruchstücken zweier Armreife – widmet. Besucher können sich dabei nicht nur von einer Nachstellung der Fundsituation und einer Video-Dokumentation über die Kriminalgeschichte der Entdeckung der Himmelsscheibe, sondern auch von Repliken der Himmelsscheibe in den verschiedenen Stadien ihrer kultischen Nutzung faszinieren lassen. So wurden der Scheibe über die Jahrhunderte zwei Horizontbögen für Sonnenauf- und Sonnenuntergang sowie eine sogenannte Sonnenbarke hinzugefügt; eine sowohl aus dem antiken Ägypten als auch aus der europäischen Bronzezeit bekannte mythologische Darstellung der „Himmelsfahrt“ der Sonne.

Die durch das Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle konzipierte Ausstellung setzt darüber hinaus die besagten Beifunde ins Verhältnis zu Funden in Prachtgräbern und Depots in ganz Europa, wodurch sich ein faszinierendes Bild intereuropäischer Handelsbeziehungen und kultischer Traditionen um 1.600 vor Christus ergibt. So wird unter anderem eine Replik des Felsbildsteins von Engelstrup gezeigt, welcher sich im Original im Kopenhagener Nationalmuseum befindet. Die Abbildungen auf diesem Stein zeigen kultische Handlungen, die unter anderem an Standarten befestigte Scheibensymbole der Sonne einschließen – die Himmelsscheibe von Nebra könnte Experten zufolge einst auf die gleiche Weise genutzt worden sein. Durch diesen Fokus auf die Beifunde lohnt sich der Besuch der Ausstellung auch für all diejenigen Museumsfreunde, die bereits das Original der Himmelsscheibe in Halle in Augenschein genommen oder die Arche Nebra besucht haben.
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Siegfried Behrens aus Halberstadt | 21.07.2014 | 18:01   Melden
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