Frühsommerlicher echter Sumpfzypressen-Hain

Der echte Sumpfzypressen-Hain bei Mösthinsdorf
 
Meine Marschroute
Petersberg: Sumpfzypressen-Hain im LSG Schlossfuhne | Am 1. und 6. Juni im LSG Schlossfuhne bei Mösthinsdorf

Nach mehreren Besuchen seit dem 29. April wollte ich es endlich genau wissen, ob ich in diesem kleinen Auenwäldchen tatsächlich die Sumpfzypressen schon einmal entdeckt hatte. Schließlich soll es Europas zweitgrößter echter Sumpfzypressen-Bestand sein.

Trotz der damit wohl überregionalen Bedeutung wird es so einem fast fanatischen Naturburschen wie mir nicht leicht gemacht. Keinerlei Hinweistafeln, geschweige ein sich doch anbietender Naturlehrpfad, weisen den Weg. Vom der Süd-Ost-Zipfel führen nur ein kaum passierbarer schmaler Fahrweg im Uhrzeigersinn und entgegen des Uhrzeigersinns ein kaum erkennbarer Trampelpfad um das LSG Schlossfuhne. Schon deshalb bieten sich Gummistiefel an.

Von der Seite
https://www.monumentaltrees.com/de/map/deu/sachsenanhalt/saalekreis/10126_fuhneaue/19924/ hatte ich eine Vermutung, wo ich die Sumpfzypressen finden könnte. Ich habe meine Marschstrecke auf Bild 2 angedeutet.

Am 6. Juni verließ ich bei einem schmalen, fast zugewachsenen Entwässerungsgraben den Trampelpfad und kämpfte mich durch teils schon übermannshohes Schilf entlang des Grabens westwärts, auch ständig über nicht erkennbare Baumstämme und Wurzeln stolpernd. Der ganze Auenwald glich wegen der vielen abgestorbenen und umgestürzten Bäumen mehr einer Mondlandschaft. Uber mir kreisten zeitweilig ein bis zwei Seeadler und beäugten wohl argwöhnisch mein Tun.

Schon ziemlich schweißgebadet entdeckte ich endlich in südlicher Richtung im Teleobjektiv etwas, was so aussah, wie eine Sumpfzypresse (feingliedrige Zweige). Also nichts wie hin in diese Richtung. Und tatsächlich gelang ich nach fast 40 Minuten anstrengenden Fußmarsches an ein kleines umzäuntes Areal voller Sumpfzypressen. Zum Glück war in diesem Areal das Schilf nicht meterhoch. Neben mehreren sicher schon uralten stattlichen, hochgewachsenen Exemplaren (in ein Meter Höhe habe ich einen Umfang von circa drei Metern gemessen), wuchsen auch einige ganz junge Bäume mit leuchtenden hellgrünen Blättern.

Nun stellte ich auch fest, dass es der gleiche Hain ist, zu dem ich mich am 5. April nicht ganz so mühsam von Süden her ran gekämpft hatte. Um Doppelungen zu vermeiden, vergleicht bitte mit:

http://www.mz-buergerreporter.de/petersberg/natur/ein-ruheloser-wolf-gang-d40414.html

Wegen der fehlenden Belaubung konnte ich als forstbotanischer Laie aber damals die Bäume noch nicht eindeutig identifizieren. Es ist mir unverständlich, dass so ein sehenswertes Flächennaturdenkmal von überregionaler Bedeutung offensichtlich gewollt versteckt gehalten und sich scheinbar fast selbst überlassen wird.

Zurück am Auto erspähte ich wie schon bei der Anfahrt über den Wiesen in Richtung Mösthinsdorf bis zu vier Seeadler gleichzeitig am Himmel flogen. Allein deshalb lohnt sich ein Wiederkommen. Und heute Vormittag war ich erneut östlich von Mösthinsdorf auf der Suche nach einer Trollblumenwiese (Trollius europaeus, Blütezeit von Mai bis Juni). Doch das wäre eine neues Abenteuer.
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Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.Mitteldeutsche Zeitung | Erschienen am 28.06.2017
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Brunhild Schmalfuß aus Halle (Saale) | 09.06.2017 | 19:42   Melden
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Wolfgang Erler aus Sandersdorf-Brehna | 09.06.2017 | 20:00   Melden
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Brunhild Schmalfuß aus Halle (Saale) | 09.06.2017 | 20:14   Melden
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