Ein Kirche zieht um

Stabkirche Stiege
Zwischen Güntersberge und Stiege, nur wenige 100 Meter von der heutigen Bundesstraße 243 entfernt, wurde im Jahre 1897 das Albrechtshaus eröffnet. Es war eine Lungenheilstätte, die sich der Heilung lungenkranker Menschen widmete. Das Objekt lag mitten im Wald, abgeschieden und in der Stille, die zur Heilung der Kranken gebraucht wurde.
In unmittelbarer Nähe der Heilstätte wurde 1905 nach den Plänen des Osterwiecker Zimmermeisters Witte eine Holzkirche errichtet. Der Entwurf lehnte sich an eine Stabkirche bei Wang im Riesengebirge an. Ein dankbarer skandinavischer Patient, der in der Heilstätte von seiner Lungentuberkulose geheilt worden war, soll sie gespendet haben.
Die Kirche ist noch im Originalzustand erhalten, nur die Holzziegel wurden durch Ziegel ersetzt. Die Ruhe und die Abgeschiedenheit, die damals den Heilungsprozß der Patienten begünstigten, drohen ihr gegenwärtig zum Verhängnis zu werden. Es wurde mehrmals in die Kirche eingebrochen und durch Vandalismus immer wieder Schäden angerichtet. Nach dem 2013 das Albrechtshaus abgefackelt wurde, fanden sich engagierte Stieger Bürger zusammen, gründeten einen Förderverein, um der denkmalgeschützten Kirche ein ähnliches Schicksal zu ersparen.
Ihr kühner Plan nun sieht vor, die Stabkirche in den Schutz und die Obhut des Ortes Stiege zu überführen. Dort auf gemeindeeigenem Boden soll die Kirche nach der Überführung einer neuen Verwendung zugeführt werden und besseren Schutz als in der abgeschiedenen Umgebung des jetzigen Standortes erhalten.
Die Vereinsmitglieder sind sich der Problematik ihres Vorhabens voll bewusst, die Umsetzung soll etwa bei Kosten einer halben Million Euro angesiedelt sein. Der Transportweg ist etwa 7 Kilometer lang. Bei der Sperrigkeit des Transportgutes ist die geplante Umsetzung eine logistischen Herausforderung. Der inzwischen gemeinnützige Verein kann ein solches Vorhaben allein niemals stemmen, deshalb sind die gegenwärtigen Aktivitäten auf die Organisation von Hilfen jeglicher Art ausgelegt. Dazu gehören eine Spendenaktion und eine Mitgliedschaft, die Hilfewillige über das Internet handeln können.
Schauen Sie sich die Kirche an und entscheiden sie vor Ort, in welcher Fom sie der Stieger Bürgerinitiative ihre Hife zu teilwerden lassen können.
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Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.Mitteldeutsche Zeitung | Erschienen am 14.11.2017
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3 Kommentare
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Christa Mecke aus Thale | 23.10.2017 | 12:39   Melden
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Siegfried Behrens aus Halberstadt | 23.10.2017 | 16:15   Melden
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Manfred Wittenberg aus Nebra (Unstrut) | 24.10.2017 | 20:24   Melden
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