Die Roseburg - die wohl jüngste Burg im Harz

Die Südseite der Burganlage grenzt direkt an die L 242
 
Der Eingangsbereich mit der Hauptburg
Zwischen Rieder und Ballenstedt, direkt an der L 242 gelegen, liegt die Roseburg. Sie ist eingebettet in eine wunderschöne Parklandschaft, in der Elemente der italienischen Renaissance, des Barock und des englischen Gartenbaues kokettieren.

Bernhard Sehring, ein Berliner Theaterarchitekt, der aus Etteritz in der Nähe von Dessau stammt, kaufte 1905 dieses etwa 15ha große Gelände mit dem Ziel, eine romantische Burganlage zur privaten Nutzung zu erbauen.
Eine Natursteinmauer von 1600 Meter Länge, die mit Ecktürmen, Zinnen und Wehrgang ausgestattet ist, umschließt das ganze Objekt.
Der Kunst und -Theaterverliebte Mann hat eine Menge von Kunstgegenständen, vor allem der italienischen Renaissance auf seinen zahlreichen Reisen gesammelt, und mit diesem Arial einen geeigneten Ort gefunden, diese Kunstgegenstände angemessen zu repräsentieren.
So finden wir im Park neben einem ausgesuchten und prächtigen botanischen Bestand Kleinarchitekturen, Grotten, Putten, Skulpturen, sogar Grabsteine, die teils echt sind aber auch stilgerechte Nachbildungen sind. Sie vereinen sich zu einem wunderbaren Ensemble verschiedener Stilrichtungen.
Der Aussichtsturm am höchsten Geländepunkt hat eine Doppelfunktion, im unteren Teil hat Sehring ein Mausoleum einbauen lassen, dass seine letzte Ruhestätte werden sollte. Der mittlere, nach außen offen gestaltete Raum enthält einen Kamin und den Treppenaufgang zur Aussichtsplattform mit dem wunderschönen Rundumblick.


Am Aussichtsturm beginnt der wohl schönste Teil des Parks, die etwa 100m lange, im barocken Stil erbaute, terrassenförmig abfallende und reich dekorierte Wasserachse.
Deren Abschluss bilden der Löwenbrunnen und die auf dem Sockel der Wasserkaskade stehende Fortuna Furioso.
Diese Figur wurde 1889 vom Bildhauer Franz Latt geschaffen, lagerte viele Jahre im Heizungskeller der Roseburg, ehe sie der jetzige Burgherr restaurieren ließ, sehr zum Vorteil des dekorativen Wasserspiels der Anlage.
Verwunschene Wege, von seltenen Gehölzen umsäumt, und Alleen wie die Amoralleeund die Lindenallee mit der Puttengallerie, die auf der Florabrücke mündet, machen den romantischen Park zum Erlebnis.
Die untere Terrasse ist halbkreisförmig gestaltet, auf der Balustrade stehen 16 Puttenpaare, an den Endpunkten jeweils Obelisken und große Vasen.

Sachsen-Anhalts Projekt Gartenträume widmet sich der Aufgabe der Wiederentdeckung des Gartenkulturerbes.
Die Roseburg wird ebenfalls durch dieses Projekt gefördert, das unterstreicht ihren Stellenwert in der Landschaftsarchitektur Sachsen Anhalts und muss in ihrer Einzigartigkeit wieder einer breiten Öffentlichkeit erschlossen werden.
Die Burg wurde 2007 zwar erst 100 Jahr alt, aber von ihrer ersten Erwähnung als „Rodolvesborch“, im Jahre 963, die mit Markgraf Gero in Verbindung gebracht wird, bis zum heutigen Tag, bringt es die Burganlage auf eine bewegte Geschichte.
1933 wurde sie erstmalig durch die Familie Sehring der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Bis zu seinem Tode 1941 lebte Bernhard Sehring mit seiner Frau und Tochter dort. Als seine Frau 1950 verstarb, zog die Tochter nach Berlin zurück. Der Park begann zu verwildern und die Bauten begannen zu verfallen.
1955 geht die verwilderte Burg in die Verwaltung durch die Gemeinde Rieder über, das Gelände wurde zur Hühnerzucht umfunktioniert und zur Ausbildungsstätte für Geflügelzüchter genutzt, ehe der Kulturbund der DDR sich um die Belange der Burg kümmerte.
Als die Mittel des Kulturbundes erschöpft sind, geht die Roseburg an die LPG Rieder. Die investiert 4,5 Millionen Mark und es gelingt, die Burg wieder der Öffentlichkeit zu erschließen.
Nach der Wiedervereinigung kauft der Berliner Unternehmer Illmer die Burganlage. Durch einen Pachtvertrag mit der Gemeinde Rieder konnten Fördergelder beantragt werden und die Gründung eines Fördervereins brachte die Roseburg wieder organisiert auf Erfolgskurs.
Die Roseburg entstand auf historischen Grund. Mit den urkundlich erwähnten Vorgängern hatte sie aber nur den Standort gemeinsam und ist kein Neubau einer ehemals vorhandenen Burganlage.
Sie erfüllte einst den Wunschtraum eines reichen Mannes, der sich hier einen standesmäßigen Familiensitz bauen wollte.
Besuchen Sie die Roseburg, sie werden sie mögen, denn sie bietet eine Vielfalt von Dingen, die man eben nur hier findet.
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6 Kommentare
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Reinhart Bollmann aus Köthen (Anhalt) | 26.08.2014 | 19:37   Melden
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Ulrich Kruggel aus Dessau-Roßlau | 27.08.2014 | 09:08   Melden
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Gisela Ewe aus Aschersleben | 27.08.2014 | 21:34   Melden
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Klaus Okesson aus Quedlinburg | 28.08.2014 | 13:47   Melden
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Gisela Ewe aus Aschersleben | 28.08.2014 | 22:38   Melden
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Lothar Wobst aus Bitterfeld-Wolfen | 23.09.2014 | 19:45   Melden
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